shifting reality

Es gibt kein richtiges Lesen im valschen!

Sich in den Schwanz beißende Argumentationskatzen – oder doch nur ein Beispiel für systemische Autopoesis?

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Ach, auf Überschriften, die so dermaßen uncatchy sind, auf die bin ich immer stolz. Egal: Endlich erklärt das mal wer. Witzel hier selbst schon des morgens über Ziegenkäse-Derivate, basierend auf dem profunden Wissen, angeeignet durch Zuhören bei „Maischberger“, daß u.a. zur „Finanzmarktkrise“ beitrug, daß Kreditabsicherungen bei Häuslekäufern in den USA zu Wertpapieren gebündelt dann global verschleudert worden seien – hatte auch was drüber in der FR gelesen über die „Derivate“ , aber nur zur Hälfte verstanden.

Daß alleine die „Theorie des billigen Geldes“, die verzweifelt in allerlei Blogs nun zur Staatsschuld-These aufgeblasen wird, nicht  maßgeblich sein kann, ergibt sich ja noch aus dem „gesunden Menschenverstand“, weil monokausale Erklärungen immer falsch sind; da muß schon was in der Struktur und auch den Produkten der Märkte selbst zu verorten sein, sonst hätte auch die „Internet-Blase“ nicht platzen können.

Und, Danke, Welt-online erläutert nun die Produktpalette, die wohl unter anderem hinter dem Zusammenbruch steckt:

„Heute dienen die Papiere überwiegend als Wetteinsätze für Spekulationsgeschäfte zwischen den Banken. „Wir machen mit CDS-Verträgen inzwischen quasi dasselbe, was wir seit Jahrzehnten mit Aktien machen: Wir spekulieren auf steigende oder fallende Kurse“, sagt ein Frankfurter Investmentbanker. Anders als Aktien oder Anleihen lassen sich CDS-Verträge grenzenlos vermehren – ohne dass dem irgendwelche realen Werte gegenüberstünden. So schwoll der Markt bis Anfang 2008 auf mehr als 60 Billionen Dollar an.Das dahinter stehende Risiko an tatsächlichen Kreditausfällen wird dagegen nur auf zwei Milliarden Dollar geschätzt.“

Nun beißt sich allerdings die Argumentationskatze meinerseits in den Schwanz, weil – auch bei „Maischberger“ – jemand behauptete, daß diese ganzen „Produkte“ nur entstanden seien, weil mit dem reinen Geld verleihen aufgrund der niedrigen Zinsen niemand mehr was verdient hätte.

Ist das aber nicht eher wieder eines dieser Entschuldigungstheoreme? Gilt bei totalisierter Gewinnmaximierung nicht das Prinzip des „Egal wie, aber immer mehr“, und im Falle der Banken dann eine enorme Kreativität im Erfinden immer neuer Geschäfte sowieso?

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Written by momorulez

12. Oktober 2008 um 17:52

Veröffentlicht in Aufklärung?, Ökonomie

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