shifting reality

Es gibt kein richtiges Lesen im valschen!

Ist doch alles voll krank, ey!

with 38 comments

Beim Steuersystem gibt es ja immer das Gerede über den Umgang mit dem „Geld anderer Leute“. Wie is’n das eigentlich bei Banken?

Ach so, ist ja alles total freiwillig. Wie auch die Tatsache – ja, wer normativ und deskriptiv nicht unterscheidet, landet bei freiwilligen Tatsachen -, daß derzeit erst mal Gesetze angestrebt werden, die ein Recht auf’s Girokonto für wirklich jeden erzwingen wollen. Die Schweine. Voll totalitär das.

Dabei müßte man ohne Girokonto doch eigentlich erst richtig frei sein? Wer will schon gezwungen sein, ein Girokontozu haben? Ja, eben!

Alles freilich Kinkerlitzchen, wenn man das mit den heutigen Meldungen aus den Newstickern dieser Erde vergleicht:

„Die schwer angeschlagene Investmentbank Lehman Brothers steht mit mehr als 600 Milliarden (!) Dollar Schulden vor dem Aus und beantragte am Montagmorgen Gläubigerschutz.“

Gläubigerschutz? Wieso? Mich Steuerzahler schützt doch auch keiner vor dem Finanzamt! Wieso kann man sowas denn im Lande der totalen, wirtschaftlichen Freiheit beantragen? Bei wem denn überhaupt?

Können die nicht eigenverantwortlich in den Konkurs gehen und sich jenen stellen, die ihnen Geld gaben? Und wieso lassen sich die ganzen angeschlagenen „Juchhu, wir finanzieren ein Leben auf Pump und schubsen die Leute dann in die Obdachlosigkeit!“-Banken nun auch noch alimentieren von anderen Banken weltweit? Das macht doch unfrei, sich alimentieren lassen! So hält man die nur in Unselbstständigkeit, ja, erzieht sie sogar noch dazu!

Dehnen wir doch einfach den Krankheitsbegriff auch auf die Bankenkrise aus! Immerhin ist schon vom „Sterben“ die Rede.

Komme da nur drauf, weil soeben im Radio zu hören war, daß irgendeine Ärztekammer Raucher vorsichtshalber für krank erklären will, und das nicht wegen der Herz- und Kreislauferkrankungen oder Lungenkrebs, sonder per se, so wie bei Alkoholikern. Was dann immer so Krankheitsbegriffe sind, deren Gehalt jenseits der Rhetorik mir selbst im Falle von Alkoholismus, scheußliche Sache das, bei mir wohnen ein paar solcher Exemplare direkt gegenüber,  schwer durchschaubar nur erscheint – ist Kriterium für Sucht doch, daß man’s zwanghaft tut, nicht mehr wählen kann, und dann ist doch auch für viele der Bezug von Hartz IV ’ne Krankheit, oder?

Kann mich ja noch an die Zeiten erinnern, als auch Homosexualität  von der Weltgesundheitsreichskammerschaft oder so ähnlich als Krankheit geführt wurde. Da witzelte man dann in schwulen Jugendgruppen, daß man sich ja mal wegen vorübergehender Homosexualität für die Schule ’ne Entschuldigung schreiben könne.

Und dieses ganze zwanghafte Geldverdienen, das mal eben 600 Milliraden Miese dann erzeugt, also, wenn das nicht auch Sucht-Tendenzen in sich trägt, so lange, bis es platzt – wer ist denn da dann eigentlich krank? Das Kreditsystem als solches, der Herr Bankdirektor, die Konten?

Diese Welt ist einfach zu kompliziert für mich, ich geb’s zu …

Nachschlag:

„Die US-Notenbank (Fed) kündigte Maßnahmen zur Stützung der Finanzmärkte an. Mit einem Kreditprogramm in Höhe von 70 Milliarden Dollar wollen überdies zehn Banken die seit Monaten anhaltende Finanzmarktkrise entschärfen. Jedes Finanzinstitut werde sieben Milliarden Dollar beisteuern, teilte die Gruppe in New York mit, darunter JP Morgan Chase und Goldman Sachs.

Weitere Finanzhäuser könnten beitreten und die verfügbare Summe erhöhen. Die Kredite sollen teilnehmenden Banken zugutekommen, die jeweils maximal ein Drittel der Gesamtsumme erhalten können.“

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Written by momorulez

15. September 2008 um 8:43

38 Antworten

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  1. Gläubigerschutz heißt zwar, dass man sich temporär vor Ansprüchen der Gläubiger schützt, sagt aber im Grunde noch etwas mehr aus.

    stefanolix

    15. September 2008 at 10:11

  2. „In den Vereinigten Staaten wird der Schutz vor den Forderungen der Gläubiger als Gläubigerschutz bezeichnet, während man in Deutschland unter Gläubigerschutz den Schutz der Interessen der Gläubiger versteht.“

    Schon spannend …. würde mich eh mal interessieren, was „ihr“ so über diese ganze Bankenkrise denkt. Das geht ja sozusagen mitten in’s Herz von Kapitalismus bzw. Marktwirtschaft …

    momorulez

    15. September 2008 at 10:15

  3. Ich wollte oben nur sagen, dass es manchmal besser ist, wenn ein Unternehmen in einer Krise sich kurzzeitig Luft verschaffen kann (Chapter 11), als wenn es ganz in den Konkurs geht.

