shifting reality

Es gibt kein richtiges Lesen im valschen!

Wir Effekte der Kulturindustrie

with 26 comments

„Während der Fernsehunkundige wegen seiner verpassten Bildung noch mehr Tränen vergoss, stimmten wir einen weiteren Klassiker an: „Es gibt ein neues Fruchtbonbon / Sugos von Suchard / Brave Kinder kennen’s schon / es schmeckt wunderbar.““

Gibt ja Arschlöcher, die uns als „Generation Golf“ verunglimpfen wollten. Gut, des Arschlochseins ist der Mann mittlerweile enthoben, schreibt ja gelegentlich ganz vernünftige Sachen mittlerweile, aber isses so, daß Fernsehen schon so frühzeitig als Amme uns mit Spruch- und Liedweisheit nährte?

In der Tat freue ich mich immer, wenn der „Bonanza“-Song aus meinem i-pod dringt, war Little Joe doch eine meine frühesten erotischen Fantasien. Und der drüben bei der taz zitierte „Hustinetten-Bär“, den kann ich auch noch mitträllern, ansonsten schoß mir soeben als erstes „Spiel, Spaß, Spannung, Yogurette“ durch den Kopf und „Das schwimmt sogar in Milch!“. Nicht zu vergessen „Wer wird denn gleich in die Luft gehen“.

Aber sonst? Gähnende Leere. Kein Werbesong steigt spontan in mir auf. Den „Heidi-“ und den „Biene Maja“-Song, die könnte ich wohl noch mitsingen, ebenso „Fiesta Mexicana“ von dem armen Rex Gildo, aber warum zum Teufel fällt mir gerade keine Werbung ein? Alzheimer? Isses schon so weit?

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Written by momorulez

10. Oktober 2008 um 9:25

26 Antworten

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  1. Süß!

    😀

    Kommt, ihr Heten, jetzt müßt ihr aber auch die bezaubernde Jeanny auspacken oder sowas! „3 Engel für Charlie“?

    momorulez

    10. Oktober 2008 at 9:47

  2. Aktuell finde ich Song und Optik des „Kinder Bueno“-Spots geradezu bezaubernd. Nur wenn am Schluß das Produkt gezeigt wird und die Stimme aus dem Off „Kinder Bueno“ sagt, dann ist alles zerstört.

    Nörgler

    10. Oktober 2008 at 10:04

  3. Ist die „Generation Golf“ nicht etwas jünger als wir? Ich dachte, das sind die aktuell 30-40 Jährigen.

    @auspacken: Suzy Q fiele mir ein oder Prinzessin Leia.

    che2001

    10. Oktober 2008 at 10:13

  4. Na, Generation Golf steht für die, die in den 80ern jugendlich waren, dachte ich immer … ich wurde 1980 14, dann fiele ich doch schon noch darunter?

    Prinzessin Leia? Kenne ich gar nicht ..

    MomoRulez

    10. Oktober 2008 at 10:26

  5. Gemeint sind die 1965 bis 1975 Geborenen las ich gerade. Wir werden also gewissermaßen gestreift. Wobei mein Lebensgefühl ja deutlich „älter“ ist als Deins 😉

    Prinzessin Leia: Star Wars!

    che2001

    10. Oktober 2008 at 10:48

  6. Bin ’66 geboren, da werde ich nicht nur gestreift!

    Die „Star Wars“-Jungs fand ich immer unsexy … dafür schwirrt mir jetzt die ganze Zeit „Kim aus Kopenhagen“ durch den Kopf, den finde ich aber nicht bei Youtube …

    MomoRulez

    10. Oktober 2008 at 11:02

  7. Ich hingegen habe 68 noch mitbekommen, wen auch aus Kleiner-Junge-Perspektive. Die Fernsehbilder der Panzer in Prag und ein Vietnamese, dem US-Soldaten mit dem Messer den Bauch aufschneiden gehören zu meinen frühesten Lebenserinnerungen überhaupt. Insofern ist das, was der Illies mit dem „Generation-Golf“-Lebensgefühl beschreibt ziemlich weit von mir weg.

