shifting reality

Es gibt kein richtiges Lesen im valschen!

Paintball oder: spielt solange ihr noch dürft

with 47 comments

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,623354,00.html

Kurze Zusammenfassung: im Kampf gegen school-shootings (Amoklauf ist der falsche Begriff) hat die Bundesregierung einen brillianten Plan: das Verbot von Paintball, denn da lernt man Töten.

Nu‘ habe ich das noch nie gespielt, wollte aber immer gern, es fehlte die Gelegenheit. Aber lassen wir nicht mich als Paintball-Laiin, sondern die Politprofis zu Wort kommen: „Bei diesen sogenannten Spielen besteht die Gefahr, dass Gewalt verharmlost wird und hierdurch Schwellen zur Gewaltanwendung abgebaut werden“ (Dieter Wiefelspütz, SPD). Holger Hövelmann (Innenminister Sachsen-Anhalt, SPD) stösst ins gleiche Horn: „Tötenlernen“, „Krieg spielen“ und „Unsere Gesellschaft sollte solche zynischen und gewaltverherrlichenden Spiele ächten“.

Das ist in einer Linie mit dem immer wieder diskutierten Verbot von Ego-Shootern. Es wird konstruiert, dass das school-shooting von Winnenden nicht passiert wäre, hätte der Schütze nicht Ballerspiele gespielt, und zwar auch noch direkt die Nacht davor.

Mir stellt sich die Frage: wie viele Menschen spielen Ballerspiele oder auch Paintball, ohne ihre Mitschüler oder Kollegen zu erschiessen? Ist das ganze nicht ein Scheindiskurs, der ablenken soll vom Druck im Schulsystem, der, so zynisch wie das ist, Opfer fordert? Nach Erfurt wurde auch nach schärferen Gesetzen gerufen. Dazu meint im oben zitierten Artikel Rainer Wendt, Bundesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG): „Nur Politiker glauben, dass sie die Realität verändern können, wenn sie viel Papier vollschreiben“. Ein Verbot habe nur Sinn, wenn man es kontrollieren könne. „Es muss jedem klar sein, dass in Deutschland kein Polizist Zeit dafür hat, in Wäldern und auf Feldern Paintball-Spieler zu verfolgen.“

Dazu kommt, dass der Schütze anscheinend Bondage-Bilder auf seinem Rechner hatte- ein sicheres Zeichen für Frauenfeindlichkeit, die dann erklärt, warum anscheinend gezielt Mädchen getötet wurden. Weitere Fragen überflüssig wie es scheint. Aber dennoch stellt sich die Frage, wie viele Leute solche Bilder haben und trotzdem nicht ihre Kolleginnen ins Visier nehmen. Wir hatten hier doch grad einen Austausch über die Sexuelle Revolution (oder auch nicht) in der Linken , die damit begann, dass ich mich erinnerte, dass BDSM unter Politlesben mal hip war. Waren die auch alle frauenfeindlich? Und warum haben die nicht ihre Mitfrauen erschossen? Vielleicht, weil sie kein Paintball gespielt haben?

Das Ganze passt wunderbar zu Ches „Tequilabestellung“.

Und übermorgen verbieten wir Judo, Kendo und Karate- da lernt man auch das Töten. Und danach „potentielle Mordwaffen“ wie mein Sushi-Messer. Banzai!

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Written by cassandrammviii

7. Mai 2009 um 18:59

Veröffentlicht in die Moral, Regierung der Kultur

47 Antworten

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  1. Bevor es soweit kommt, sollten wir uns nochmal wieder verhauen;-)

    Ich habe mal in einem Unternehmen gearbeitet, wo Paintball als Betriebssport praktiziert wurde. Da konnte man, wenn man geschickt war, den eigenen Chef abballern. Das wurde als gruppendynamisch positiv und pfleglich fürs Betriebsklima betrachtet. Und ich wohnte mal in einer WG, in der ein verdienter Pädagoge nächtelang Doom spielte. Aber das ist ja wahrscheinlich alles die Mischung aus Drogenexzessen und Gewaltkult der Linken, der dringend Einhalt geboten werden muss, um die Einheit des Abendlandes wiederherzustellen. Wirf mir die Augenbinde runter und den Stirnverband – es herrscht wieder Frieden im Land!