    Ich kann nicht im Plural antworten. Über die Bankenkrise denke ich lieber nicht nach, sonst falle ich noch vom liberalen Glauben ab und werde exkommuniziert 😉

    Nein, im Ernst: wenn ich vom Einzelnen Verantwortung fordere, muss ich natürlich auch Verantwortung von solchen großen Unternehmen und von den dort Verantwortlichen fordern. Wie man das ausbalancieren kann: auf der einen Seite die Unternehmen nicht beim Wirtschaften behindern und auf der anderen Seite die Verantwortlichen wirksam in Haftung nehmen — dafür habe ich leider auch kein Rezept. Dazu stecke ich auch viel zu wenig im Finanzwesen drin.

    Ich denke aber nicht, dass es in’s Herz der Marktwirtschaft geht. Es ist für mich eher eine (überwindbare) Krankheit der Marktwirtschaft.

    stefanolix

    15. September 2008 at 11:00

  4. Na ja, ohne jetzt meinerseits Experte in Finanzwirtschaft zu sein (vielleicht schaut Statler ja noch vorbei), isses ja zumindest was anderes, wenn „Kreditkrisen“ entstehen, als wenn jetzt die Automobilbranche zusammenkracht oder die Dotcom-Blase platzt.

    Letztere war zwar auch insofern eine „Kreditkrise“, daß reine Geschäftsideen völlig überbewertet wurden, aber wenn jetzt jene, die für den Pump sorgen, der das ganze System wie in Kit zusammenhält, in die Bredouille geraten, bricht ja das ganze Fundament selbst in sich zusammen.

    Habe ich ja auf Mini-Ebene gerade mit zu tun: Bevor ich jetzt hier selbst Jobs schaffen etc. kann, muß ich mich erst mal verschulden.

    Und großes Thema hier in meinem Bereich sind, auch für die Investoren, produktionsbezogene Bankbürgschaften, mit denen die Kunden sich absichern, die man als Produzent aber selber erst mal an Start bringen muß, und für die man auch bezahlen muß, Avales oder ähnlich heißen die.

    Zudem man eben erst mal eine großen Teil der Produktion auch vorfinanzieren muß, über Banken, kennt aber meines Wissens auch jeder Baudienstleister.

    Und ich vermute mal, daß es so gut wie gar keinen Bereich gibt, wo das nicht so läuft.

    Wenn nun genau die Institutionen, die auf diesem Wege Wirtschaftsleben erst ermöglichen, nunmehr wegsacken, dann hat das ja schon Brisanz und ist doch in der Größenordnung auch mehr als eine „Marktbereinigung“. Sonst würden doch die US-Regierung un die Deutsche Bank ganz anders als mithilfe von Not-Fonds und de facto-Verstaatlichungen reagieren.

    Ganz ehrlich: Wundere mich seit Tagen, daß in keinem der von mir frequentierten, liberalen Blogs was dazu zu lesen ist – da werden entweder Grundsatzdebatten geführt oder über Frau Ypsilanti gewitzelt und über Schmidts Fomulierung „Adolf Nazi“ sinniert.

    Als würde man dieses Thema lieber meiden … vielleicht, weil all diese Wirtschaftstheorie-Größen auch keine Ahnung haben jenseits von Norberg?

    momorulez

    15. September 2008 at 11:14

  5. Wie schnell das manchmal gehen muss, sieht man auch an der aktuellen Meldung über die EZB:
    In einem eintägigen Refinanzierungsgeschäft wurde diese Summe den Geschäftsbanken zugeteilt. Der Durchschnittszins habe bei 4,39 Prozent gelegen, teilte die EZB am Montag in Frankfurt mit.

    Bleibt Dir zu wünschen, dass Du für Dein Geschäft wenigstens zu vernünftigen Konditionen Kredit bekommst. Die Banken sollen sich ja dem Vernehmen nach jetzt wieder den einheimischen Kunden zuwenden, nachdem das mit den amerikanischen Schrott-Immobilien auf Dauer nicht so gut funktioniert hat.

    Vor diesem Beispiel stehe ich auch fassungslos. Ich weiß nicht, wie man Gesetze konstruieren müsste, die es ermöglichen, alle Glieder der Verwertungskette in die Verantwortung zu nehmen. Der Kapitalmarkt muss ja trotzdem funktionieren. Unsere Banken prüfen für jeden kleinen Kredit penibel die Sicherheiten nach und gleichen alles mit der Schufa ab, zur gleichen Zeit kaufen sie für Milliarden Kredite, die überhaupt nicht adäquat abgesichert sind.

    stefanolix

    15. September 2008 at 11:29

  6. Ich habe mich ja zunächst an Leute mit ’ner Menge Geld gewandt, um mit denen zusammen zur Bank zu gehen, sonst hätte ich gar keine Chance.