    che2001

    10. Oktober 2008 at 12:07

  8. Ich kenn‘ Generation Golf nur aus dem „Werner“-Comic und da hieß das „Golf schreddern“ oder so.

    jolly rogers

    10. Oktober 2008 at 12:37

  9. Das heißt ja, Du kennst den Hintergrund von rebellmarkt auch nicht?!

    Letztlich arbeitet Don sich nämlich hieran ab, bzw. an konkreten Lebenserfahrungen, die etwas mit den Mythen um diese hier zu tun haben.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Generation_Golf

    che2001

    10. Oktober 2008 at 12:48

  10. Hm. Was bin ich denn dann nun? Generation Golf oder Generation X? Ich kann’s mir aussuchen! (Dezember 1975 ist nun wirklich die Grenze!)

    Karsten

    10. Oktober 2008 at 14:42

  11. Alle Welt meint, auch Wikipedia, dass Illies die „Generation Golf“ erfunden hätte. Der Begriff „Generation Golf“ ist aber der Claim der Werbung für den Golf IV, die im Sommer 1997 anlief. Illies hat das nur für sein Buch übernommen.

    Na ja, es meinen ja auch alle, „Anjatanja“ sei vom Knüwer.

    Nörgler

    10. Oktober 2008 at 15:27

  12. Frühe Fantasien in unserer Generation, das heißt ja auch bei den „Heten“ oft amerikanische Fernsehserie.

    bspw. die heute leicht steif wirkende Heather Locklear:

    … und der heisseste Feger der gesamten 80er Jahre, schon wieder eine Heather: Heather Thomas.

    … ich weiss noch, bei meinem USA-Austausch wohnte ich im Zimmer des 14-jährigen Sohnes. Der hatte das Bikini-Motiv von Heather in Überlebensgröße über dem Bett hängen.

    „blown up for Raquel Welsh“ 😉

    … ach und wo ich gerade so schön dabei bin. Die erste Fantasie war wohl Lynda Carter (Wonderwoman).

    @momo was war denn mit des Dukes of Hazzard. Die Jungs haben da in der Serie ja den way cooleren part gespielt.

    ring2

    10. Oktober 2008 at 16:27

  13. Kein Werbesong steigt spontan in mir auf. Den “Heidi-” und den “Biene Maja”-Song, die könnte ich wohl noch mitsingen, ebenso “Fiesta Mexicana” von dem armen Rex Gildo, aber warum zum Teufel fällt mir gerade keine Werbung ein?

    Paßt doch, Werbung sollte doch immer auf Schleichfahrt, nie bewußt erinnert, aber jederzeit bereit, zu feuern, wenn sich das Produkt irgendwo zeigt. Anstrengungslose Identifikation, Erinnerung ohne Belastung, die Schläferzelle des Konsumterrors.
    Wäre jedenfalls so mein Ideal, wäre ich Werber. Bin ja mal gespannt, was das/die Originale dazu sagen.
    Interessant ja auch, wie bekannt einem die Typen „aus der Kaffeewerbung“ noch sind, obwohl die ja wirklich Jahrelang weg waren und man in der Zwischenzeit bestimmt nicht jeden Tag an diese Spots gedacht hat.

    @Kinder Bueno:

    Auch interessant, bestand das Konzept der Ferrero-Werbung doch lange Zeit darin, bis an die Schmerzgrenze zu nerven, wohl um dem Kunden beim Einkauf das Gefühl zu vermitteln: Siehst Du, Du kaufst uns TROTZDEM. *So* gut sind wir! Oder, wie mal jemand in einer Dr.-House-Folge über ebendiesen sagte: „If you’re that big a jerk your either really good or unemployed.“
    Aber die Fernandes ist auch nicht so meins, trotz weitgehender Heterosexualität. Dann doch lieber Little Joe. (MR, der junge Harrison Ford gefällt Dir also nicht? Verstehe ich nicht, muß ich aber ja auch nicht… 😉

    David

    10. Oktober 2008 at 16:52

  14. In Sachen „Werbesongs“ fallen mir da spontan die Levis Werbungen ein, die imho das erste Mal alte 60er Hits mit einer Markenbotschaft verknüpft haben.