    Brainshrinking rules!

    chezweitausendeins

    7. Mai 2009 at 22:09

  2. Der nächste logische Schritt wäre, Völkerball zu verbieten: Denn dort geht es auch um das Abschießen von Menschen, und schlimmer noch, es Menschen gelten in diesem brutalen Spiel als Teile eines zu bekämpfenden „Volkes“!?!

    Vielleicht ist es an der Zeit, Bundestagsabgeordnete eine Petition unterschreiben zu lassen, gegen das nur scheinbar harmlose Sportspiel Völkerball. Das Verbot kann dann nur noch eine Frage von Minuten sein, auch dank der von allen überaus geschätzten Über-Super-Justiz-Ministerin Zypries (bekannt aus Funk und Fernsehen, sowie für konservativ-autorative Ideen als Ministerin).

    Keine Atempause, Geschichte wird gemacht.

    John Dean

    7. Mai 2009 at 22:45

  3. Che, ich sehe zu, dass ich wieder in eine Form komme, um dich verhauen zu können!

    Ich bin dafür, Klettergerüste auf Spielplätzen abzuschaffen- erstens können die Lütten da runterfallen und sich verletzen, und zweitens ist das ja alles nur ein getarnter Geländeparcours für’s Kriegspielen. Sozusagen Paintball für Minis.

    Ich dachte ja immer, dergleichen käme exclusiv aus dem Hause von der Leyens, welche ihres Zeichens Sozialmedizinerin ist und einen erschreckenden Tatendrang hat.

    cassandrammviii

    8. Mai 2009 at 6:00

  4. Da hatte ich wohl nicht weit genug gelesen:

    http://www.spiegel.de/netzwelt/spielzeug/0,1518,623503,00.html

    Und vor dem Gefahrenpotential, was da lauert, sollte ich dríngend den Freundskreis „entrümpeln“, sonst werde ich morgen erschossen. Oder so.

    Wen wir Paintball, ego-sooter, Karate, Küchenmesser und Klettergerüste und selbstverständlich Völkerball (vielleicht auch Fussball?) abgeschafft haben wird es endlich wieder sicher. Oder auch nur stinklangweilig.

    cassandrammviii

    8. Mai 2009 at 7:21

  5. Genau verbietet Völkerball!

    somluswelt

    8. Mai 2009 at 8:17

  6. Es ist halt Wahlkampf. Das Problem ist nur, daß der Wahlkampf irgendwann vorbei ist, die Gesetze aber bleiben. Einziger Vorteil: Derartiger Nonsense liefert zusätzliche Munition gegen die parlamentarische Demokratie. Nachteil: Bei direkter Demokratie säh’s wahrscheinlich in der Hinsicht auch nicht besser aus.

    Alter Bolschewik

    8. Mai 2009 at 8:57

  7. „Vorteil: Derartiger Nonsense liefert zusätzliche Munition gegen die parlamentarische Demokratie.“

    Leider nicht richtig, denke ich, denn dazu müsste das erst mal als Nonsense aufgefasst werden. Und ich fürchte, dass dergleichen Aktionismus gut ankommt. Weiss doch jeder: diese ganze Jugend, die nur Komasäuft und zum Ballern vor’m Computer hängt muss mal ein bisschen auf Zack gebracht werden.
    Und wenn die Jungs nicht mehr vor’m Computer hängen und für’s Schulmassaker üben werden auch die Schulnoten besser, PISA ist keine Horrormeldung mehr und sie finden eine anständige Arbeit. Dann ist alles wieder gut…

    cassandrammviii

    8. Mai 2009 at 9:29

  8. @somlu: In Völkerball steckt ja Krieg, da Völker gegeneinander spielen. Überhaupt geht es bei allen Ballspielen ja darum, eine Kugel (sic!) ins Ziel zu bringen. Und im Ursprung gehen Ballspiele auf Menschenopfer der Maya zurück. Also pöhse pöhse pöhse. Man muss das alles verbieten und sollte sich da an der Gesetzgebung Afganistans aus der Zeit 1995-2001 orientieren. Übrigens ist es einfach nur inkonsequent, dass nur auf Zigarettenpackungen auf die Gefahren des Rauchens hingewiesen wird. Jedes neugeborene Baby sollte die Tätowierung bekommen: „Jedes Leben endet tötlich!“