    Und Deine Fassungslosigkeit teile ich – daß es so gar kein Kontrollsystem zu geben schien in den Institutionen, sondern daß da irgendwelche Zocker da irgendwas veranstaltet haben, was sie sich privat nie trauen würden, das scheint ja die Crux zu sein, man korrigiere mich aber gerne, das ist jetzt meine naive Vorstellung davon.

    Als würde tatsächlich ab irgendeiner Institutionsgröße dann die „Erdung“ komplett abhanden kommen – was jetzt eine recht konservative Perspektive ist, aber die paar Leute, die ich aus diesem ganzen Investmentbanker-Geschichten kenne, die sind schon auf eine ganz seltsame Art weltfremd und schaffen es vor allem immer, ihr eigenes Schäfchen in’s Trockene zu bringen. während sie andere in’s Verderben stoßén …

    Aber es scheinen ja andere Fonds wie üblich an der Krise ordentlich zu verdienen.

    momorulez

    15. September 2008 at 11:37

  7. „Zudem man eben erst mal eine großen Teil der Produktion auch vorfinanzieren muß, über Banken, kennt aber meines Wissens auch jeder Baudienstleister.

    Und ich vermute mal, daß es so gut wie gar keinen Bereich gibt, wo das nicht so läuft. “

    Ja, das ist so. Gilt für jeden selbsständigen Mini-Handwerker, diese Art der Vertragsfreiheit. Aber es zwingt ihn ja niemand seinen Beruf auszuüben.

    T. Albert

    15. September 2008 at 13:45

  8. Ich kenne noch zumindest ein paar Unternehmen, die so etwa zur Hälfte eigenkapitalfinanziert sind. Das sind dann aber echte Schwergewichte.

    che2001

    15. September 2008 at 13:54

  9. „Ich kenne noch zumindest ein paar Unternehmen, die so etwa zur Hälfte eigenkapitalfinanziert sind.“

    Das ist ja das uralte Prinzip „Wer hat, dem wird gegeben“ – zudem ja auch die die Kohle nicht im Safe, sondern bei irgendwelchen Banken haben. Was passiert denn damit, wenn die Bank pleite ist?

    momorulez

    15. September 2008 at 14:05

  10. Teilweise ist das auch der Besitz von produktiven Tochterfirmen, Immobilien oder verpachteten Gewerbegrundstücken. Wer schlau ist, sorgt vor und handelt antizyjklisch.

    che2001

    15. September 2008 at 14:10

  11. „Wer schlau ist, sorgt vor und handelt antizyjklisch.“

    Wer die Möglichkeit dazu hat: Ja. Wer nicht, der wohnt dann im Auto …

    momorulez

    15. September 2008 at 14:12

  12. Aber die Rede ist bei mir in diesem Zusammenhang doch ohnehin nur von den Eigentümern inhabergeführter Unternehmen in der Größenordnung Beschäftigtenzahl 500 + und von Leuten wie den Würths usw..

    che2001

    15. September 2008 at 14:20

  13. Oh, ich bin auch kein Experte für Finanzwirtschaft — der subtile Unterschied zwischen Finanzwissenschaft und Finanzwirtschaft (Finance) sorgt aber auch wirklich bei allen Nicht-Ökonomen für Verwirrung.

    Trotzdem bin ich erleichtert, daß es für Lehmann wohl keinen Bailout geben wird. Hoffen wir mal, daß amerikanische Regierung und die Fed auch bei weiteren Fällen auf dieser Linie bleiben werden und daß Fannie Mae/Freddie Mac die letzten Sündenfälle waren. Wobei man bei diesen beiden wiederum eventuell gar nicht von Sündenfall reden kann, denn die waren zwar seit den 1960ern pro forma privatisiert, de facto aber immer halb-staatliche Agenturen.

    Ansonsten: Willem Buiter, der zu diesem Thema schneller schreibt als unsereins denkt, ist scheinbar ganz zuversichtlich, daß ein Lehmann-Konkurs keine dramatischen Ansteckungseffekte im restlichen Finanzsektor verursachen wird. http://blogs.ft.com/maverecon/2008/09/what-if-lehman-files-for-bankruptcy-and-nothing-much-happens/

    Und da es wenige Ökonomen gibt, die so gute Kontakte in die Zentralbanken, zu Bankenregulierern usw. haben wie Buiter, ist der sicher im Moment eine der bestinformierten Quellen zu dem Thema.

    statler

    15. September 2008 at 20:10

  14. Aber wo Du gerade schon mal hier bist: wenn man bei „Lehman Brothers“ nicht eingreift, weil die Ansteckungseffekte nicht dramatisch sind, warum hat man dann in Deutschland nicht die IKB einfach fallen lassen? Die Ansteckungseffekte dürften doch im Vergleich mit Lehman
    eher kleiner gewesen sein(?)