    Hier übrigens noch ein Link zum Thema: Mann in der Werbung
    http://www-users.rwth-aachen.de/Matthias.Wieser/whataman/ZPGeschichte-Der-2.html

    ring2

    10. Oktober 2008 at 17:10

  15. @noergler – du meinst sicher „Tanja-Anja“ 😉

    ring2

    10. Oktober 2008 at 17:12

  16. „Dukes of Hazzard“? Kenne ich nicht … und bei den Jeans-Werbungs-Songs erinner ich vor allem an einen Spot mit Nick Kamen im Waschsalon, der dann ja auch ganz schreckliche Musik rausgebracht hat, aber denkste, der Song fällt mir ein? Und später Brad Pit, aber da war ich ja fast 30, das gilt nicht …. Und wer ist „Tanja-Anja“? Und war Florian Illies nicht der VW-Werbespot-Claim-Erfinder damals? Und was macht ein Jerk? 😉 – und nee, der junge Harrison Ford, das war irgendwie nix.

    Kurioserweise fiel mir aber jüngst wieder ein -warum nur? – , daß damals, als ich Krabat gelesen habe und dieses Buch wirklich heiß und innig liebte, ich mir den Krabat immer als meinen damaligen Schul-Schwarm vorstellte, ging also auch andersrum 😉 …

    momorulez

    10. Oktober 2008 at 18:15

  17. Das war’s!

    momorulez

    10. Oktober 2008 at 18:41

  18. Im Original aber Anja-Tanja, und entstanden in einem Trialog zwischen Nörgler, Hans Meise und mir auf dem Blog Dotcomtod im Jahr 2003, created by Nörgler.

    Generation X: Müsste ich altersmäßig eigentlich sein (Anfang 60er geboren), empfinde dasCoupland-Buch aber schon als entschieden nach mir und fürchterlich postmodern. Also, vom Lebensgefühl her bin ich vor denen.

    che2001

    10. Oktober 2008 at 19:06

  19. seltsam, aber ich erinnere mich noch sehr gut an diese werbung, die von euch großintellektuellen keiner mehr auf dem radar hat obwohl sie damals revolutionär war:

    jolly rogers

    10. Oktober 2008 at 23:12

  20. ps: was illies mit seiner generation golf hervorbrachte, ist ein scheißdreck gegen das was charles wilp für die popkultur geleistet hat. (wollte ich nur hinzufügen).

    jolly rogers

    10. Oktober 2008 at 23:17

  21. Die erste Gelegenheit, bei der ich den Begriff „groovy“ kennenlernte, war eine Werbung für einen Schoko-Riegel, die drei Hippies zeigte, die sagten „Top Set ist groovy!“, und ein Zottelfreak hing kopfunter von der Decke und sagte: „Hallo! Ich heiße Hase. Ich bin groovy!“

    Das muss so 1971 gewesen sein.

    che2001

    11. Oktober 2008 at 8:58

  22. @Jolly:

    Wollte ja auch gar niemand nun ausgerechnet dieses Drecksbuch „Generation Golf“ hier promoten, der Begriff ist doof, und das war letztlich der Anfang allen Übels in der Selbst-Thematisierung der BRD mittels RTL-80er-Show und ähnlichem Mist ….

    Aber der Wilp, der ist doch so kanonisiert, der kann gar nicht bedeutend gewesen sein 😉 ….

    @Che:

    Ich glaube, ich habe „groovy“ erstmals in dem Simon & Garfunkel-Song gehört …

    momorulez

    11. Oktober 2008 at 9:41

  23. In welchem, die haben meines Wissens nicht nur einen gemacht?

    che2001

    11. Oktober 2008 at 10:08

  24. momorulez

    11. Oktober 2008 at 11:14

  25. Den habe ich vor lauter Boxer, Scarborough Fair, Bridge over troubled Water usw. ganz verdrängt. Bei mir im Hintergrund läuft übrigens gerade Joan Baez.

    che2001

    11. Oktober 2008 at 15:16

  26. Ach, meine Joan Baez 😉 …. seufz. War schön am Mittwoch. Und gestern abend erfuhr ich nebenbei, daß ausgerechnet „Judas Priest“ „Diamonds & Rust“ gecovert haben, wußte ich gar nicht …

    momorulez

    11. Oktober 2008 at 16:38


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