    che2001

    8. Mai 2009 at 11:27

  9. Jedes neugeborene Baby sollte die Tätowierung bekommen: “Jedes Leben endet tötlich!”

    Nein, einen Serienchip mit GPS, wie es ihn für Hunde und Katzen schon gibt. Dann können Mama&Papa fix kontrollieren, ob Sohnemann auch brav zu Hause ist während sie vollzeitarbeiten. Und Schuleschwänzen wäre auch kein Problem mehr. Auch ist es dann eifacher, komasaufende Teens zu identifizieren.
    Und vergesst die kriminaltechnischen Vorteile nicht: nie wieder unidentifizierte Leichen.

    cassandrammviii

    8. Mai 2009 at 13:26

  10. che, schon klar, ich schwelgte in ein bisschen Sarkasmus. Wobei ich es nicht als Verlust einstufe, wenn Völkerball aus dem Unterrichtsplan gestrichen wird. Ist ein komisches Spiel.

    somluswelt

    8. Mai 2009 at 16:15

  11. Okay, die Petition hat den ersten Petitenten.

    John Dean

    8. Mai 2009 at 17:20

  12. Völkerball ist einfach eine drastische Reduktion von Baseball bzw. Cricket ohne deren wichtigste Elemente, wie z.B. Schläger und Fanghandschuh, ein Spiel, erfunden für die deutsche Schulturnhalle. Wie wär´s, stattdessen Baseball im deutschen Schulsport einzuführen?

    chezweitausendeins

    8. Mai 2009 at 18:12

  13. Hey, das wäre dann ja ernsthaft „pro-amerikanisch“ – und zugleich Ausdruck des Kampfes gegen Gewalt („abschießen“) und Rassismus („Völker“) in der Turnhalle.

    Dean an rechts“liberales“ Blogufer: Bitte jubeln – und Petition unterschreiben!

    John Dean

    8. Mai 2009 at 22:05

  14. Ich fand Völkerball auch imemr doof- blödes Spiel, ist nur dazu da, dass irgendwelche Klassenhelden mich mit Bällen bewerfen dürfen. Und spätestens wenn die Sportlehrerin 4 Bälle ins Spiel holte wusste man „das wird wehtun“.
    Nebenbei betrachtet erinnert mich das Prinzip ein bisschen an Steinigungen. Kann man das in die Petition noch aufnehmen?

    cassandrammviii

    9. Mai 2009 at 5:28

  15. Hmm. Wenn ich mich recht entsinne (Grundschule = meine Völkerball-Zeit), war ich früher nicht gerade eine Sportskanone. Aber sie haben mich nie getroffen – nicht im Völkerball.

    @ Cassie

    Kann es sein, dass Deine Sportlehrer latente oder gar offenkundige Sadisten waren? 4 Bälle? VIEER Bällle ???

    Pfui!

    John Dean

    9. Mai 2009 at 6:03

  16. Im Prinzip „Sportlehrer“ ist das Prinzip „Sadist“ und „Schinder“ eingeschlossen. Das waren immer mindestens 2, und am Ende meist 4 Bälle.

    Ab der 7. Klasse hatte ich ein Sportbefreiungsattest bis zum Abi. Der Sportlehrer aus der 7. erkannte das nicht an, da er noch nie eine „Krankheit“ gesehen hatte, die länger als 2 Monate dauert. Nach einem Telefonat mit unserem Hausarzt war er ein bisschen schlauer- aber ob er das Prinzip „körperliche Behinderung“ begriffen hat bezweifle ich.
    Jaja, ich weiss, sich mit Che hauen könne, aber keinen Schulsport mitmachen, ts.

    cassandrammviii

    9. Mai 2009 at 6:11

  17. Cassandra ist so kritisch oder: Frauchen hat ne Idee gehabt.

    Urfaust

    9. Mai 2009 at 10:42

  18. Hmm. Wenn ich mal scharf nachdenke, dann meine ich mich zu erinnern, dass es Schulen gibt, wo das Schießen (sog. Sportschützen usw.) zum offiziellen Programm gehört.