    Und die zweite Frage: wie könnte man gegen solche Krisen wie die Subprime-Krise Vorsorge treffen? Könnte es dazu internationale Regeln geben?

    stefanolix

    15. September 2008 at 20:22

  15. Wahrscheinlich hätte man sich die IKB-Rettung tatsächlich besser gespart. Nach allem, was man jetzt im Nachhinein weiß, und was die Entscheidungsträger von damals (im Gegensatz zur Öffentlichkeit) vermutlich damals schon wußten. Es ist immer die Frage, ob man hilft, einen kurzfristigen Liquiditätsengpass zu überbrücken, den wegen fehlender Liquidität und großer Unsicherheit im Markt sonst gerade niemand überbrücken helfen will — oder ob man einfach versucht, auf Biegen und Brechen unternehmerischen Schrott am Leben zu halten. Und die IKB war Schrott.

    Vorsorge? Da bin ich ratlos. Solange es freie Entscheidungen auf Märkten gibt, wird es immer auch mal wieder Spekulationsblasen geben. Das gehört dazu. Und die Hoffnung, daß ausgerechnet der Staat das verhindern könnte, ist doch auch verfehlt. Die Abschreibungen der Staatsfonds in der aktuellen Krise sollten Warnung genug sein für alle, die sich ausgerechnet durch den Staat sowas wie rationale Regulierung erwarten.

    statler

    15. September 2008 at 20:56

  16. @Statler:

    Danke!

    Verstehe ich’s eigentlich richtig, daß aktuell ganz Ähnliches passiert wie damals Ende der 20er Jahre, oder bekomme ich da mal wieder ganz Entscheidendes durcheinander?

    Habe diese Passagen in Friedmans „Kapitalismus und Freiheit“ nur dunkel in Erinnerung, aber sehr wohl, daß im Gegensatz zum Rest des Buches ich diese höchst spannend fand.

    „Ansonsten: Willem Buiter, der zu diesem Thema schneller schreibt als unsereins denkt, ist scheinbar ganz zuversichtlich, daß ein Lehmann-Konkurs keine dramatischen Ansteckungseffekte im restlichen Finanzsektor verursachen wird.“

    Den Link muß ich erst mal in Ruhe studieren, bei solchen Themen ist mein englisch eigentlich zu schlecht, das reicht immer nur zum Popstars interviewen. Aber so aus der Distanz betrachtet wirkt das ja schon epidemisch … im Zuge einer Produktion waren wir gerade in den USA unterwegs, und das, was da so mitgebracht wurde die Folgen der Immobilienkrise betreffend, das war schon sehr drastisch.

    momorulez

    15. September 2008 at 21:06

  17. Die Regeln muss ja nicht der Staat aufstellen. Könnten die Banken und Versicherungen nicht selbst bestimmte MIndestregeln aufstellen — zumindest als Lehre aus der letzten Krise? Und wer sich nicht an die Regeln hält, der darf gar nicht erst mitspielen. Die Subprime-Krise ist doch (soweit ich das verstehe) im Prinzip nichts wesentlich anderes als die Krise jedes dummen Kettenbriefsystems: schlechte Kredite wurden vielfältig gebündelt und immer an den nächsten Käufer/Anleger weitergegeben, bis es irgendwann mal krachte, weil am Anfang der Kette überhaupt nie Sicherheiten vorhanden waren. Und bei uns in Deutschland überprüfen sie jeden Häuslebauer doppelt und dreifach …

    stefanolix

    15. September 2008 at 21:13

  18. „Könnten die Banken und Versicherungen nicht selbst bestimmte MIndestregeln aufstellen — zumindest als Lehre aus der letzten Krise?“

    Hat das jemals funktioniert? Eigentlich doch immer nur – wie im „rheinischen Kapitalismus“ -, wenn’s ein strakes Gegenüber in „die Wirtschaft“ selbst gab, eben die Gewerkschaften z.B..

    Seitdem diese Finanzmärkte sich aber weitestgehend abgekoppelt haben vom realen Produzieren, was soll das denn sein? Gab zwar auch ein Ehrenkodex in der Mafia, aber haben die sich da wirklich dran gehalten? Wo individuelle Nutzenmaximierung totalisiert wird, wirst Du solche Regelungen nicht etablieren können.

    Lerneffekte gibt’s aber immer, und mir scheint eher, daß die Generation von Wirtschaftspraktikern, die da in New York am Ruder ist, eine sehr konservativ und vorsichtig agierende nach sich ziehen wird, während parallel in den ganzen neuen Wirtschaftsriesen – Rußland, Indien, China – noch ganze andere Kapriolen entstehen werden.

    momorulez

    15. September 2008 at 21:25

  19. @MR:
    Ja, klar, das stimmt natürlich, daß die Immobilienkrise als umfassenderes Phänomen drastische Auswirkungen für viele Hausbesitzer in den USA hat. Was ich mit dem Hinweis auf den Buiter-Artikel meinte, ist nur, daß es von diesem unschönen status quo ausgehend wohl keinen großen Unterschied mehr machen würde, ob man die Leiche Lehman noch künstlich am Leben erhält oder nicht.

