shifting reality

Es gibt kein richtiges Lesen im valschen!

Humor oder Hetze?

with 18 comments

Reportage oder Sketch

Immer wenn Antisemitismus im Spiel ist, wird die Bewertung so unsagbar schwierig.
Nicht die des Nazitölpels, die des Produzenten Mediums.

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Written by ring2

24. September 2008 um 22:40

Veröffentlicht in Aufklärung?

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18 Antworten

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  1. „Woran erkennt man einen schwulen Schneemann“ – Christian Ulmen als der moderne Till Eulenspiegel.

    http://www.myspass.de/de/ulmentv/knut/buergermeister/index.html?id=5133

    ring2

    24. September 2008 at 22:43

  2. Manchmal dauert das ja ein wenig, bis im Netz die Dinge so zu einem treiben. Und dann noch eine Weile, bis der Rest vorübertreibt.

    Inzwischen habe ich per Twitter erfahren, dass ulmen.tv tatsächlich einen dokumentarischen Hintergrund hat (keine Drehbücher) und dass der OB auch keiner mehr ist:

    @ring2 auf der pk haben sie gsagt, dass der ob mittlerweile längst abgedankt ist. der andere typ wird bestimmt noch im kiosk rumlungern 😉

    ring2

    25. September 2008 at 7:26

  3. Mir kam das eben beim Gucken auch eher vor wie der Einblick in manch echte, bayrische Seelen … dem Volk, wie’s wirklich ist, auf’s Maul geschaut. Also: Aufklärung.

    momorulez

    25. September 2008 at 8:44

  4. Ich bin mir da seit der Nierenshow ja immer so unsicher, der Christian Ulmen aber doch irgendwie Garant dafür, dass das auch stimmen kann.

    Erschreckend dennoch. Auf nach Rostock ;(

    ring2

    25. September 2008 at 8:47

  5. Das Hin und Her gerissen sein, kann ich gut nachvollziehen. Und bei mir hat sich das ehrlich gesagt auch nicht dadurch geändert, dass das nun dokumentarisch ist. – Genau, wie es umgekehrt, für den Fall, dass es gut wäre, auch ein Drehbuch haben könnte. Da kann ich nur auf Uli Seidl (Models, Hundstage, Import Export) verweisen.

    Es macht inhaltlich einfach keinen Unterschied, ob Fiktion oder „Echt“. Wie läuft so ne Szene ab: Da passiert was vor der Kamera und dann ist man (das ganze Team) sprachlos. Nicht, weil das irgend eine Qualität hätte, sondern einfach, weil es eben Krass ist.
    Es macht inhaltlich keinen Unterschied, ob Doku oder geplant, weil es am Schluss eben immer den Charakter des geplanten erhält, einfach deswegen, weil das ja nicht live ist, sondern weil dann eine Entscheidung getroffen wird. Nicht alles Material wird veröffentlicht – egal ob Spiel- oder Dokumentarfilm. Und genau dieser Auswahlprozess ist im Grunde ja nichts anderes, als ein nachträgliches Drehbuch.
    Es macht inhaltlich keinen Unterschied, weil die Qualität des Dokumentarfilms ja nicht darin liegt, dass er „echt“ ist, sondern darin, dass er „Geschichten“ anders erzählt als der Spielfilm.

    Jetzt kann man natürlich sagen: Es ist wichtig, dass gezeigt wird, was da „draußen“, auf der Straße so los ist. – Vor allem wenn es Krass ist, ist das ja auch das Motto der BILD. Ob man das mag oder nicht?

    P.S. Nur ein kleines Detail: Die Leute im Kiosk sprechen nicht bairisch … und nicht zuletzt deswegen verstehe ich den Titel auch nicht, außer dass da irgendein eingetretenes Klischee noch einmal bestätigt wird – und damit die Nähe zur BILD hat noch ein bisschen größer ist.

    christianK

    25. September 2008 at 8:58

  6. Das Problem sehe ich im Umfeld. In einer Magazinsendung, z. B. „Monitor“ oder „Panorama“, mit einer entsprechende Moderation, kann man diese erschreckende O-Töne zeigen. Im einem unterhaltenden Format, auch wenn es dokumentarisch ist, nicht.

