shifting reality

Es gibt kein richtiges Lesen im valschen!

Als die Götter unsere Welt malten und schrieben … schruben …. geschrieben haben …

with one comment

Seltsam. Erst macht mich T. Albert darauf aufmerksam, daß Schreiben ja auch Zeichnen ist, was so selbstverständlich ist, daß es mir jenseits des Chinesischen vorsichtshalber lange nicht mehr aufgefallen ist. Trotz all dieser Lackstift-Kunstwerke in den 80ern, die ich auf Cassettenhüllen und Briefumschlägen anrichtete. Trotz des Aufwachsens mit Grafitti und alledem. Trotz Praktikantentätigkeit am TV-Schriftgenerator alter Schule, damals, lange noch vor dem Jahr, als Jan Ulrich die Tour de France gewann, als ich noch Nächte hindurch in riesigen Regien saß und an schwerfälligen Gerätschaften Schriften erzeugte, die dann in Sendungen tackerten.

Dann berichtet T. Albert, daß er jetzt so zeichnet, als wolle er schreiben – und so zappe ich gestern in die Doku zum Maya-Code und dessen Entzifferung, tolle Geschichte, und komme mir so alteuropäisch, wie man nun mal ist, und auf einmal schrecklich unförmig und karg und uninspiriert vor, wenn

ich mir anschaue, was die Mayas da Wundervolles in die Felsen hackten. Alleine schon diese rechtschreibresistente Praxis, einfach um der Vielheit und Abwechslung  Willen lauter unterschiedliche Zeichen für ein und die selbe Silbe zu nutzen, solch lustvolle Verschwendung ist uns dann ja doch fremd. Mit der herrlichen Pointe meißelten sie, daß die Schreibergötter einst die Welt geschrieben und gemalt hätten, in der wir nun leben – von wegen „Am Anfang war das Wort!“, da hat man’s mal wieder, wahrscheinlich hatten die Maya ja recht.

Toll. Und dann klicke ich mich durch’s Netz und finde das. Was wahrscheinlich mit den Maya gar nix zu tuen hat, aber ganz ähnlich anmutet.

Und, was soll mir all das jetzt sagen?

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Written by momorulez

14. September 2008 um 9:06

Eine Antwort

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  1. „Vielfalt ist der Göttin Kind, aller Götter Gabe“. Die ollen Mayas wussten es eben. Und Jon Burgerman und die Grafitti-Künstler ahnen es zumindest …

    Dass wir diese lustvolle Verschwendung in unserer Schrift nicht kennen, ist dem Streben nach Ordnung und Vereinheitlichung geschuldet, ohne das unsere Zivilisation vielleicht längst so kollabiert wäre, wie die der Maya.
    Es stimmt wohl schon: „Ordnung ist das halbe Leben“.

    Aber die andere Hälfte ist interessanter.

    MartinM

    16. September 2008 at 6:48


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