shifting reality

Es gibt kein richtiges Lesen im valschen!

Von wegen „Generation Golf“ …

with 50 comments

… also, so ich jetzt, hier jetzt im 80er-Retro-Blog „Shifting Reality“, das stets dem Motto folgt  „Wir vergewissern uns selbst unserer selbst durch Youtube verlinken“ , frisch restalkoholisiert nach einer wundervollen Finissage von Feinkunst Krüger im Westwerk gestern abend, lange nicht so viel getanzt, ja, und die Menschen kreischten und jubilierten, als der DJ/VJ dann Jackson 5 spielte, gingen ab zu Cypress Hill und euphorisierten sich selbst zu Blur (was ein großartiger Song, G. meinte nur lakonisch „… und was haben wir? Tomte!“) – der Mann am Laptop projizierte die wundervollen Clips auf weißgetünchte Mauern, und da war’s ja klar, daß neben Elvis, den Zombies, AC/DC und Dirty ‚Ol Bastard auch die Eighties, die wahren, guten und schönen Eighties an die Wand geworfen wurden.

Es liefen Jungs herum mit Frisuren von ’81 und schwarz/weiß-Diagonale auf dem T-Shirt, dabei waren die da noch nicht mal geboren, und konnten die Rhythmen von The Smiths bedingt nur mit Fuß und Hüfte erfassen, ist ja ’ne ganz andere Körperkultur heutzutage, ich kam mir vor wie das Original, als ich tanzte, und dann grooveten The Specials (okay, ’79), Madness, Joy Division (okay, auch ’n Tick früher), The Jam (ja,ja, aber die 80er gingen halt so ’76, ’77 los und hörten ’88 auf), The Cure da durch die Hallen, auch Salt’n Pepper mal wieder zu hören, zu sehen, zu fühlen, ach, war dat schön! Ja, sowas waren die Achtziger und nicht dieser ganze Geißen-Dreck!

Schade, daß man danach gar nicht in’s Subito weiter ziehen konnte, da ist jetzt ein Baby-Bekleidungs-Geschäft drin, kaufte neulich was für ’ne Freundin dort, fragte noch „Kannten Sie das, als es noch das „Subito“ war?“, und da sagt die Junge an der Kasse doch glatt „Nee, so alt bin ich noch nicht …“. Egal. Fight The Power. Paßt zwar nicht zum Subito, aber Eklektizismus ist Freiheit.

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Written by momorulez

11. Oktober 2008 um 11:12

50 Antworten

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  1. Da bin ich voll bei Dir, auch wenn ich diese Art Musik erst in den 90ern kennenlernte. 80er, da hörte ich noch Doors, TonSteineScherben, Swinging Mescalero, Metal und Bruce Cockburn oder Bryan Adams (der übrigens seine Gitarre als six stringed gun bezeichnete).

    Anyway, das hier muss dann auch sein

    http://de.youtube.com/watch?v=Ucu7gTv8ZRs

    http://de.youtube.com/watch?v=dCD2BKIuFOk&feature=related

    http://de.youtube.com/watch?v=WhCD485TY-A&feature=related

    chezweitausendeins

    11. Oktober 2008 at 15:46

  2. Bryan Adams????????????????????????????

    momorulez

    11. Oktober 2008 at 16:35

  3. Was ist daran so merkwürdig?

    chezweitausendeins

    11. Oktober 2008 at 16:54

  4. Es gibt wenig Schlimmeres als Bryan Adams in der Rock’n’Roll-Geschichte ….

    momorulez

    11. Oktober 2008 at 17:02

  5. Magst Du so finden, ich finde den gut.

    chezweitausendeins

    11. Oktober 2008 at 17:46

  6. Ich weiß nicht, was das Schlimmste ist, aber das Beste in der Geschichte des Rock’n’Roll waren die Rock’n’Roll-Krawalle Mitte der 50er. Als zB Bill Haley nach Hamburg kam, war am Ort der Veranstaltung hinterher kein einziger Stuhl mehr heile.

    Nörgler

    11. Oktober 2008 at 17:55

  7. @Che.

    Das ist KEINE Geschmacksfrage … blamier uns hier mal nicht. Diese Musik ist das GRAUEN, das nackte.

