shifting reality

Es gibt kein richtiges Lesen im valschen!

Ein rationalisierter Hassausbruch gegen die Unterschichten

with 7 comments

Ich hatte an anderer Stelle gesagt, dass ich es für leichtfertig und unsinnig halte, wenn, wie im Zusammenhang mit der Immobilienkrise in den USA, die der Weltfinanzkrise vorausging und sie in Gang brachte geschehen, Baudarlehen an Leute ohne Sicherheiten vergeben wurden. Mit Momorulez hatte ich ja eine leichte Rangelei, weil er meine Äußerungen, die etwas mit Finanzierungsrisiken zu tun hatten und der Frage, welche Art von Baufinanzierung realistisch ist, als sozialplanerisches Machtdenken mißverstand, das Unterschichtsangehörige auf den gesellschaftlichen Platz verweisen will, der ihnen von Oben zugedacht ist.

Das allerdings findet sich hier in Reinkultur, und es ist ekelhaft, wie hier genau damit, mit dem Erzeugen von Ekel auf die sozial Schwachen gearbeitet wird:

„Under constant political pressure, which went almost unresisted by conservatives, a lot of lousy mortgages that would never be repaid were handed out to Jim Jerk and his drinking buddies and all the ex-wives and single mothers with whom Jim and his pals have littered the nation.“
Es untermenschelt fühlbar.

http://www.weeklystandard.com/Utilities/printer_preview.asp?idArticle=15791&R=13CD714ED6

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Written by chezweitausendeins

12. November 2008 um 14:25

7 Antworten

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  1. Finde natürlich, daß rein lebenspraktisch man nun auch kein Haus kaufen sollte, wenn man sich nicht leisten kann, da besteht ja gar keine Uneinigkeit.

    Aber das ist halt immer auch ein Niederknien vor den akuellen Besitz-Kult-Stätten, und aktuell weiß ich da sogar noch besser als sonst, wovon ich rede.

    Man sollte z.B. mal systematisch die Effekte, nicht die Arbeits- und Sanktionsweise, von Schufa und Stasi vergleichen (wobei ich mit der nun gerade keine Probleme habe, trotzdem).

    Und selbst in den USA ist das Problem ja komplexer – da haben viele den auch hier nicht unüblichen Weg gewählt, flexible Zinsen zu wählen, um für den Fall, daß ihnen mal eine größere Summe zur Verfügung steht, mit Hilfe dieser auch tilgen zu können. Nur stiegen die dann überproprtional – habe ich zumindest irgendwo gelesen. Und verkaufen konnten sie auch nicht, weil die Preise so immens gefallen sind, das ihnen das auch nix genutzt hätte.

    Aber ansonsten meinte ich genau sowas wie in dem Zitat, als ich mich aufregt, nur daß es mit Dir dann den falschen traf, dafür ‚tschuldigung: Das ist wie der Spruch mit den „gierigen Rentnern“, den hier irgendwer geparkt hatte. Also genau jene, die einfach den ganzen Slogans von der „privaten Altervorsorge“ folgten – es ist zum Kotzen, wie jetzt wieder auf Nicht-Besserverdiener eingeprügelt wird. Immer auf die, die sich nicht wehren können, eklig. Wie auf dem Schulhof. Das ist einfach einen Auf-den-Kopf-Stellen von Realitäten. irgendwie kriegen die den Bundeswehr-Einsatz im Inneren schon noch legitimiert …

    momorulez

    12. November 2008 at 15:00

  2. Auf dem Schulhof waren die Nicht-Besserverdiener wenigstens häufiger noch die, die sich zumindest körperlich zur Wehr setzen konnten. Es passt übrigens ins Bild, dass unser „Freund“ Steffen H. diesen Text richtig gut findet.

    chezweitausendeins

    12. November 2008 at 15:09

  3. Na ja, welche Prädikate zu dessen Weltbild passen, das ist ja immer wieder offenkundig …

    momorulez

    12. November 2008 at 15:13

  4. Und gestern in Frontal 21 wurde berichtet, dass auch Riester-Renten sich oft als Mogelpackungen herausstellen. Es gibt aber auch eine gute Nachricht: Wer bis 84 arbeitet und bis dahin Beiträge zahlt kann die Überschüsse voll in Anspruch nehmen!

    che2001

    12. November 2008 at 15:44

  5. Na, dann mal nicht auf die faule Haut legen … selbst in der FR wurden heute die Altersvorsoge-Ansprüche der General Motors-Arbeiter als „Altlasten“ des Unternehmens bezeichnet. Was sie bei offenen Schulden des Unternehmens bei einer Bank nie so formulieren würden …

    momorulez

    12. November 2008 at 19:00

  6. Ach, und noch was: Meine berufsbezogene Rentenzusatzversicherung ist an die Allianz gekoppelt und gilt eigentlich als recht solide. Bei der Allianz war es aber meines Wissens lange Usus, daß die Aktionärs-Dividenden deutlch prioritär gegenüber den so genannten „Überschuß-beteiligungen“ behandelt wurden.

    momorulez

    12. November 2008 at 19:03

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