shifting reality

Es gibt kein richtiges Lesen im valschen!

Der Zackenbarsch, der Zackenbarsch …

with 16 comments

… na, einen Reim kann sich ja jeder selbst drauf machen.

Bemerkenswerter Dialog im Thread des St. Pauli-Forums zu den „Vorkommnissen“ (laut Rostocker Funktionären ja „Nebensächlichkeiten“) in Rostock am Freitag:

 

Jeky: „Aber die Wechselgesänge „Wir haben einen Haßgegner..das sind die schwulen Hamburger“ mit reger Beteiligung, bin ich da auch empfindlich, Deiner Ansicht nach?“

Zackenbarsch: „Das ist eine (für mich) blöde Frage, auf die ich dir keine Antwort geben kann, die uns beide befriedigt. Natürlich bist du nicht zu empfindlich, und ich und viele andere singen sowas nicht mit (sehr viele tun es natürlich). Aber, und jetzt versteh mich bitte, bitte nicht falsch: Mir ist es momentan lieber, die Leute singen etwas, dass in Idiotenkreisen hoffähig als ‚reguläres‘ Schimpfwort ist, als offensichtlich nazistische oder antisemitische Scheisse.“

 

Womit Schwulenhaß als „in Idiotenkreisen reguläres Schimpfwort“ der nazistischen Scheiße sozusagen entronnen ist. Uff, Glück gehabt!

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16 Antworten

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  1. Wahrscheinlich sind auch „Nigger“, „Arschkapalke“, „Tucken und Itzigs raus“ völlig in Ordnung, weil Idiotenslang, und erst bei „Sieg Heil!“ wird´s ernst, oder so.

    che2001

    29. September 2008 at 16:05

  2. Solange Sie keine Bananen auf den Rasen werfen *und* schwule Sau rufen, ist das doch sowas wie Folklore.

    Bald gibt es in Rostock auch „Matjes mit Saures“-Städteführungen. Da fahren dann [Diskriminierungsfähige Menschengruppen einfügen]-verbände hin, um sich mal nach allen Regeln der ostdeutschen Slang-Kunst beschimpfen zu lassen.

    ring2

    29. September 2008 at 16:29

  3. Nehmt das nicht so ernst. In Sachsen ziehen Horden von Fußballfans durch die Bahnhöfe und skandieren über ihre Kontrahenten:

    In ihr’n Bäuchen stecken Messer,
    mit der Aufschrift »Wir sind besser«.

    Bei solchen Leuten setzt einfach nach dem Spiel für ein paar Stunden der Verstand aus, wie man an ihren entgleisten Gesichtern deutlich erkennen kann. Dann könnte man sie für Abschaum halten. Schon am Tag nach dem Spiel wollen sie es nicht gewesen sein und laufen mit ihrer Freundin an der Hand durch die Stadt.

    stefanolix

    1. Oktober 2008 at 7:19

  4. Sachsen ist nicht MeckPomm. Ich erinnere mich noch daran, in Stralsund von 17jährigen mit „Sieg Heil!“ und einer scharfen Pistole begrüßt worden zu sein, und auch an das große Erstaunen einheimischer Freunde, als wir die Jungs prompt anzeigten und sie auch sofort verhaftet worden.

    che2001

    1. Oktober 2008 at 7:24

  5. „Nehmt das nicht so ernst. In Sachsen ziehen Horden von Fußballfans durch die Bahnhöfe und skandieren über ihre Kontrahenten:“

    Ja, die „Kauft nicht bei Juden“-Typen einst meinten das ja auch gar nicht so und sind kurz darauf Händchen halten mit ihrer FREUNDIN am Landwehrkanal spazieren gegangen …. hättest Du jetzt wenigstens Freund geschrieben.

    Zudem gerade „Deine Dresdener“ Kurzmalzwischendurch-Faschisten, also die von Dynamo, sowat habe ich aus der Nähe betrachtet wirklich vorher und nachher nicht gesehen, und die singen kurz nach den istjanichtsoschlimm schwulen Hamburgern dann das „U-Bahn-Lied“, kennste das?

    Dieses Lied habe ich in anderer Form als Kind übirgens auch gesungen, das ha nun tatsächlich andere Konnotaionen:

    „Aus den Straßen fließt der Eiter
    der Verkehr geht nicht mehr weiter
    unter Buchen sitzen Kanben
    die sich köstlich daran laben.

