shifting reality

Es gibt kein richtiges Lesen im valschen!

Nachschlag: Zur angeblichen Erblichkeit von Intelligenz

with 6 comments

Ein interessanter Artikel in der New York Times:

http://www.nytimes.com/2009/04/16/opinion/16kristof.html?_r=1&em

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Written by chezweitausendeins

19. April 2009 um 10:33

6 Antworten

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  1. Intelligenz ist erblich, wenn …

    Intelligence does seem to be highly inherited in middle-class households, and that’s the reason for the findings of the twins studies: very few impoverished kids were included in those studies. But Eric Turkheimer of the University of Virginia has conducted further research demonstrating that in poor and chaotic households, I.Q. is minimally the result of genetics — because everybody is held back.

    “Bad environments suppress children’s I.Q.’s,” Professor Turkheimer said.

    Das heißt (und ist nichts neues, sondern seit über 40 Jahren bekannt): Intelligenz hängt sowohl von der Umwelt, wie von der Genetik ab.
    Unter guten Umweltbedingungen steht die genetische Komponente im Vordergrund. Unter schlechten Bedingungen wird das – genetisch vorhandene – Intelligenz-Potenzial nicht ausgeschöpft. Statt des ideologisch belasteten Begriffs „Intelligenz“ könnte ich auf körperliche Eigenschaften verweisen, etwa die, schnell und ausdauernd zu laufen. Diese Fähigkeit hängt tatsächlich dann stark von genetischen Faktoren ab, wenn man eine Gruppe gut trainierter Sportler vergleicht.
    Auf die Gesamtheit der Bevölkerung gesehen, hängt die Fähigkeit, schnell und ausdauernd laufen zu können, aber ganz überwiegend von Umweltfaktoren (hier: Training und Lebensstil) ab – von extremen Beispielen, z. B. Menschen mit sehr kurzen Beinen oder angeborenen Herz-Kreislauf-Krankheiten abgesehen.

    Wenn ich also, wäre ich politischer Entscheider, möchte, dass die körperliche Leistungsfähigkeit der Gesamtbevölkerung steigt, dann werde ich z. B. den Breitensport einschließlich Schulsport fördern, und für ausreichend viel Sport- und Spielplätze sorgen.
    Wenn ich aber Wert darauf lege, möglichst viele Olympiamedalliengewinner zu „züchten“, dann werde ich die Bevölkerung auf „Talente“ abscannen, die dann optimal gefördert werden. Die genetische Grenzen werde ich gegebenenfalls mit systematischem Doping „nach oben hinausschieben“.

    Damit kommen wie zu einem Punkt, in dem wir wahrscheinlich einer Meinung sind:
    In der Bildungspolitik und im Bildungslobbying haben z. Z. jene Oberwasser, die „Olympiasieger“ züchten wollen, und meinen, auf die Leistungsfähigkeiten jener, deren Leistungen „im Berufsleben“ „sowieso“ nicht gefragt sind – tatsächlich ist wache Intelligenz in vielen „einfachen“ Jobs eher ein Hindernis – und intelligente „Unterschichtler“ bergen tatsächlich ein nicht zu unterschätzendes „Aufstandspotenzial“. Geht es mir um politische Stabilität, ist mir mit einen „dummen Volk“ sehr gedient – solange es nur genug „Schlaue“ gibt, um die nötigen Ingenieurs- und Intellektuellenstellen zu besetzen.
    Und genau so sieht unsere Bildungspolitik aus.

    MartinM

    19. April 2009 at 18:31

  2. @ Martin M

    Nur ist es – jedenfalls für den Großteil der Bevölkerung – eben nicht vorrangig die Genetik, sondern es wirken sich hier in erster Linie Umfeldfaktoren aus, wie zum Beispiel die Bildung sowie die Fürsorge und Aufmerksamkeit für Kinder und Jugendliche.

    Die sogenannten Zwillingsstudien sind nicht entfernt so valide, wie man es früher einmal angenommen hatte.

    @ Liebe Neoliberalen:

    Für sozial schlechter gestellte Kinder gilt dieses:

    “Bad environments suppress children’s I.Q.’s,” Professor Turkheimer said.

    —-
    //* Kampfmodus: on *//

    Man könnte die Zusammenhänge auch noch anders formulieren:

    Half the population of the German right wing libertarian blogs would be considered mentally retarded by today’s measurements, (…)

    Anders gesagt, die Diskussionen rechtsdrehender Blogger über Fragen der Intelligenz ist zu mindestens 50 Prozent eine Diskussion, die von Deppen betrieben wird.

    (Man nehme das bitte nicht als bloße Provokation meinerseits gegenüber den den oft a-sozialen und a-liberalen Neoliberalbloggern – bekannt auch als Neoconnards. Nein, wo Schwarze für systematisch dümmer gehalten werden – angeblich qua Genetik – dort gedeiht eher Faschismus als Liberalismus, und diess auch, wenn der implizite Rassismus in einer gleichermaßen bekannten wie unverbesserlichen „man wird doch mal darüber reden dürfen“-Haltung vorgetragen wird.)

    //* Kampfmodus: off *//

    John Dean

    19. April 2009 at 19:01

  3. Dr. Dean, second time: You´ve got mail!

    chezweitausendeins

    19. April 2009 at 22:10

  4. Du hast das noch immer nicht verstanden, Che. Du mußt ihm zuerst einen Zettel unter der Tür durchschieben, auf dem steht, dass er ein Fax erhalten wird, auf dem die Mail angekündigt wird.

    noergler

    22. April 2009 at 20:58

  5. Hey, jetzt bitte keinen Kritick! Eine gute Antwort darf auch mal etwas länger brauchen…

    War doch gut, oder?

    John Dean

    22. April 2009 at 22:38

  6. Die Antwort war gut. Sogar sehr gut. Der Kampfbund zur Bewahrung eines rationalen Diskurses angesichts der herrschenden Verwirrung braucht so etwas, um den Kampfhund zur Verbeißung der fortschreitenden Identifikation mit dem Aggressor so aufzuzäumen, dass die Kampfkatze einsetzen kann (ich meine die Art, die Hirsche und kleinere Bären frisst, mit Streifen und sehr langen Eckzähnen).

    chezweitausendeins

    22. April 2009 at 23:18


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