    MartinM

    25. September 2008 at 11:28

  7. Macht das so nicht schlicht noch nervöser, ist beängstigender, als wenn es konventionell von eindringlich blickenden Monitor-Moderatoren erläutert wird? Im Grunde genommen sitzt doch so die Attacke gegen diese ganz harharhar-Verstöße gegen „Polictical Correctness“ von Schmidt über Mario Barth bis Pocher erst recht … wenn’s denn eine ist.

    momorulez

    25. September 2008 at 11:34

  8. Das Problem sehe ich im Umfeld. In einer Magazinsendung, z. B. “Monitor” oder “Panorama”, mit einer entsprechende Moderation, kann man diese erschreckende O-Töne zeigen. Im einem unterhaltenden Format, auch wenn es dokumentarisch ist, nicht.

    Dagegen halte ich mich Sacha Baron Cohen, wahlweise als Ali G., Borat oder Bruno.

    Oder das Top Gear America Special.

    Björn

    25. September 2008 at 12:34

  9. Abgestanden. Diese Judenwitze habe ich schon in den frühen 70ern auf dem Schulhof gehört. Also abgesehen von der Geschmacklosigkeit wundere ich mich, dass damit jemand sein Geschäft macht.

    chezweitausendeins

    25. September 2008 at 15:07

  10. @che das ist ja die Dimension, die ich gerne diskutieren möchte. Was erwarte ich von Ulmen denn? Aufklärung? Oder ist das geschickte Provo, um das Comedyformat zu verkofen?

    … oder wäre es angemessen gewesen, die Säcke als Nazis zu beschimpfen – gerne auch live on tape.

    Das übrigens @Björn wäre dann auch der Unterschied zu Borat oder von mir aus auch Eddie Murphy, wenn wir schon bei den späten 70ern sind.

    ring2

    25. September 2008 at 15:29

  11. @momorulez: *Macht das so nicht schlicht noch nervöser, ist beängstigender, als wenn es konventionell von eindringlich blickenden Monitor-Moderatoren erläutert wird?*

    Stimmt auch wieder. Das Beste ist es vielleicht, in solchen Fälle die Kamera auszustellen und die Aufnahme ungesendet zu lassen.

    Im übrigen bin ich den Meinung, dass jemand, der solche „Witze“ erzählt, einen Tritt in die Eier verdient. Gilt auch für Teenager auf dem Schulhof.

    MartinM

    25. September 2008 at 17:18

  12. … oder wäre es angemessen gewesen, die Säcke als Nazis zu beschimpfen – gerne auch live on tape.

    Das übrigens @Björn wäre dann auch der Unterschied zu Borat oder von mir aus auch Eddie Murphy, wenn wir schon bei den späten 70ern sind.

    Das ist aber wieder eine andere Form von Humor. Wenn du sowas machst wie der Ulmen da, oder Cohen als Borat, dann spielst du eine Rolle in der du dich so weit naiv gibst (oder selbst solche Tendenzen fütterst), dass die Leute bereitwillig diese Seite von sich zeigen, die sie sonst nie vor laufender Kamera rauslassen würden. Und die kannst du dann nur als Nazis beschimpfen, wenn du aus der Rolle rausbrichst. Nicht jeder ist Richard Pryor, nicht jeder ist George Carlin, nicht jeder ist Lewis Black.

    Natürlich, du kannst nach der Szene noch ein persönliches Statement tapen in dem du direkt kritisierst, was du eben gehört hast (und innerhalb der Rolle sagt er ja „Als hätte ich aus dem Klo gesoffen…“), aber ich denke, dass es für einen Komiker durchaus legitim ist sowas für sich stehen zu lassen und davon auszugehen, dass sein Publikum da seine eigenen Schlüsse zieht und die bloße Ausstrahlung von sowas (idiotischer Witze) nicht als Akzeptanz dieser Positionen ansieht, sondern das durchaus kritisch reflektieren kann (siehe auch die Kommentarsektion unter dem Ulmen-Video)…

    Björn

    25. September 2008 at 17:36

  13. @bjoern so isses

    ring2

    25. September 2008 at 23:10

  14. Das sind keine Bayern. Das sind Franken. Hört man am Dialekt.

    freiburgerthesen

    25. September 2008 at 23:45

  15. Ulmen tut da doch igentlich nix. Und so ein O-Ton ist alleine halt schon ein bisschen mau, oder? Und „krasse“ O-Töne gibt es da draußen so unendlich viele … und ich behaupte ganz dreist, dass jeder, der mal auf O-Ton-Jagd war keine andere Erfahrung gemacht hat als ich.