    Aus den Fenster fliegen Tote
    schwarze, weiße und auch rote
    und es wird darum gebeten
    nicht darauf herumzutreten usw.“

    und, jetzt, wo ich das hier naiv aufschriebe, wo kommt das denn eigentlich her?

    momorulez

    1. Oktober 2008 at 9:06

  6. „und auch an das große Erstaunen einheimischer Freunde, als wir die Jungs prompt anzeigten und sie auch sofort verhaftet worden.“

    Das ist doch das eigentliche Problem. Der passiv desinteressierte Nährboden für solche Spacken.

    ring2

    1. Oktober 2008 at 9:16

  7. Ja eben. Bzw. völlig verängstigt. Die durchschnittlichen Stralsunder glaubten nicht daran, dass man da etwas machen könne und dass die Polizei überhaupt reagiert. Wir traten, als wir Anzeige erstatteten, aber als das auf, was wir waren, nämlich eine Gewerkschafterin, ein Anwalt und ein Journalist und sagten sofort, dass wir das an die ganz große Glocke hängen würden, wenn die Bande nicht dingfest gemacht würde.

    che2001

    1. Oktober 2008 at 9:29

  8. Wo kommt das her, Che?

    momorulez

    1. Oktober 2008 at 9:38

  9. Lieber Momorules, ich habe doch ganz eindeutig einen typischen Gesang trunkener Hooligans zitiert und keine politische Parole. Dass gegen Nazi-Parolen eingeschritten werden muss, versteht sich von selbst. Insofern schrieb ich von »Kurzmalzwischendurch-Hooligans« und explizit nicht von Rechtsradikalen oder Faschisten. Könnten wir das bitte trennen? In der Ablehnung von Faschisten sind wir uns einig.

    Nebenbei: Als neulich ein Kommentator bei uns im Blog das Wort »schwul« in negativer Konnotation verwendete, habe ich ihm sofort auf die Füße getreten, nachdem ich wieder online war. Ich finde solche unterschwellige Diskriminierung abstoßend, in welchem Gewand sie auch immer daherkommt.

    stefanolix

    1. Oktober 2008 at 9:48

  10. @che SIcher, bei meinem Erlebnis hatte ich Glück (das in Rostock vor ein paar Jahren: http://www.ringfahndung.de/archives/rotten-rostock/index.php) – aber das wirkt dann auch, wenn die Jungs merken, dass da jemand „konzentriert gegen den Ball arbeitet“, wie Stanii das nennen würde. Ist doch überall im Leben so.

    Und das ist eben der unerhörte Verdacht, dass Rassismus und Gewalt rechter Halbstarker (denn der Aspekt ist sicher dabei – und so ordne ich dann auch stefanolix „Nehmt das nicht so ernst.“ ein) dort auf fruchtbaren Boden fällt. Sicher, der (fiktive) Werftarbeiter und Versicherungsmakler in Malchow wird nicht gegen Inder prügeln. Aber so schlimm findet er das denn auch nicht, wenns passiert.

    Die Differenzierung ist so schwer – und die grölende Menge abseits der E-Blocks und wie die alle heute heißen, die eigentliche Sauerei.

    Gerade am Tag der deutschen Einheit muss man konstatieren, dass die Idee des Grundgesetzes nicht überall angekommen ist. Dummerweise gilt das auch für weite Teile Ostfrieslands, Hessens und in Bayern 😉

    ring2

    1. Oktober 2008 at 9:57

  11. @Stefanolix:

    Das weiß ich doch, aber gesteh mir zu, daß:

    „Wir haben einen Haßgegner..das sind die schwulen Hamburger”

    nicht irgendwas Besoffenes zwischendurch ist, sondern eine faschistische Parole.

    momorulez

    1. Oktober 2008 at 9:58

  12. Gestehe mir dann bitte auch zu, daß ich aus Dresden nicht wegziehen möchte, auch wenn solche Idioten den Namen Dresdens beschmutzen. Ich ärgere mich sowieso fast an jedem Wochenende darüber, dass man das Stadion nicht außerhalb Dresdens auf den »Heller« gebaut hat.

    stefanolix

    1. Oktober 2008 at 10:30

  13. „Gestehe mir dann bitte auch zu, daß ich aus Dresden nicht wegziehen möchte,“

    Sowieso! Ist ja auch gut, daß es da auch Leute wie Dich gibt! Ich mag Dresden sehr, das ist ’ne spannende Stadt.

    Dieser Fussballverein dort ist trotzdem ganz übel …

    momorulez

    1. Oktober 2008 at 10:32

  14. Warum diese Web site haben nicht andere Sprachunterstützung?

    ingiltere vizesi

    4. Oktober 2008 at 10:30

  15. Keine Ahnung – wordpress fragen?

    momorulez

    4. Oktober 2008 at 11:47


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