    Das Gegenmodell zur Pleite wäre wahrscheinlich am ehesten Japan Anfang der 1990er. Ein staatlich gestützter Bankensektor, Bilanzkosmetik, viele faule Kredite, aber niemand weiß genau wo… das alles hat dort zu einem Jahrzehnt Stagnation geführt.

    Was die Parallelen zur Weltwirtschaftskrise angeht: Sogar in den USA gibt es bisher ja eigentlich keinen echten credit crunch — wenn man mal von Hypothekenkrediten in bestimmten Segmenten absieht. Entsprechend sind auch die realen Effekte der Finanzkrise bisher gering, vielleicht sogar erstaunlich gering. Die Rezession ist so schwach, daß man sich immer noch nicht sicher ist, ob sie überhaupt schon da ist. Und es wird auch nicht so schlimm werden, daß Privatanleger und Kleinsparer die Banken belagern und um ihre Einlagen zittern müssen. Was ein wesentlicher Unterschied zur Weltwirtschaftskrise ist, das ist schlicht die Politik der Zentralbanken. Die war damals irrsinnig restriktiv, heute käme dagegen kein Zentralbanker mehr auf die Idee, in einer solchen Krise eine extrem restriktive Geldpolitik zu betreiben. Im Gegenteil, heute sind sie eher schon wieder zu freigiebig und vernachlässigen die inflationären Gefahren.

    @stefanolix:
    Ich glaube, hier hilft einfach das Prinzip der heißen Herdplatte: Man faßt einmal drauf, aber dann auch nicht mehr. Also, ein an seinem Job hängender Investmentbanker wird in Zukunft wohl etwas vorsichtiger sein, wenn jemand in sein Büro kommt und Zertifikate anpreist, die das Risiko verschwinden lassen. Aber das Problem ist ja, daß wir bei solchen Dingen alle immer erst ex post klüger sind. Und das weiterverkaufen von Kreditbündeln ist ja an und für sich gar keine schlechte Idee, und wenn man sie richtig nutzt, könnte sie ja wirklich sowas wie eine Risikostreuung ermöglichen. Und das ist eben das Problem, wenn Du ein Instrument hast, das man sinnvoll nutzen, aber auch mißbrauchen kann: Wie formuliert man verbindliche Standards, wenn die Übergänge zwischen sinnvoller Nutzung und Mißbrauch fließend, und für Dritte vielleicht auch nicht immer objektiv beobachtbar sind?

    statler

    15. September 2008 at 21:44

  20. Wenn man schon Kreditbündel weiterverkauft, dann muss man doch aber erst recht auf eine gewisse Mischung achten. Wenn man lauter Mist bündelt, dann wird das doch mit jedem weiteren Bündeln ein immer größeres Klumpenrisiko. Dafür brauche ich eigentlich keine ex-post-Betrachtung;-)

    So wie ich das verstehe, hatten sich die ganz armen Kreditnehmer in Amerika auf (nach oben) variable Zinsen eingelassen. Jeder Weiterverkauf im Rahmen eines Kreditbündels macht doch den Kredit für den Kreditnehmer immer teurer. Wenn man bei dem aber ohnehin nichts holen kann, muss die Konstruktion ja zusammenfallen.

    Also ich muss das ja im einzelnen nicht verstehen. Aber nach meiner Logik musste das schiefgehen. Bekommt der an seinem Job hängende Investmentbanker vielleicht die falschen Anreize?

    stefanolix

    15. September 2008 at 22:02

  21. @Staler:

    Noch mal danke!

    „Die war damals irrsinnig restriktiv, heute käme dagegen kein Zentralbanker mehr auf die Idee, in einer solchen Krise eine extrem restriktive Geldpolitik zu betreiben. Im Gegenteil, heute sind sie eher schon wieder zu freigiebig und vernachlässigen die inflationären Gefahren.“

    Deshalb hat dann heute ja auch die EZB 30 Milliarden in die Welt gepumpt, wenn SPON da korrekt berichtet.

