shifting reality

Es gibt kein richtiges Lesen im valschen!

Da freut sich der ach so aufgeklärte Pro-Westler …

with 4 comments

…. daß die prämodernen Halb-Wilden, Schwarze und Latinos, hier Türken und so, noch nicht ganz so zivilisiert wie „wir“ sind, die sind natürlich allesamt homophob (interessant übrigens, daß Evangikale und Mormonen zivilisatorisch auf einer Stufe mit Schwarzen und Latinos stehen, obgleich doch alle in der „jüdisch-christlichen“ Tradition verortet sind, oder ist das bei Mormonen gar nicht so?):

„Doch ausgerechnet die erwartete hohe Wahlbeteiligung unter Schwarzen und Latinos in Kalifornien könnte die Homosexuellenehe zu Fall bringen. Für die Präsidentenwahlen werden die Stammwähler der Demokraten Obama Stimmen bringen, die dieser in Kalifornien gar nicht dringend braucht. Im Streit über ethisch-moralische Fragen, auch über die Abtreibung, sind die Angehörigen der größten Minderheiten aber wesentlich konservativer als die liberalen Weißen. Eine bizarre Koalition von Evangelikalen und Mormonen, baptistischen Schwarzen und katholischen Latinos könnte „Proposition 8“ zum Sieg verhelfen.“

Da habt ihr’s, ihr Kanackenversteher unter den Homos. Aber halt – was is’n das?

„Inzwischen gibt es in 27 der 50 Staaten Verfassungsbestimmungen, wonach eine Ehe nur zwischen einem Mann und einer Frau geschlossen werden kann.“

Wahrscheinlich jene mit besonders hohem Anteil an Schwarzen und Latinos und Mormonen. Das entspricht, nebenbei, der Rechtssprechung des Bundesverfassungsgerichtes. Was an den hiesigen Evangikalen, Schwarzen und Latinos liegen müßte. Und auch der Position Obamas, wenn ich mich recht entsinne. Zu recht, wer will schon leben wie ’ne Hete?

Zudem die Frage der Abtreibung auch immer und prinzipiell an jene der „Homo-Ehe“ zu koppeln sei, notfalls durch Aufzählungen, das muß man von FAZ bis Papst als „moralisch-ethisches“ Problem einfach koppeln, schon deshalb, weil, wenn Steffen H. weiter Schwulen-Gene sucht, eben auch dann nicht abgetrieben werden darf, wenn man feststellt, daß das eigene Balg degeneriert sein würde … ja.

Und wofür plädiert John McCain? Freiheit statt Sozialismus! Dann dürfte ja klar sein, was er damit meint, so mit Frau Palin an seiner Seite, die ja manch feuchten Traum auch in der Blogosphäre schon hervorbrachte, das kann man sich ja auch vorstellen: Eine Herrschaft der Schwarzen, Latinos und Mormonen über die weiße, evangikale Mehrheit!

Wie jetzt? Na, weil doch für verdeckten Rassismus jede empirische Basis fehlt … irgendwie bin ich verwirrt heute morgen …. und der erste, der jetzt „nicht nur heute morgen!“ schreibt, bekommt von mir ein Corona-Bier!

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Written by momorulez

24. Oktober 2008 um 9:21

Veröffentlicht in Sex

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4 Antworten

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  1. Ein Corona-Bier ist aber mexikanisch und damit homophob.

    Ich hatte ja mal Kontakt mit US-Zapatisten, bei denen stehen Sozialismus, die nationale Unabhängigkeit von Arizona, New Mexico, Texas, Colorado, Florida und Alabama als eigener Staat „Hispano-Northamerica“ (oder zumindest konföderierter Status und Spanisch als Amtssprache) und Bekämpfung von Homophobie auf der Agenda. Bekämpfung von Homophobie haben die sogar in einem gemeinsamen Programm mit der NAPO (New African People´s Organisation).

    che2001

    24. Oktober 2008 at 10:07

  2. So eindeutig ist das aber heute auch nicht mehr.
    Z.B. bekennt sich der in Lateinamerika sehr prominente und in weiten Teilen beliebte Romancier, TV-Provokateur (hat eine Talkshow mehrmals die Woche) Jaime Bayly offen zu seiner Bisexualität und steckte – wie mir berichtet wurde – neulich im chilenischen Fernsehen life seine Zunge in den Mund eines ähnlich gesinnten Kollegen.
    Er will sich zu den nächsten Präsidentschaftswahlen aufstellen. Er meint, warum soll nicht mal ein meistens (aber nicht immer) impotenter Homosexueller peruanischer Präsident werden. So redet der die ganze Zeit in seiner Show.
    Für interessierte und spanischkundige: auf youtube nach daniperu25 suchen.
    Daneben ist er liberal, Chávez-Hasser und hat enge Beziehungen zu Mario Vargas Llosa. Bayly ist aber eindeutig sein eigenes Ereignis.
    Natürlich gibts unter Lateinos Homophobie, die aber bestimmt nicht von allen geteilt wird.

    Lemmy Caution

    25. Oktober 2008 at 15:19

  3. Interessanter Hinweis, danke! Ähnliches gibt es hinsichtlich einer prominenten politisch engagierten Transe in Brasilien, deren Name mir jetzt aber nicht einfallen will.

    chezweitausendeins

    25. Oktober 2008 at 16:36

  4. Bayly begeistert mich ziemlich. Les grad „Y de Repente Un Angel“. Versteh nicht, warum der nicht mehr übersetzt wird. In Spanien ist der bei Literaturpreisen im Rennen… Ich kannte den bis vor 3 Monaten nicht… Zeit das ich runterfliege… Januar.
    Jedenfalls freut mich das hier mit dem „die aufgeklärten Pro-Westler“ 😉 . … diese Kästchen… dabei gibts mindestens eine mamita, die ihren Sohn auf eine teure katholische Schulen schickt und Baylys expliziten Spielerei mit seinen sexuellen Vorlieben muy simpático findet…
    und nicht einer abgehobenen Oberschicht angehört, sondern Mittelschicht ist.

    Lemmy Caution

    25. Oktober 2008 at 23:32


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