shifting reality

Es gibt kein richtiges Lesen im valschen!

Hamburger Wetter

with one comment

Wenn jemand den Himmel betrachtet und zu mir sagt: „Ich denke, es wird bald regnen, also bin ich“, dann verstehe ich ihn nicht.

Soll Ludwig Wittgenstein gesagt haben, in einer Diskussion in Oxford. Wahrscheinlich verstand er das nicht, weil das ein Tag wie heute in Hamburg war und es schon längst geregnet hat. Was gerade für jene auf der Gegengerade und auf den Stehplätzen in der Nord wohl als fortgesetzt selbstreferentieller Existenzbeweis wirkte: Höchsten Respekt und tiefste Bewunderung für jene, die ihr Fleisch und ihre Knochen da mehr als 2 Stunden in’s konstante Nass stellen. Wo ich schon auf der Haupttribüne mich wegen eines kurzen Fussmarsches anwitzeln lassen mußte, wo ich denn meinen Föhn gelassen hätte.

Und dieser Bengel mit der hübschen Lederjacke am Bierstand, der behauptete, er sei seit 3 Tagen in Hamburg und es habe fortwährend nur geregnet, sich ein „Du lügst!“ im Chor der Bierausschanksbediensteten anhören mußte.

Als wäre nicht selbst auf den Balearen der Oktober der regenreichste Monat, wie ich 1990 erfahren durfte, als ich am 3. Oktober, vor ihm flüchtend, dann ausgrechnet in Arenal (blöde Idee) mich wieder fand, zum Glück mit holländischen Omis am Pool und nicht am „Ballermann“: Sogar Hotels mußten evakuiert werden angesichts der damaligen Jahrhundertgewitter. Sahen aber cool aus, so vom Hotelfenster betrachtet mit ordentlich Brandy im Blut und „Lay all your love on me“ von ABBA im Ohr.

An diese Szenerie dachten dann wohl auch unsere Spieler heute, als sie sich nach dessen magischer Tanzeinlage alle auf Goofy warfen:


Quelle: ring2

Ja, für Mitblogger aus der Region tut das weh kurz vor Ende, so’n 0:5 auswärts ist ja nicht schön, wir kennen das ziemlich gut, aber ausgerechnet gegen Koblenz, kicher, auch noch gleich um die Ecke, hihihi, na, lassen wir das: Also, der Marius Ebbers, der guckt ja immer so, als könne er kein Wässerchen trüben, aber das ist ja doch ’ne verdammt coole Sau! Wie auch der Matze Hain, der jedes mal „It’s raining man“ im Ohr hatte und davor weg (hält ja kein Mensch mehr aus, das Lied) zum Ball lief und sprang, wenn er ’ne Glanzparade hinlegte wie andere ’ne Sohle auf’s schlüpfrige Parkett: Wow!

Daß es ihn dann einmal von hinten in den Mann trieb, okay, das kann schon passieren, wenn man ausgerechnet die „Weather Girls“ – wider Willen! – vor sich hinsummt, die ich ja mindestens schon 22 mal bei irgendwelchen Homo-Events gesehen habe.

Die Melancholie des so wundervollen „Here comes the rain again“ der noch viel wundervolleren Annie Lennox wollte auch nicht so recht aufkommen, eher schon das hymnische Purple von Princes Rain, von dem es ja nix bei Youtube zu gucken gibt, deshalb hier ein ganz hinreißendes Karaoke-Video. Niedlich. Süß.

Il y avait quelques gens, qui avais le chanson de Dalida dans leurs yeux oder so (fuck the richtige Schreibweise, auf Schüleraustausch war das ja auch egal und trotzdem Völkerverständigung) nach dem Spiel, ja, es war spannend, es war toll, es war mitreißend, und ich bin ja heute nur so frankophil, weil es gestern ein ganz wundervolles Jacques Brel-Portrait auf ARTE gab, aber würde ich jetzt noch mehr von dem verlinken, dann würde das wohl die Stimmung verhageln.

Das mit Zeiger der Kirchturmuhr, der von Strich zu Strich zu Strich rückt (Hanne Wieder kennt ja auch wieder kein Schwein, dabei hat die das wundervolle „Ein Neandertaler, ein Neandertaler, den ich kämmen kann auf seinem Schulterblatt, ein Neandertaler, ein Neandertaler, der so’n richtigen Meisterringerkörper hat!“ gesungen), das hatten wir zwar schon heute nachmittag schon („Immer warten nur die Leute auf den Ball, die wirklich lieben!“ hat er vor allen beiden Toren gesagt, der Ebbers, habe ich Lippenleser genau erkannt!) , aber der Zeiger war wirklich immens wichtig für’s Spiel: Immerhin fielen die Tore für uns in der 2., 45. und 46. Minute, cooles Timing, aber man stelle sich nur mal vor, der Herr Brych, der immer pfeift, sobald jemand umfällt, ganz egal, warum der fällt, hätte einfach 2 mal 2 Minuten später an- und einmal eine Minute früher abgepfiffen, dann hätten diese Aachener mit den sexy gelben Socken 2: 0 gewonnen!

Zum Glück hatte der Brych seinen i-Pod nicht dabei, sonst hätte er wie sonst immer vor jedem Spiel noch Jermaine jackson & Pia Zadora gehört, so zum warm machen, auf die steht der nämlich, dann hätte er dem Machwerk noch gelauscht, während doch eigentlich schon die Tore fallen sollten, und alles wäre ganz anders gekommen!

Das ist aber ja das Schöne am Leben: Alles fließt, man steigt niemals zwei Mal in den selben Fluß, und irgendwann begräbt man dann sein braunweißes Herz an der Biegung des Flusses „Elbe“ und hat noch immer – Mist, geht auf’s Textende zu, dabei muß ich doch noch irgendeine Hommage an den Hoilett loswerden, meine Güte, wat’n Wiesel im Bachgeriesel des Fußballspiels, aber Madonnas „Rain“, nee, das habe ich ja noch nie gemocht, das kann ich ihm doch nicht antuen – ach, dafür kriegt er das, obwohl’s ja nicht wirklich paßt. Aber immerhin hat er maßgeblich dazu beigetragen, den Aachenern ein One Way-Ticket to the Blues zu verpassen – yeah!

PS: Eigentlich wollte ich ja den Text auf meinen Erinnerungen an das Mega-Dance-Festival in Dühren und meine Begegnung mit Stella Getz dort aufbauen, nun erwarte ich aber ein Dankeschön dafür, daß ich’s nicht tat, die Musik-Verlinkungen hätte KEIN MENSCH durchgestanden 😉 …

Advertisements

Written by momorulez

6. Oktober 2008 um 0:05

Veröffentlicht in Fussball

Tagged with

Eine Antwort

Subscribe to comments with RSS.

  1. Der Regen gestern war so einer, der das ganze Kleiderwerk durchwirkt. Auf dem Platz müssen die schon nach 30 sec. klitschenass gewesen sein. Das kann richtig Bock machen, wenn man da über den Rasen peitscht, eingeölt vom Hamburger Wetter und rutschend auf der Grasnarbe.

    Anders kann ich mir den Mut des Alexander Ludwig gar nicht vorstellen, so einen Querschläger volley zu nehmen.

    Da macht der Regen, der dann Ball, Luft und Fuß umwebt, was er will!

    ring2

    6. Oktober 2008 at 7:44


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s