    Und dann saßen wir alle mittags beim Griechen und fragten uns komplett naiv, wo die Kohle wohl herklommt. Ist das Geldrucken, oder haben die das irgendwo gebunkert?

    momorulez

    15. September 2008 at 22:05

  22. @Stefanolix:

    „Bekommt der an seinem Job hängende Investmentbanker vielleicht die falschen Anreize?“

    Ja, Geld verdienen wollen um jeden Preis 😉 …

    momorulez

    15. September 2008 at 22:07

  23. @ „Seitdem diese Finanzmärkte sich aber weitestgehend abgekoppelt haben vom realen Produzieren, was soll das denn sein?“

    Ich sag mal: Tulpen.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Fe_Tulpenmanie

    Ein gewiefter Althistoriker kennt sicher auch ein Beispiel für eine Spekulationsblase, als Rom noch Republik war. Der Unterschied zwischen damals und heute ist wahrscheinlich ganz unspektakulär: Transaktionskosten von annähernd Null. Heute muß man nicht mehr persönlichen Zugang zur Amsterdamer Börse haben, um an der Tulpenmanie teilzuhaben, sondern es reicht ein Account beim Onlinebroker. Aber das sind alles graduelle Unterschiede. Qualitativ ist es das gleiche Spiel wie vor 350 Jahren.

    statler

    15. September 2008 at 22:10

  24. Die EZB hat doch aber nur Geld verliehen, soweit ich das verstehe, muss es an die EZB zurückgezahlt werden. Ist das falsch?

    stefanolix

    15. September 2008 at 22:14

  25. @Statler:

    Lustig, das Tulpen-Beispiel taucht immer in den Büchern über den Kunstmarkt auf, wo diskutiert wird, ob die Blase denn nun auch platzt oder nicht.

    Du negierst hier aber gerade den Unterschied zwischen vor-industriellen und industriellen und post-industriellen Gesellschaften,zeitgleich ja global allesamt vertreten, ist die Sache denn wirklich so simpel? Gab‘ damals auch Leute, die Reispreise irgendwo ganz anders gezielt in die Höhe trieben, so daß die Leute vor Ort hungern mußten? usw. – Wenn bestimmte Prinzipien beim Handel auch gelten mögen, so ist die Lage doch etwas komplexer geworden, oder? Wieso hätte man sonst den ganzen Devisenhandel Friedman folgend umgestellt?

    momorulez

    15. September 2008 at 22:27

  26. Momorulez: Ich hätte jetzt auch gerne eine Gelddruckmaschine, wahrscheinlich hätte ich mich seit Längerem mit der Optimierung von Farblaserdruckern befassen müssen. Die Währungen von Nepal und Paraguay sind irre einfach zu fälschen, leider sind die nicht frei konvertibel zu tauschen, rabäh!

    Statler,l sehr schön, dass Du mal wieder vorbeischaust!

    Stefanolix, Du hast seit Längerem Mail!

    che2001

    15. September 2008 at 22:32

  27. Die EZB hat verliehen, es muß also tatsächlich zurückgezahlt werden. Heute war das ein sogenannter Schnelltender, d.h. das Geld wird auch nur mit kurzer Laufzeit an die Geschäftsbanken verliehen. Sowas macht eine Zentralbank aus zwei Gründen: Um sehr kurzfristige Liquiditätsengpässe zu überwinden, und um ein Signal nach draussen zu senden, nach dem Motto: Beruhigt Euch, wenn es wirklich eng wird, dann helfen wir auch.

    Zu den Kreditbündeln: Anfangs war das auch die Idee, Bündel aus heterogenen Risiken zu schnüren. Wie genau die Sache dann aus dem Ruder gelaufen ist, das müßte man tatsächlich einen Finanzmarkt-Experten fragen. Aber es ist natürlich so, daß die Möglichkeit zum Weiterverkauf von Hypotheken die Banken mit zusätzlichen Mitteln ausgestattet hat. Und wohin damit? Klar, man vergibt mehr Hypotheken, das ist ja schließlich das Kerngeschäft. Wenn die guten Kunden versorgt sind, dann irgendwann auch an schlechte Risiken. Ist ja nicht so schlimm, schließlich kann man am Ende eh alles weiterreichen.

    Erschwerend kommt dann noch hinzu, daß da in den USA diese beiden halbstaatlichen Kolosse Fannie Mae und Freddie Mac waren. Halbstaatlich, also mit exzellentem Kreditranking und Zugang zu billigem Geld. Und die haben dann wohl auch irgendwann nicht mehr so genau hingeschaut, was sie da eigentlich an Hypothekenrisiken einkaufen. So schleicht sich die Irrationalität langsam ein, Schritt für Schritt, und lange geht es auch gut…

    statler

    15. September 2008 at 22:40

  28. @ „Wieso hätte man sonst den ganzen Devisenhandel Friedman folgend umgestellt?“

    Du meinst die Flexibilisierung der Wechselkurse? Oh, der Zusammenbruch von Bretton Woods, das ist eine lange Geschichte und damit ein Fall für einen anderen Tag, denn morgen muß ich einen unchristlich frühen ICE erreichen. Aber vielleicht ist es ja einer von den neuen, mit WLAN.

    statler

    15. September 2008 at 22:52

  29. Ich wollte mich mit dem »verliehen« noch mal vergewissern, denn es heißt ja gern, dass die Banken (böse!) jetzt 30 Milliarden neues Geld (teuer!) vom Staat erhalten, damit sie nicht umfallen. Ich hatte das auch immer als Überbrückung gesehen.