    Auch gleich verbieten?

    (Und überhaupt: Könnte man nicht, der Einfachheit halber, nachträglich einen Passus in den Lissaboner Vertrag aufnehmen, nach dem ausnahmslos alles verboten ist, was nicht ausdrücklich vorher von den staatlichen bzw. übergeordnete privaten Stellen erlaubt wurde? Es wäre so einfach! Einfach den Grundsatz allgemeiner Handlungs-un-freiheit in die Verfassung nehmen, jawohl, und schon sind unsere Politiker, als gesetzgeberische Erlaubnisstellen, für uns alle uneingeschränkte Helden, ja und das gälte sogar für so einen Superhelden wie Schäuble oder für Deutschlands einzig wahre Mega-Nanny ?!)

    John Dean

    9. Mai 2009 at 13:38

  19. Hint: „Mega-Nanny“ = Zensursula

    John Dean

    9. Mai 2009 at 13:39

  20. @Cassie: „Jaja, ich weiss, sich mit Che hauen können, aber keinen Schulsport mitmachen, ts.“ —- Turnhallensport ist ja auch zumeist öde, und Eishockey wird an Schulen nicht gespielt. Sich mir Dir hauen war hingegen cool, ich bekenne allerdings auch, sowohl sadistische als auch masochistische Anteile zu haben;-)

    chezweitausendeins

    9. Mai 2009 at 19:08

  21. Wenn man Paintball verbiten will, weil die Leute damit das Töten lernen und Krieg spielen, was soll man dann erst mit der Wehrpflicht anstellen?

    Michel

    9. Mai 2009 at 23:53

  22. Sehr schönes Argument;-)

    chezweitausendeins

    10. Mai 2009 at 9:12

  23. Kein Witz: Bundeswehr wirbt unter Minderjährigen fürs Tötenlernen.
    http://www.heise.de/tp/r4/artikel/30/30249/1.html

    noergler

    11. Mai 2009 at 11:53

  24. Demnächst wohl noch eine Generation jünger:

    „Tomm zu uns! Bei uns gibt es die geile Superaktion, das gehtv ab wie hacke!

    Anzukreuzen:

    Interessiere mich für eine Laufbahn als

    a) Indianer

    b) Astronaut

    c) Pirat.

    che2001

    11. Mai 2009 at 13:08

  25. Kein Witz: Die Grossmutter sagte am Muttertag zur Mutter: „Es war der Ersatzdienst! Die Bundeswehr hätte ihn hart gemacht … „

    Lina

    12. Mai 2009 at 13:45

  26. Na, das Blutkonserven die ganze Nacht zum Notfallpatienten bringen und der persönliche und menschliche Umgang mit Leuten, die man teilweise ein paar Tage später ins Gefrierfach brachte hat einen ganz schön hart gemacht, während andere sich mit Geländespielen vergnügten;-)

    chezweitausendeins

    12. Mai 2009 at 18:42

  27. Ich muss jetzt mal kurz den Wehrdienst verteidigen:

    Betten machen, schon mal einen Fussboden geputzt haben, Knöpfe annähen… alles gute Sachen, wenn man mal später alleine wohnt.
    Das alles KANN man auch woanders lernen, dazu muss niemand Gelände spielen gehen (abgesehen davon… ich habe nichts gegen Geländespiele!), aber viele Jungs haben es geschafft, sich davor recht erfolgreich zu drücken.

    cassandrammviii

    12. Mai 2009 at 19:52

  28. @ Che

    ‚Teilweise ins Gefrierfach‘? Du hast sie also zersägen müssen … ? Na, wenn das nicht abhärtet (-; … ?