    @Nörgler:

    Conny Froboess, die, glaube ich, beim Bill Haley-Konzert in Berlin dabei war, hat mir das mal aus erster Hand erzählt 😉 … und in den USA gab’s ja damals sogar Krawalle, als „Rock around the Clock“ bei „Blackboard Jungle“ einfach nur unter dem Abspann lief.

    momorulez

    11. Oktober 2008 at 18:05

  8. @Momorulez, in Musikfragen bist du ein echter Stalinist 😉

    Ich kenne von Bryan Adams ganze 2 Songs, Summer of 69 und Kids wanna Rock, aber so mit 20+ durfte Ersterer bei mir auf keinem Tape fehlen.

    chezweitausendeins

    11. Oktober 2008 at 18:11

  9. Neeneenee, das ist keine Frage von Stalinismus oder auch nicht, sondern von gutem versus schlechtem Leben 😉 … kann ja extrem viel ertragen und auch verteidigen, gerade gestern abend fast einen Streit mit ’nem „Hamburger-Schule“-Musiker vom Zaun gebrochen, weil er Style Council indiskutabel fand (wobei meine Begleiterin hinterher meinte, ich hätte den falsch verstanden, der hätte sagen wollen, Style Council wären großartig, gar eine Diskussion, war also ein wenig wie mein Diskussionsverhalten hier im Blog manchmal 😀 ), ABER: „Summer of ’69“ wurde neulich am Millerntor völlig zu recht grandios ausgepfiffen … das ist einfach finsterster Schweinerock.

    Ist sowas nicht eigentlich was für Dich?

    momorulez

    11. Oktober 2008 at 18:29

  10. …. und das hier für mich:

    Großartig.

    momorulez

    11. Oktober 2008 at 18:41

  11. „Summer of ‘69″ wurde neulich am Millerntor völlig zu recht grandios ausgepfiffen … das ist einfach finsterster Schweinerock.“ ist natürlich eine stringente, musiktheoretisch komplexe und argumentativ breit angelegte Begründung.

    Nö, Hurricane Carter ist schnarch, der untere Dylan hingegen tatsächlich großartig.

    chezweitausendeins

    11. Oktober 2008 at 18:49

  12. „ist natürlich eine stringente, musiktheoretisch komplexe und argumentativ breit angelegte Begründung.“

    Das ist ja auch keine wissenschaftliche, sondern eine wahre Behauptung. Und jetzt über „Summer of ’69“ eine „argumentativ breit anglegte Begründung“ aufzufächern, das läßt der Gegenstand schlicht nicht zu …

    Ich finde das „Hurricane Carter“ schon cool, muskalisch wie auch die Art, wie er eine hochpolitische Geschichte in ’nem Song erzählt.

    momorulez

    11. Oktober 2008 at 19:01

  13. Ach so, nur eine wahre Behauptung, na dann…

    chezweitausendeins

    11. Oktober 2008 at 23:51

  14. @che, das ist doch nicht schwer zu verstehen (das mit dem Schweinerock ;-). Mein Tipp, probier es mal mit dem Boss, der ist wenigstens noch diskutabel (an meiner Jeansjacke hängt noch ein wenig von dem dran – nicht wieder gewaschen seit 1989 😉 – so im Sinne von der sichtbaren, musikalischen Ebene von „white trash“-Lebensgefühl in den USA.

    ring2

    12. Oktober 2008 at 11:02

  15. Na, was das „diskutabel“ angeht, gilt der vielen meiner Freunde wegen „Born in the USA“ als der letzte Nazi, was ich allerdings nicht so sehe.

    chezweitausendeins

    12. Oktober 2008 at 11:09

  16. Aber das ist es doch gerade, was The Boss diskutabel macht. Das er umgedeutet wird von Teilen der Zielgruppe, die er in seinen Videos anspricht. Nee, der Mann ist kein Nazi, sicher nicht. Selbst wenn, wäre seine Fähigkeit, das dann mit dem großen Gefühl der weissen amerikanischen unteren Mittelschicht zu Welthits zu verschmelzen ein interessanter „diskutabler“ Pop-Diskurs.