    Was in den USA als Subprime-Krise bezeichnet wird, ähnelt also einem Schneeballsystem. Und wenn man einen freien Kapitalmarkt will, dann kann man auch eine IKB oder eine SachsenLB nicht daran hindern, solche Risiken einzukaufen (die SachsenLB hätte man wohl hindern können, wenn die Eigentümer aufgepasst hätten).

    Zu den beiden Hypothekenbanken Fannie Mae und Freddie Mac muss ich mich noch mal genauer informieren. Bei uns gibt es ja auch halbstaatliche (geförderte) Kredite für Wohneigentum. Ist das in etwa vergleichbar?

    stefanolix

    16. September 2008 at 7:14

  30. @statler „Tulpen“
    Vielen Dank für die rege Teilnahme. Wenns eng wird rücken wir ja doch zusammen 😉

    Wenn zu der Gier nach Tulpengewinnen (ja @stefanolix, das erinnert an Lotterien – und auch da geht das Geld ja irgendwo hin, darf man nicht vergessen) noch der politische Wille kommt, das Ausmaß der Katastrophe nicht wahr haben zu wollen (der Vergleich mit der japanischen Bankenkrise gefällt mir) – dann wird es erst richtig gefährlich.

    Die Fed und die US-Regierung haben doch lange zugesehen. Ich erinnere mich schon an Aussagen Anfang der 2000er, dass die USA ihren Aufschwung auf Pump organisieren. Das sind hunderte Millionen Menschen, die sowas wie bürgerliches Leben simulieren, sich verschulden und Häuschen bauen. Die werden dann mit billigen Krediten finanziert, damit das normale Konsumleben auch weitergehen kann. Profitiert hat man ja davon, oder war der Haushalt vor George Bush nicht sogar ausgeglichen?

    Im Grunde, so scheint es mir, bezahlen wir alle (vornehmlich natürlich die Amerikaner) das Abenteuer Irak – mit Zinseszinsen.

    ring2

    16. September 2008 at 8:12

  31. @Statler:

    „Du meinst die Flexibilisierung der Wechselkurse?“

    Ja, das Abkoppeln von der Gold-Nummer meine ich. Freu mich drauf, wenn Du wieder da bist.

    @Stefanolix:

    „Bei uns gibt es ja auch halbstaatliche (geförderte) Kredite für Wohneigentum. Ist das in etwa vergleichbar?“

    Meinst Du die KfW? Das ist rein staatlich, glaube ich.

    @Ring2:

    „Ich erinnere mich schon an Aussagen Anfang der 2000er, dass die USA ihren Aufschwung auf Pump organisieren.“

    Was ja so lange nix schlimmes ist, wie die Kohle auch „nachrückt“ … frage ich immer, wie es passierte, daß diese Überschuldung so heftig wurde. Das mit den Leuten, die in ihren Autos wohnen, das ist ja kein Witz. Ganze Viertel, wo alle Häuser zum Verkauf stehen. Ganz schön gruselig.

    momorulez

    16. September 2008 at 8:32

  32. Mit einer »Lotterie« habe ich es nicht verglichen. Ein Schneeballsystem ist etwas ganz anderes als eine Lotterie. Es ist ja nicht so, dass jede beteiligte Bank 50% Glücksspielsteuer abführen musste;-)

    Ich finde es gut, dass wir hier nach Informationen und sachlichen Argumenten suchen. In heutigen (lokalen und nicht unseriösen) Zeitungen finde ich sehr oft in der Überschrift Aussagen wie »EZB stellt den Banken Milliarden zur Verfügung«. Oft findet man selbst im Text kein Wort darüber, dass es eigentlich ein kurzfristiger Kredit ist, wie es Statler beschrieben hat. Es ist natürlich klar, dass dann Leute mit der Argumentation kommen: warum gibt es nicht auch 30 Milliarden mehr für unser Sozialsystem?

    Die KfW ist schon staatlich, aber sie vergibt AFAIK immer gemeinsam mit der Hausbank, so dass im Grunde eine Mischform entsteht.

    stefanolix

    16. September 2008 at 10:59

  33. „Oft findet man selbst im Text kein Wort darüber, dass es eigentlich ein kurzfristiger Kredit ist, wie es Statler beschrieben hat.“

    Stimmt. Ich hatte das auch als Geldmengenerhöhung verstanden.

    „Es ist natürlich klar, dass dann Leute mit der Argumentation kommen: warum gibt es nicht auch 30 Milliarden mehr für unser Sozialsystem?“

    Na, das ließe sich ja nun auch unabhängig von der EZB anders begründen 😉 …

    „Die KfW ist schon staatlich, aber sie vergibt AFAIK immer gemeinsam mit der Hausbank, so dass im Grunde eine Mischform entsteht.“

    Siehste mal, soweit bin ich gerade noch gar nicht.