    (Sorry!) – wollte meine Bemerkung eigentlich als Warnung vor Müttern und Grossmüttern verstanden wissen, die notorisch an ihrer Vorstellung vom harten Mann arbeiten; das halte ich auf lange Sicht für folgenreicher als den befristeten Militärdienst selbst …

    Lina

    12. Mai 2009 at 21:51

  29. Na ja, mich nervt einfach die Klischeevorstellung von Zivildienstleistenden als Weicheier, zumal Dienst am Patienten eine nicht nur sinnvolle und notwendige, sondern menschlich ausgesprochen fordernde Sache ist. Und die Jungs, die auf einer Rettungswache sitzen, haben oftmals wirklich einen härteren Jobs als Bunnis. Nebenbei haben wir dann auch die Manöveropfer (ich erinnere mich da an einen, der bei einem Rohrkrepierer neben dem Mörser gestanden hatte und dessen eine Körperseite im Prinzip eine einzige große Verbrennung war) in den OP gekarrt. Aber Bundeswehrsoldaten, die über die „Warmduscher“ und „Drückeberger“ ablästern, jaja….

    chezweitausendeins

    14. Mai 2009 at 10:58

  30. Die von mir so geschätzten Fähigkeiten wie Betten beziehen oder Fussbodenschrubben dürfte man(n) dabei ja auch ganz gut lernen müssen können.

    Und Individuelle Schwerstbehindertenbetreuung ist wahrscheinlich härter als auf dem Deck liegen und lesen, bis das Schiff in St. Petersburg anlegt. So beschrieb einer meiner Mitbewohner seinen Bundeswehrdienst.

    cassandrammviii

    15. Mai 2009 at 5:20

  31. @ Cassie

    Irgendwo, auf mehreren Blogs gleichzeitig, glaube ich, hab’s aber vergessen (wollen), war kürzlich von ‚linker‘ Spiessigeit die Rede und dass die immer so furchtbar vernünftig sein wollten, die ‚Linken‘, und so besorgt und betulich daherkämen …

    Wenn ich hier zum zweiten oder dritten (?) Mal lese, wie praktisch doch der Militärdienst für junge Männer wäre, weil sie was für’s Leben (besonders als Single) enorm Nützliches dabei lernen könnten, komme ich zu dem Schluss, dass sie für Vollversager gehalten werden, denen anders nicht zu helfen ist, als sie zum Bund zu schicken, um an lebenserhaltendes Grundwissen (wie etwa das Schrubbenkönnen) zu kommen (-; …

    Menschenskinder … ist da (oben) vielleicht doch was dran (-; ???

    (War nur ein Scherz! Auch die Herren Maxeiner & Miersch übertreiben wie üblich, wenn sie über ‚die Linken‘ schreiben: „Sie wurden genau das, was sie niemals werden wollten: typisch deutsch, pathetisch und von missionarischem Eifer beseelt. Die Rolle der Anstandstante, die einst dem Pastor und dem Kirchenkränzchen zukam, wird heute begeistert von einer heimatlosen Linken übernommen, der als letzte Utopie die Klimakatastrophe geblieben ist.“)

    Lina

    16. Mai 2009 at 10:34

  32. PS: Klimakatastrophe? Das ist nicht alles, da haben die Herren noch was vergessen: die breite Palette von Verzichts- und und Ernährungsfragen …

    Lina

    16. Mai 2009 at 10:39

  33. Na ja, das beschreibt einen bestimmten Teil der Linken. Ein anderer bestimmter Teil dröhnt sich regelmäßig zu und trägt „Arbeit ist scheiße!“ T-Shirts, wieder ein anderer macht ehrenamtliche Sozialarbeit – oder auch hauptberufliche – und wieder andere arbeiten für Hilfsorganisationen. Und ich kenne z.B hedonistische Expunks, die heute Markenanzug tragen, Architekten oder Ärzte sind und linksradikale Projekte durch Spenden finanzieren, Patenkinder in Brasilien oder Kongo haben und zu den Szeneparties in JUZI, Roter Flora und Hafenstraße immer noch auflaufen. Gibt es alles nebeneinander.

    P.S.: Als in meiner Umgebung vegetarische Ernährung bis hin zum Veganismus als moralisches Muss galten, propagierten wir, moralischem Müssen immer spinnefeind, den Currywurst-Kommunismus, und ich bereitete Putenfleisch in der veganen Volxküche zu.

    chezweitausendeins

    16. Mai 2009 at 16:14

  34. Und ansonsten bin ich prinzipiell gegen alle Zwangsdienste. Lag an einer sexy Krankengymnastin, dass ich mich nicht habe untauglich mustern lassen.

    chezweitausendeins

    16. Mai 2009 at 16:14

  35. >>> Na ja, das beschreibt einen bestimmten Teil der Linken.