    Eben, versuch das mal mit Bryan Adams!

    ring2

    12. Oktober 2008 at 11:28

  17. „Der Boss“ hat sich einst massivst dagegen gewehrt, z.B. vom ollen Reagan instrumentalisiert zu werden – und alleine wegen dieses Konzerts in Ost-Berlin, als allesamt „Born in the USA“ mitgesungen haben und einfach klar war, daß dem die Mauer nicht standhält, ist der eben ein ganz anderes Kaliber als dieser seichte Akustik-Müll von Herrn Adams. ich meine, sowas ist schon groß:

    Wenn schon, dann doch lieber Ryan Adams, zumindest die „Songs from Hell“ oder wie die beiden Alben auch immer genau heißt sind ja schon extrem großartig!

    momorulez

    12. Oktober 2008 at 12:05

  18. Ich weiß, dass der sich massivst gewehrt hat. Ich schrub ja auch „was ich nicht so sehe“. Wobei in „Born in the USA“ ja die Verbitterung und Enttäuschung des Frontheimkehrers zum Ausdruck kommt, das Gefühl des Nirgendwo Hingehörens. Ein befreundeter Anglist meinte damals, er würde aus dem Song so eine „Ihr Zivilisten seid alles Wichser“-Haltung heraushören, aber aus dem Songtext erschließt die sich mir nicht. Natürlich ist Springsteen musikalisch ein völlig anderes Kaliber als Bryan Adams. „Summer of 69“ habe ich damals auch nicht ständig gehört, weil das ein musikalisch besonders tolles Werk wäre, wobei ich damals diesen pathetischen Gitarrenrock, heißt das nicht Stadionrock? gerne hörte und mir dafür den Vorwurf einhandelte, ich höre Manta-Fahrer-Mucke, aber der Mantawitz wurde ja auch von Mercedesfahrern erfunden. Nein, aber bei Summer of 69 beschwor Adams mit Verve und Pathos das Feeling der späten 60er, die er selber aus der Perspektive des Jugendlichen in einer Schülerband mitbekommen hatte und sang retrospektiv, dies sei die beste Zeit seines Lebens gewesen. Für mich steckte da eine Vision drin, die Revolte der late sixties wiederaufnehmen oder fortsetzen zu wollen, und ich als Student in de Achtzigern in einer damals sehr Sex-and-Drugs-and-Rock´n Roll mäßigen linken Szene, das passte alles. Ich erlebte ja die Zeit der großen anti-AKW- und Friedensdemos, Umsonst&Draußen-Konzerte und Straßenfeste, Volkszählungsboykott und Häuserkämpfe als eine Art Revival der 68er Bewegung. Wir betitelten ja sogar unser Wahlprogramm zum Fachschaftsrat mit „Die Erblast der 68er“.

    chezweitausendeins

    12. Oktober 2008 at 14:14

  19. Das ist ja genau das Schlimme an Bryan Adams – nicht an Deiner Art, ihn zu hören -: Das ist wie wenn Udo Jürgens gegen Nationalismus sang, wenn der Adams Dorfdiscoheadbangingmäßig (nix gegen Dorfdiscoheadbanging im Allgemeinen, aber zu dem schon) im Grunde genommen ’69 nostalgisch beschwört, damit’s auch ja da bleibt, wo’s aufgehört hat, was zudem ja eher der Zeitpunkt war, als es umkippte, wann war noch Altamont?

    Wenn das jetzt wenigstens ein Lied über wechselseitigen Oralverkehr wäre, aber selbst das wäre bei dem musikalischen Gewand ja furchtbar, würg … dann doch lieber gelcih „Paradise by the Dasboard Light“ von Meat Loaf als Universalschnulze zu solchen NThemen.

    Viel spannender ist da doch eigentlich die Frage, was man mit dem Heavy Metal der späten 80er so anfangen kann, war ja auch die „Monsters of Rock“-Zeit, und als heute morgen „You give love a bad name“, klar, purer Poprock, kein Heavy, von Bon Jovi im Radio lief, habe ich mich schon gefragt, ob ich das wirklich hasse – während ich bei „Europe“ definitiv das Kotzen kriege. Aber da haben ja auch coole Acts angefangen.