    Wenn so ein O-Ton aber lediglich etwas Bekanntes wiedergibt – und man ihn sendet ohne da noch irgend eine eigene Leistung beizusteuern, dann macht dieser O-Ton doch nix anderes, als das breitgetretene Bild der „Wirklichkeit“ noch ein bisschen breiter zu treten …

    Und in diesem einen Filmchen, sry, der trägt da zu nix bei. Und das mit Cohen vergleichen zu wollen, ich weiß nicht.

    christianK

    26. September 2008 at 10:09

  16. Und zu diesem Witz, mit dem Wachturm: Ich kenne den eigentlich in einem ganz bestimmten, sich wiederholdenen Kontext. Wenn da irgendjemand auf dem Schulhof anfing Holocaust Witze von sich zu geben, dann kam dieser „Witz“ mit einer unendlich lang hinausgezogenen „Pointe“ eines Schweigens, das für denjenigen, der da gerade noch Witze von sich gab unangenehm war – und dann, als die „Pointe“ kam, war das nicht so sehr der Moment des Lachens, sondern eher der Moment des: „Ja, die Witze sind irgendwie blöd.“

    christianK

    26. September 2008 at 10:15

  17. @christianK: Das ist doch blödsinn, zu behaupten, Ulmen hätte nichts dazu beigetragen. Das könnte man ja von jedem Reporter sagen, der einem auskunftswilligen das Mikro unter die Nase hält. Der Job besteht darin, die Leute kommen zu lassen. Vor einer Kamera. Guck‘ Dir mal nicht nur den Clip in dem Kiosk an, sondern vor allem auch den mit dem Bürgermeister von Chamerau. Ulmen hat das mit seiner Figur sehr wohl hingekriegt, all diese Aussagen entstehen und wirken zu lassen. Mach Du doch mal, wenn das so einfach ist,
    Und: Ulmen ist besser als Cohen – weil seine Figuren echter sind (suehe Uwe). Weil da mehr Raum für Subtilität und Charakter seiner Figuren bleibt, die sich vor allem durch ihre Tragik auszeichnen. Bei Cohen ist das eher clownesque.

    Ulli

    29. September 2008 at 22:23

  18. @Ulli:

    Das ist doch blödsinn, zu behaupten, Ulmen hätte nichts dazu beigetragen. Das könnte man ja von jedem Reporter sagen, der einem auskunftswilligen das Mikro unter die Nase hält. Der Job besteht darin, die Leute kommen zu lassen. Vor einer Kamera.

    Klar, kann man das von jedem Reporter behaupten. Man sollte das sogar von ihnen fordern. Ein O-Ton, zu dem ein Reporter (inhaltlich) was beigetragen hat ist nun wirklich nicht wünschenswert. Etwas anderes ist es dann allerdings, daraus eine Geschichte oder was auch immer zu machen.

    Guck’ Dir mal nicht nur den Clip in dem Kiosk an, sondern vor allem auch den mit dem Bürgermeister von Chamerau. Ulmen hat das mit seiner Figur sehr wohl hingekriegt, all diese Aussagen entstehen und wirken zu lassen.

    Hm, Du denkst wirklich, dass die O-Töne des Bürgermeisters ohne Ulmen alleine aneinander geschnitten nicht genauso funktionieren würden? – Die Vermutung, das beide Filmchen auch als reine O-Töne ähnlich funktionierten, wie mit Ulmen, war der Grund, weshalb ich behauptete, dass da Ulmen nix zu beiträgt.

    Mach Du doch mal, wenn das so einfach ist,

    Nun, das zieht mal gar nicht. Ich hab zwar noch nie im meinem Leben ein Ei gelegt, kann aber trotzdem recht gut sagen, welches Ei gut ist und welches nicht.

    Und: Ulmen ist besser als Cohen – weil seine Figuren echter sind (suehe Uwe). Weil da mehr Raum für Subtilität und Charakter seiner Figuren bleibt, die sich vor allem durch ihre Tragik auszeichnen. Bei Cohen ist das eher clownesque.

    Ich mag Dir das gar nicht nehmen, dass Du Ulmen besser als Cohen findest. Ob das aber deswegen ist, weil seine Figuren „echter“ sind. Ich weiß nicht, was soll denn das sein, dieses „Echte“? Ich kann mir unter diesem „Echten“ nix vorstellen. Und ich weiß auch nicht, ob die Echtheit ein Qualitätskriterium sein sollte/ist. Wenn das auf die Subtilität und Differenzierung des Charakters hinauslaufen soll, dann kann ich bei den beiden fraglichen Filmen lediglich recht ausgetretene Klischees sehen, die noch einmal bestätigt werden.

    christianK

    30. September 2008 at 7:49


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