shifting reality

Es gibt kein richtiges Lesen im valschen!

Ich sag zu meinem Dealer: Heute Tequila

with 8 comments

So weit kommt´s noch. Scheinbar nähern wir uns wirklich step by step einer neuen Prohibition. Gruselige Vorstellung, was hier unter Gesundheitspolitik verkauft wird. Wenn die letzte Bar für Nichtclubmitglieder off limits, die letzte Eckkneipe durch eine Burgerbude ersetzt, das letzte Weinregal mit Fitnessdrinks gefüllt und der letzte Feinkostladen zum Reformhaus geworden ist werdet Ihr feststellen, dass man bei der Apotheke nachts um halb eins kein Bier bekommt.

http://magazine.web.de/de/themen/nachrichten/deutschland/8098310-Alkohol-und-Tabak-nur-noch-auf-Rezept,cc=000005507900080983101uZHOY.html

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8 Antworten

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  1. Na ja, Che, in Frankreich und Italien gibt es ja auch die „bureaux de tabac“ (und das schon lange genug, um in meinem Französichbuch aus den 80er aufzutauchen) bzw deren italienisches Gegenstück, ohne dass dort gleich die Komplettrepression ausgebrochen ist oder es nur noch Gesundfutter gibt. Verkauft der Inhaber an Jugendliche oder Kinder, ist er irgendwann seine Lizenz los.

    Was ich dazu immer sage, ist „wir brauchen keine neuen Gesetze“, denn Kippen an 12-jährige zu verkaufen ist bereits verboten. Und das ist auch ok so, es gibt Dinge, die man halt erst darf, wenn man erwachsen ist.

    Betrachte es als eine Art Initiationsritus- wenn du alt genug bist, kreativ genug zu sein, um an die Flasche Wein zu kommen, bist du wahrscheinlich auch alt genug, sie zur Belohnung zu trinken.

    In Norwegen herrscht komplettes Rauchverbot in allen Kneipen und Restaurants. Erst dachte ich, dass wären alles Frischluftfanatiker, die auch im Schnee draussen sitzen (schneit da oben ja auch dauernd, die sind das also gewöhnt) und fragte mich, weshalb die alle den gleichen Wollwickel hatten. Der Wollwickel gehörte der Kneipe, damit ihre Gäste nicht frieren.
    Jedenfalls hatte das zur Folge, dass ich endlich mal wieder abends weggehen konnte, ohne dass mir (schwanger, deswegen extrem geruchsempfindlich) sofort wegen Qualm schlecht wurde. Zurück in Deutschland kotzte ich spontan auf der Flughafentoilette- da war die Wartehalle nämlich nicht rauchfrei, obwohl sie das behauptete. Das könnte an den „Raucherzonen“ alle 10 Meter gelegen haben.

    cassandrammviii

    7. Mai 2009 at 5:52

  2. Es geht weniger um das „Was?“ als um das „Wie“, und das ist in Deutschland eingebunden in ein Klima allgemeiner sozial- und rechtspolitischer Verschärfungen.

    che2001

    7. Mai 2009 at 11:26

  3. Okay, so rum wird ein Schuh draus. Wie gesagt, allein die Überlegung, die „bureaux de tabac“ einzuführen macht nämlich noch keine Drangsalierung an sich harmloser Bürger. Das klappt wie erwähnt anderswo, also muss es (mal wieder) an Deutschland liegen.
    In der BRD, da gebe ich dir recht, wird das wahrscheinlich wieder ein Akt sondersgleichen.