    „Ich erlebte ja die Zeit der großen anti-AKW- und Friedensdemos, Umsonst&Draußen-Konzerte und Straßenfeste, Volkszählungsboykott und Häuserkämpfe als eine Art Revival der 68er Bewegung“

    Da war ich de facto shizophren, weil für mich die Klaus Hoffmann/Joan Baez/Wecker-Phase auch ein wenig so konnotiert war, wir fühlten uns nur komplett fantasievoll und undogmatisch verglichen mit diesen Anzug tragenden, verkopften Stamokap-Apparatschiks von einst.

    Und dann kam dieses Schwarztragen, als ich so rumlief wie die da oben im Jesus & The Mary Chain-Video, und da hat man das alles eher verachtet, diesen ganzen Hippie-Habitus.

    Und voher die NDW-Phase, die stand quer zu beidem, ästhetisch war die Fifties (siehe auch die Sray cats weiter oben), von D.A.F. mal abgesehen, die waren visionär, aber die Sechziger von Velvet Underground steckten da trotzdem noch mit drin, aber kein bißchen die von The Mamas & The Papas (die ich aber trotzdem liebte).

    momorulez

    12. Oktober 2008 at 14:48

  20. „Viel spannender ist da doch eigentlich die Frage, was man mit dem Heavy Metal der späten 80er so anfangen kann, war ja auch die “Monsters of Rock”-Zeit,“

    … und die Keimzelle von Grunge, wenn ich die L.A.-Rock Bands nehme (und mich Musikevolutionistisch nicht mal wieder total irre), von denen GnR nur die bekanntesten waren.
    … Trash-Rocker, Surfer und Wahnsinnige, die ihren Wahnsinn durch Drogen-Abstinenz und Körperkult ausdrückten, entweder aksetisch oder zerstörend (suicidal tendencies, die frühen beastie boys oder auch junkyard und … [fallen mir grad nicht ein])

    ring2

    12. Oktober 2008 at 15:09

  21. Na ja, da waren dann halt auch Jello Biafra, Destruction, Alice Cooper, Slayer und Motörhead angesagt (und beim mir Schizo parallel Baez, Hoffmann, Wecker, Wader, Degenhard und Maurenbrecher), und das Kostüm waren dann schwarze Motorradlederjacken, Tiger-Streifen-und Schlangenhosen, Nikes oder Springerstiefel mit Stahlkappen. Mein Markenzeichen war es, zu denen neongrüne Schnürbändsel zu tragen, was mir den Spitznamen „Ökoskin“ eintrug. Dann mit der Kultischen, die in Hot Pants und Nylonbody gehüllt war durchs Ostertorviertel, das waren Zeiten…

    chezweitausendeins

    12. Oktober 2008 at 16:08

  22. @Ring2:

    Jetzt bringste aber was durcheinander …. Grunge war doch eher der Todesstoß für Heavy-Szene, von Ausnahmen wie Metallica mal abgesehen, und GnR haben einfach etwas länger sich sowas wie ’nen Coolness-Bonus bewahren können ….

    Und die Beastie Boys, das ist ein ganz anderer Entstehungskontext, eher der Versuch, letzte Punk (auch Surf-Punk)-Ausläufer mit DJ Culture in ihren beiden Zweigen Hip Hop und House zu versöhnen …

    @che:

    Ja, Slayer, Motörhead (ja wie AC/DC glatte Siebziger), Kreator und so meine ich. Wurden ja allesamt immer wieder unter Faschismus-Verdacht gestellt, aber als Freitag mein Begleiter, Produzent durchaus gewichtiger „Hamburger-Schule“-Alben, total zu AC/DC abging, da fiel mir das wieder ein, das ja in den späten 80ern nicht nur im „Hardcore“, sondern eben auch im Heavy-Feld enorm wat los war … war vor allem eine der letzten ernstzunehmend proletarischen Kulturen. Wollen manche das bei den AGGRO-Jungs auch so sehen, aber das ist noch mal ’ne andere Diskussion …

    momorulez

    12. Oktober 2008 at 16:45

  23. Eben, und das waren auch so Leute, die noch ins Mobilisierungsumfeld unserer Szene gehörten. Also, die Banger und Biker, Lehrlinge und Jugendfreizeitheimabhänger, die schon mal Nazis verjagen gingen oder als gern gesehene Exoten auf interkulturellen Straßenfesten auftauchten. Für mich waren diese Leute ein angenehmes Gegengewicht zu den politisch korrekten Standardautonomen.