    Ja, schon, aber das ist eben auch ein Problem: sie zeigen kein einheitliches Gesicht, in das man schauen könnte, um sich zu vergewissern, was sie politisch wirklich wollen, welche Strukturen sie aufbauen und welche (der vorhandenen) sie auflösen würden.

    Du hast Dich ja schon mal bei den BLOGs darin versucht, ein Modell zu erstellen aus dem, was Dir wichtig erscheint. Es ist nicht fertig geworden, weil unter dem (vor-)eiligen Spott der LibZyns (wie ich sie nenne) die Balken brechen, bevor sie überhaupt aufgerichtet sind …

    Aber lassen wir das. Mein Problem mit ‚Links‘ begann mit der ‚Palästinenserfrage‘ (was zugebenen eine unseriöse Verkürzung ist), und zwar deshalb, weil ihr Horizont nicht zur sachlichen Unterscheidung reichte (und reicht), dass dort eine Terror-Clique einer gefestigten Demokratie gegenübersteht und eine politische Lösung dies zu berücksichtigen hat; mit humanitärer Hilfe macht man keine Politik, sie ist Begleitung. Und, und, und – ich will hier kein neues Fass aufmachen …

    Nur eines noch: nur weniges war so aufschlussreich für mich wie der Auftritt einer Suppenkücheninitiatorin im ARD-Staatsfernsehen, um zu erkennen, worum es der Abteilung ‚linkes Helfen‘ (genauer: beim ‚linken‘ Helfersyndrom) eigentlich geht: um Selbsthilfe, um nicht selbst an den Ungerechtigkeiten der Welt zu ersticken … also verstehe ich unter ‚links‘ (und nicht erst seit neulich, sondern schon lange), den Mitbürger – um HELFEN zu können! – schwerst vernachlässigt und extrem hilfsbedürftig zu reden; ich spreche jetzt von der Hartz-IV-Protest-Abteilung, die ausser Lamentieren nichts auf der Agenda zu haben scheint; sie leben davon, klagen zu können.

    Dabei will ich gar nicht in Zweifel ziehen, dass es dem Einzelnen ernst ist mit der verströmten Wohltat an Mitmenschlichkeit (und der Empfänger dadurch entlastet werden kann), und doch handelt es sich hier bei – sorry!- gnadenlosem Licht besehen um Arbeitsbeschaffung UNTER linkem Niveau – imho.

    Kurzum: es ist kleines, wuseliges und muffiges Karo und es fehlt der grosse Entwurf, um Strukturen zu schaffen, die sowohl ein Auskommen sichern und zugleich Luft lassen, also persönliche Freiheit wahren; zumindest habe ich noch von keinem gehört, der diese (mir) unverzichtbaren Merkmale aufweisen würde; vielleicht gibt es ihn ja auch gar nicht (-; …

    Lina

    16. Mai 2009 at 18:03

  36. Ich glaube, es war Bundeskanzler Kurt-Georg Kiesinger, der die Bundeswehr als „Schule der Nation“ bezeichnete.

    noergler

    16. Mai 2009 at 18:47

  37. Frage: Hat das Fingerchen gezuckt und den Löschknopf betätigt, noergler? Mich stört’s nicht, wirklich nicht, mag auch keinen Stress, wo er nicht sein muss 😉 …

    Lina

    16. Mai 2009 at 20:11

  38. Zuckefingerchen, Löschknopf? Wieso denn? Bzw: Wurde hier was gelöscht? Falls ja, nicht von mir. Und was denn? Ist mir was entgangen?

    noergler

    16. Mai 2009 at 20:45

  39. Ja, noergler, ein längeres Elaborat, bzw. Traktat von mir, das sich an Che richtete. Aber mach Dir nichts draus, ich tu’s auch nicht …

    Lina

    16. Mai 2009 at 20:55

  40. Ich weiß von nichts. Vielleicht hängt was in der Kommentarkurve, schau gleich mal nach.

    chezweitausendeins

    16. Mai 2009 at 20:59

  41. Da ist nix!

    chezweitausendeins

    16. Mai 2009 at 21:01

  42. @ Lina:
    Es stand ein Kommentar von Dir unter „Pending“. Das System macht manchmal sowas; da kann niemand was dafür. Ich habe den Kommentar freigegeben, „Pending“ steht jetzt auf Null, das heißt, er müßte da sein bzw sehr bald erscheinen.