    Die Alkopop-Steuer bringt Kohle, und ist deswegen nett für den Staat, aber um den Hardalk-Konsum von Teenagern einzudämmen mäßig sinnvoll.

    was ich eigentlich sagen wollte: wir haben eine massive Bevormundung und Entselbständigung im Bereich Nahrungsmittel. Statt den ganzen Bereich irgendwie sinnvoll in der Schule durchzunehmen (ich weiss zwar nicht wie genau, aber das müsste sich machen lassen)und dann mit Aufklärung & Information weiterzumachen so es nötig sein sollte, die Entscheidung selbst aber dem Einzelnen zu überlassen wird, zumindest mein Eindruck, immer mehr auf „Fremdverköstigung“ gesetzt (Kantine, Schule, Kindergarten) um Menschen zum „richtigen“ Essen zu erziehen. Da gibt es Kindergärten, die nur noch dunkles Vollkornbrot erlauben und, weil die Eltern ja anscheinend immer das „Falsche“ mitgeben, überlegen, ob das Pausenfrühstück nicht durch den KiGa gestellt werden sollte.
    Gerade bei den Grünen wird gern mal betont, was für Möglichkeiten Schulessen nicht bieten würde, um zu „gesunder Nahrung“ zu erziehen.
    Mir fällt dazu ja immer ein „Esst eure Getreidegrütze alleine“.

    Ein nettes Beispiel für diese Entmündigung ist die „Food Ampel“- das ist so ein grüner, gelber oder roter Punkt auf den Verpackungen. Grün heisst gut, rot schlecht. Nun kann man Essen nicht so einfach in „gut“ und „böse“ einteilen- die Menge und die Zusammensetzung macht’s. Und nur weil da ein grüner Punkt draufpappt heisst das nicht, dass ich davon essen kann oder soll bis ich platze. Statt Gesundheit und Nahrung allgemein zum Thema zu machen und aufzuklären was Diabetesrisiko (glaubt mir- doofe Krankheit) etc angeht wird extrem simpliziert. das versteht dann zwar einerseits jeder, aber andererseits niemand mehr warum. Und dann wird es extrem heikel.

    cassandrammviii

    7. Mai 2009 at 12:36

  4. Ich würde noch einen Schritt weitergehen: In Deutschland ist es Teil eines volkspädagogischen Disziplinerungsprogramms. Das ist Foucault pur.

    che2001

    7. Mai 2009 at 13:17

  5. Die Frage, die sich dann stellt ist: wer diszipliniert hier und warum?

    ich sehe es ähnlich, stehe aber mit dem „warum“ und „wer“ auf dem Schlauch.
    „Wen“ ist klar. so ziemlich jeden, der sich nicht laut genug wehrt oder schreiend weglaufen kann.

    Mich reibt die Kalorienempfehlung auf fast allem, was ich so ins Haus trage, zur Weißglut. Da steht dann, dass 2000 Kalorien das sind, was der durchschnittliche Mensch am Tag verbraucht. Das sehen WHO und UNHCR anders: laut denen ist das das absolute Minimum, dadrunter fängt der Hunger an. Das verbraucht der Mensch, der einfach nur im Flüchtlingscamp sitzt und drauf wartet, dass welche Katastrophe auch immer zu Hause aufhört und er zurück kann, sein Leben wieder aufnehmen.
    Wer auch nur etwas körperlich aktiv ist verbraucht mehr.
    Warum chreiben die das dadrauf? Um mich zum Frustfuttern zu animieren? Oder weil sie sich freuen, wenn ich ein schlechtes Gewissen habe?

    cassandrammviii

    7. Mai 2009 at 13:47

  6. Schöner Blog, schöne Themen.

    Zweierlei:

    1. Bezieht sich die Überschrift auf Georg Danzer?

    2. Dir könnte das Buch „Das schmutzige Heilige und die reine Vernunft“ von Robert Pfaller gepfallen, ein Philosophieprofessor aus Linz.

    Gruß,
    genova

    genova68

    27. Mai 2009 at 14:38

  7. Der Blog ist immer noch schön, aber blöd ist es, wenn man mit seinen Lesern nicht kommuniziert. Ich verweise in aller Bescheidenheit auf meine Frage, siehe oben.

    genova

    17. Juni 2009 at 10:09

  8. Sorry, das ist hier etwas verwaist zur Zeit, wird aber auch wieder anders. Kann sein, dass das von Danzer ist, den ich früher viel gehört habe, aber sicher wissen tue ich das nicht. Zu lange her!

    chezweitausendeins

    26. Juni 2009 at 17:40


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