    Heavy Metal wurde dann auch in den Neunzigern weiterentwickelt in Richtung größere athmosphärische Dichte und hhe musikalische Komplexität, sowas wie The Vision Bleak, wo Klanggemälde herauskommen, die es mit Klassik aufnehmen können. Und im Hardcore-Bereich hat es sogar Versuche gegeben, Punk, Metal und Jazz miteinander zu verbinden unter der Parole „den Jazz zurück auf die Straße holen.“

    chezweitausendeins

    12. Oktober 2008 at 17:37

  24. „Heavy Metal wurde dann auch in den Neunzigern weiterentwickelt in Richtung größere athmosphärische Dichte und hhe musikalische Komplexität, sowas wie The Vision Bleak, wo Klanggemälde herauskommen, die es mit Klassik aufnehmen können. Und im Hardcore-Bereich hat es sogar Versuche gegeben, Punk, Metal und Jazz miteinander zu verbinden unter der Parole “den Jazz zurück auf die Straße holen.”

    Was dann allerdings genau die Entwicklung reproduzierte, die in den 70ern in den Artrock führte und Punk notwendig machte (ja, ich habe heute meine ekligen Besserwisser-Tag).

    momorulez

    12. Oktober 2008 at 17:57

  25. Dann müsste langsam mal was Neues kommen. Oder war das der Grund für die Erfindung des Simpelrocks á la Wir sind Helden und Juli?

    chezweitausendeins

    12. Oktober 2008 at 18:07

  26. Na, das sind ja im Grunde genommen Rockschlager, so a la Nena, zum Teil ja von irgendwelchen Popkurs-Absolventen zusammengeschustert, sowas lief hier immer parallel und ziemlich unabhängig von anderen Entwicklungen, eigentlich sind das die Erben von Peter Kraus …. in Deutschland kamen die wirklich wichtigen Entwicklungen auch immer eher aus der Elektronik-Ecke, da wird auch wieder was kommen. Und die ganzen „Migranten“-Generationen werden hier noch dominanter werden.

    International gibt es ja gerade die Tendenz zur „Sinfonisierung“ und „Intellektualisierung“, Rufus Wainwright, Vampire Weekend, um so zwei Pole anzugeben, aber auch diese ganzen Kanadier, wie hießen noch die mit „Neon Bible“?, die im Grunde genommen auch auf dieses ganze schlicht akustische „Americana“-Folk-Revival reagieren hin zu mehr Komplexität.

    Während die Kids offenkundig die Eighties entdecken 😉 – meine Nichte und mein Neffe, fast 18 und 15, die hören eher sowas, was wir früher „Gruftie.-Musik“ genannt hätten, teils mit so Slipknot-artigen Elementen versetzt, also auch nicht weit weg von Slayer, symbolisch.

    momorulez

    12. Oktober 2008 at 18:21

  27. „Surf-Punk“ als Heavy Metal Variante, so habe ich ja die L.A. Rick Szene verstanden. So als Musik von den Jungs aus den Gegenden weit weg vom Meer, aber doch noch Cali 🙂

    [wenn mir nur die Alben der jungs einfallen würden – morgen ;)]

    ring2

    12. Oktober 2008 at 22:16

  28. In Hannover gab’s da die „Smarties“, die wurden aber leider auch von Psychs und Skins gemocht ….

    momorulez

    12. Oktober 2008 at 22:19

  29. Wieso leider?

    che2001

    13. Oktober 2008 at 7:25

  30. Weil die teils ziemlich faschistoid waren, die Jungs, so Mitte-Ende der 80er ….

    momorulez

    13. Oktober 2008 at 7:35

  31. Also die Psychs und die Skins, nicht die Smarties ….

    momorulez

    13. Oktober 2008 at 7:36

  32. Bei Skins keine Frage, Psychiebillies konnten damals alles Mögliche sein, von Stadt zu Stadt. Und in Hamburg und Göttingen gab es ja auch immer linke SHARP-Skins. Die allerdings hörten Ska.

    che2001

    13. Oktober 2008 at 9:28

  33. […] lange dahin, doch ziehen sich Gerüchte und Mythen zurück in den Beginn der 90er (die ja laut Momo bereits 1988 begannen), Gespräche bei einem Milchkaffee, später Galao, über ein neues Album der Zickenrocker um Axl […]