    Aber liefern die aktuellen Vorgänge nicht sowieso ein gutes Argument für das Sparkassensystem, das ja meines Wissens von Brüssel gerade beschossen wird? Fällt mir bei „Hausbank“ gerade so ein 😉 …

    momorulez

    16. September 2008 at 11:31

  34. Okay, dann ganz schnell mal ein paar unsortierte Gedanken zu den verschiedenen Diskussionsträngen. 😉

    Ähnlichkeiten Deutschland und USA:
    Nicht wirklich. Die KfW ist eine relativ kleine, spezialisierte Bank, der auch relativ enge Grenzen (politisch) gesetzt werden, hinsichtlich ihrer Aufgaben. Mit Fannie und Freddie sah es anders aus, deren (politisch gewollte) Aufgabe war es von Anfang an, von den Geschäftsbanken, die mit den Kunden zu tun haben, Hypothekenkredite zu kaufen, um die Geschäftsbanken so mit neuem Geld zu versorgen, damit diese wiederum mehr Hypothekenkredite vergeben können. Fannie und Freddie waren sozusagen politisch installierte Subventionsagenturen mit dem Ziel, möglichst vielen Bürgern den Hauskauf zu ermöglichen. 2007 hatten beide Vermögenswerte von je rund 800 Milliarden Dollar in ihren Bilanzen. Das nur mal zur Größenordnung. Da kann man sich dann schon fragen, inwieweit die amerikanische Hypothekenkrise auch mit falschen politischen Entscheidungen zu tun hat, die das Marktversagen eingeleitet haben.

    Andererseits natürlich: Beide Organisationen gibt es seit über einem halben Jahrhundert, und neun Zehntel dieser Zeit gab es keine Hypothekenblase. Die Frage bleibt also, wieso das gerade jetzt toxisch wurde. Möglicherweise ist die Antwort, daß es gerade jetzt passiert, weil wir lange Jahre Niedrigzinspolitik und Kapitalströme in die USA hatten. Es war also außergewöhnlich viel überschüssige Liquidität auf der Suche nach Anlagemöglichkeiten.

    Das Leben der USA auf Pump:
    Ja, schon, das war in den letzten Jahren auch bei den Privatkrediten exzessiv. Andererseits wurde den USA das Geld gewissermaßen auch aufgedrängt. Ben Bernanke, der Fed-Gouverneur, vertrat schon als Professor in Princeton die „savings glut“-Hypothese, d.h. er glaubt, daß es in vielen schnell wachsenden Schwellenländern unterentwickelte Anlagemöglichkeiten gibt, so daß die Ersparnisse von dort zu einem großen Teil in die USA flossen, auch mangels profitabler Alternativen. Also wieder diese Geschichte: Viel Geld auf der Suche nach jemandem, der Zinsen dafür zahlt, und das führte dann eben möglicherweise auch zu diesen Exzessen bei Privatkrediten. Es gibt inzwischen einiges an Forschung, die diese Hypothese erhärtet. Von Ricardo Caballero und Ko-Autoren gab es dieses Jahr im American Economic Review ein ziemlich überzeugendes Papier, in dem sie sogar zeigen, daß die „globalen Ungleichgewichte“ von denen immer die Rede ist (also das hohe Leistungsbilanzdefizit der USA, und die damit verbundenen Kapitalströme in die USA) angesichts schnell wachsender Schwellenländer eigentlich ein Gleichgewicht darstellen, das sich auch auf absehbare Zeit nicht ändern wird. Die Frage ist jetzt natürlich, was aus diesem Gleichgewicht wird, wenn auch in den USA die hinreichend sicheren, profitablen Anlagemöglichkeiten weniger werden.

    Bretton Woods:
    Naaaaja, die Frage ist ja erstmal umstritten, inwiefern der Wechsel zu flexiblen Wechselkursen wirklich eine bewußte politische Entscheidung war. Man könnte das Bretton-Woods-System, also ein System mit fixen Wechselkursen und internationalem Goldstandard, ja auch als mehr oder weniger zufälligen Kollateralschaden des Vietnamkriegs sehen. Die USA haben den Krieg ja seinerzeit weitgehend über die Notenpresse finanziert, was dazu führte, die Golddeckung des Dollars irgendwann schlicht nicht mehr gegeben war. Es mußte zu einer Abwertung des Dollars kommen, dazu gab es beim britischen Pfund auch einen Abwertungsdruck, und all das hat letztendlich das System zusammenbrechen lassen. Der Schritt zu flexiblen Wechselkursen war dann in einem Währungssystem ohne Goldanker eigentlich einfach der logische Schritt. Insofern würde ich den Einfluß von Friedman et al. da gar nicht so hoch hängen. Ho Chi Minh hat Bretton Woods beerdigt. 😉

    statler

    16. September 2008 at 14:26

  35. Ho-Ho-Ho-Chi-Minh!

    Danke für all die Infos! Muß ich meinerseits erst mal sacken lassen!

    momorulez

    16. September 2008 at 14:38

  36. Ja, kompetenter, guter Beitrag, bin da ganz bei Dir.

    che2001

    16. September 2008 at 17:23


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