  34. Eigentlich begannen die 90er in verschiedenen Städten zu verschiedenen Zeitpunkten. In Göttingen hörten die 80er nach 2000 auf, und bis 1986 waren da noch 70er. Südlich des Mains und westlich der Weser begannen die 90er eher vor 88.

    che2001

    14. Oktober 2008 at 9:04

  35. Westlich der Weser? Meinst Du London?

    momorulez

    14. Oktober 2008 at 9:37

  36. @che – das konnte man in Sachen Jugendgangs auch beobachten. Waren die Hochzeiten der Jugendgewalt in HH so gegen 1986/87 vorbei, gibt es noch aus den 90ern verrückte Dokus über die Kieler Kneipenterroristen:

    http://www.ringfahndung.de/archives/die-kneipenterroristen-aus-laboe-sind-da

    ring2

    14. Oktober 2008 at 10:13

  37. @Momorulez: D-Dorf.

    che2001

    14. Oktober 2008 at 10:33

  38. In D-Dorf war das aber eher ’79, wie ja auch das Front in Hamburg schon vor ’88 gegründet wurde, und Chicago und Detroit, auch westlich der Weser 😉 , und die Häuser dort ebenfalls – aber Acid-House ist für mich schon der popsymbolische Beginn der 90er, und das war, wenn ich mich recht entsinne, ’88.

    MomoRulez

    14. Oktober 2008 at 10:47

  39. Okay, ’87, aber das „Opera House“ und diese Geschichte im Cesar’s Palace, das war ’88:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Acid_House

    MomoRulez

    14. Oktober 2008 at 10:52

  40. Im Sinne von Abgelöstheit von realen sozialen Bewegungen meine Zustimmung zu „Acid-House ist für mich schon der popsymbolische Beginn der 90er“ – muss ja auch mal sein 😉

    ring2

    14. Oktober 2008 at 11:06

  41. Zum Beispiel: Spaß – und Event-Zentrierung, leistungssteigernde (!!!) Drogen und Aufsprengung bis dato gültiger Zeitrahmen, einsam in der Vermassung, allgegenwärtiger Style- und Körperkult, neue Network-Strukturen in der Ökonomie (Label, angekoppelt an die Majors und halbautonom, z.B., „Stück vom Kuchen abbekommen“, Um-Bewertung der Ökonomie, man schafft nicht „Szene-Treffpunkte“, sondern verdient an der Party ), Digitalisierung, Dauergrinsen mit Wettern gegen „Spaßbremsen“, Kompensation statt Kritik (gab’s bei Disco auch schon, aber anders, weil da die Komensation sich ihres Kompensationscharakters noch bewußt war), maximale Steigerungen bis zum Zerplatzen von „Blasen“ (z.B. Loveparade und Lichtenhagen) im „Ästhetisierung statt Politisierungs“-Paradigma (das ja schon für die 80er galt, hier jedoch weniger distinguiert, distanziert und ironisch, das dann aber eben in „Friede, Freude, Eierkuchen“ bei Abzug der urspünglich ironischen Intention des Loveparade-Mottos umschlug, als Schatten lief das Gegenteil stets mit, Gangsta-Rap, Tarantino und noch mal Lichtenhagen, weil das eben immer auch eine Ästhetisierung des Politischen ist, der Faschismus, Walter Benjamin).

    Gestützt das Ganze durch die Entwicklung privater A und AV-Medien, die ungefähr zum gleichen Zeitpunkt starteten, und da ging ja auch nicht „Off-Beat“ oder das frühe FFN als Sieger hervor…

    MomoRulez

    14. Oktober 2008 at 11:25

  42. Ich meinte das Beginnen bestimmter Jahrzehnte in unterschiedlichen Städten in einem sogar noch weiteren Sinne. Also, schon so wie in Momorulez letztem Kommentar, aber auch noch Mode, politische Grundhaltungen, das Lokalkolorit der Städte usw. einbeziehend.

    che2001

    14. Oktober 2008 at 11:45

  43. Ja, die Binnendifferenzierung fehlt ja bei sowas immer. Peter Wicke, den ich sehr bewunder, hat auch in seinem noch zu DDR-Zeiten veröffentlichten Rockmusik-Buch den Dylanesken der 60er vorgeworfen, daß sie Klassen – durch Generations-Bewußtsein ersetzt hätten, und das ist ja durchaus tiefsinnig.

    Eh klasse, das Buch, wie er einerseits konsequent marxistisch-materialistisch die Entwicklung als durch Produktivkraftentwicklung bestimmt beschreibt, um umgekehrt den SED-Heinis anhand des bildungbürgerlichen Dünkels der BBC der 60er Jahre ihre ganze Scheiße um die Ohren zu hauen, die sie selbst so verbrochen haben …

    MomoRulez

    14. Oktober 2008 at 11:58

  44. JAAAA, MEHR POPDISKURSE!

    ring2

    14. Oktober 2008 at 14:09

  45. Kleine Ergänzung zum Intro des Joy-Division-Videos: Der große John Cooper Clarke in einer noch etwas stimmungsvolleren Version von Chickentown: http://www.youtube.com/watch?v=NVmNn9HRFZo

    statler

    14. Oktober 2008 at 21:30

  46. @Statler:

    Cool! Weniger ist halt manchmal mehr 😉 ….

    @Ring2:

    Auch, Popdiksurse sind doch voll Eighties 😉 – in den 90er glaubten die ja nur noch, daß sie über Pop redeten, dabei sprachen sie über ganz anderes.

    Kennste eigentlich diese Artikel von ’82, glaube ich, als Pop für tot und die Eighties für beendet erklärt wurden?

    momorulez

    15. Oktober 2008 at 8:46

  47. „Ersterer bei mir auf keinem Tape fehlen.“

    Che, das ist 80er. Tapes. Mehr 80er geht nicht. Selbst Tapes machen ist so was von 80er.
    heute packst du dir den Kram auf den MP3-Player. Aber das ist irgendwie was anderes.

    Wobei man sagen muss, das die 80er für mich zu früh kamen. Ich war einfach zu jung, um extrem peinliche Schulterpolsterblaser aus Polyester zu tragen. Hach ja, die Gnade der späten geburt 🙂

    cassandrammviii

    19. Januar 2009 at 11:38

  48. Der MP3Player ist eine klare Grenze. Ich habe einen, benutze ihn aber nicht. Zu neumodisch, kann nichts mit anfangen. Wenn mir einer einen IPod schenken würde sähe ich zu, wie ich ihn verscherbel. Ich bin mit dem Spulentonband aufgewachsen, dass 120 Minuten durchlief und 10 Kilo wog. Ich kenne noch die Silberjacken, mit denen Jugendliche rumrannten wie Helden aus Marvel-Comics 😉

    chezweitausendeins

    19. Januar 2009 at 13:22

  49. ich glaube, ich habe auch einen MP3Player im Handy, jedenfalls behauptet das das Handbuch. Ich habe keine Ahnung, wie ich das Ding anschalten soll und will es auch gar nicht lernen.

    Schallplatten- diese Dinger, die zerkratzen wenn du sie falsch anfasst… Kassettenrecorder… Doppeldecks zum Tape-kopieren…
    Damals waren Videorecorder noch Dinger, die man zu zweit anhob. Und mein erster Fernseher war schwarz-weiss, selber zusammengespart (200 D-Mark) und empfing über Antenne 3 Programme. Zum Umschalten hatte er ein Rad. Cool, oder?

    cassandrammviii

    19. Januar 2009 at 13:28

  50. Das Farbfernsehzeitalter begann für mich erst, als es so auf die 30 zuging. Und aus einer Nachbar-WG kenne ich noch das Tefifon, das ist ein Holzfurnierradio mit eingebautem Tonband, das mit einer Nadel abgetastet wird. Als bei mir mal die Bude total zugequalmt war, weil Wind in den Schornstein samt Ölofen geschlagen hatte, dachte meine Mitbewohnerin, die Bildröhre meines Fernsehers Baujahr 1967 sei durchgebrannt. Von Augenblick des Anschaltens bis zum Erscheinen des Bildes brauchte der 5 Minuten, weil er erst warmlaufen musste. Ach ja, früher musste auch bei den Düsenjägern die Elektronik vorgewärmt werden, ehe die starten konnten.

    chezweitausendeins

    19. Januar 2009 at 15:10


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