    noergler

    16. Mai 2009 at 21:02

  43. Doch, es ist doch dieser Kommentar, der jetzt weiter oben steht:
    „>>> Na ja, das beschreibt einen bestimmten Teil der Linken….“
    Alles O.K.?

    noergler

    16. Mai 2009 at 21:04

  44. >>> Alles O.K.?

    Inhaltlich? Weiss nicht – aber wenn Du’s sagst 😀 …

    Lina

    16. Mai 2009 at 21:11

  45. Morgen kommt dann von mir eine Gesamtstellungsnahme, meine Wahrnehmung der Linken ist da ja ohnehin eine total Andere: Stichwort Spannungsverhältnis Linksintellektuelle und echte Unterschicht.

    chezweitausendeins

    16. Mai 2009 at 22:57

  46. Prinzipiell bin ich ja auch gegen Zwangsdienste. Und wenn schon, dann bitte für alle- also auch Frauen. Mit dem Argument von „wir kriegen aber Kinder“ ist
    a) bei einer Geburtenrate zwischen 1,4 und 1,2 Kindern pro Frau nicht nicht mehr viel zu ziehen
    b)dass dann also „Kinder kriegen für’s Vaterland“ Soso. Aha. Nein danke! ich zumindest gehe auf keinen Fall aus patriotischen Motiven an die Gebärfront 🙂
    Und der „natürliche Pazifismus der Frau“ gehört ins Geschichtsbuch.

    Vielleicht sollte ich das ganz kurz erklären: zum mündigen Menschen gehört meiner Ansicht nach, dass er nicht hilflos vor den kleinen „Unglücken“ des Lebens steht-abgerissene Knöpfe etc. Jeder sollte sich kompetent fühlen, so etwas ohne fremde Hilfe zu lösen. Das war jetzt irgendwie überflüssig zu sagen, oder?

    Mein Problem kommt auf, wenn Studis dastehen und erklären (ernstgemeinterweise), sie hätten RCDS gewählt weil das die einzigen sind, die fordern, dass die Mensa auch sonntags aufhat, denn sonst haben sie nix zu essen. Ja, das Programm ist doof, aber dieser Service…
    Verdammtes Ei, auf den Miracolis steht hinten drauf wie es geht und du studierst, also kannst du ja hoffentlich lesen! Und der freie Sonntag der Mensabediensteten ist egal oder was?

    Bei so was betrachte ich die Option, fern von zu Hause ein bisschen Selbständigkeit zu üben als letzte Option. Das Militär ist zwar der letzte Ort, wo ich Selbständigkeit vermuten würde, aber Widersrüche gehören zum Leben.
    Meine Schwiegermutter erklärte ihren Söhnen immer, we müsse das mit dem Haushalt lernen, sonst schickt seine Frau ihn später noch zu ihr zurück.

    Das ganze hängt eng mit bevormundendem Sicherheitsdenken zusammen: vor langer Zeit kam ich in die Waschküche meines Studi-Wohnheims und fand einen Zettel vor „Bügel-Bhs dürfen hier nicht gewaschen werden“. Was sollte denn das? fragte ich den zuständigen Waschmaschinen-Tutor. Die Antwort riss mich von den Beinen: die machen die restliche Wäsche doch kaputt wenn die Maschine schleudert. Mein Hinweis, das sei doch ganz klar das Problem der Leute, die die Dinger schleudern lassen half nicht weiter.
    Und das ist so klassisch deutsch: statt Risikoaufklärung mit eigener Entscheidung verbieten wir ohne Angabe von Gründen. Noch klassischer ist es allerdings, dass sich Leute an solche Verbote halten.

    cassandrammviii

    17. Mai 2009 at 5:31

  47. @Lina: Die Vorstellungen, wie ein basisdemokratisch – linker Minmalstaat vorzustellen wäre, die ich nicht entfalten konnte, weil ich bei den BLOGs zum Schweigen gebellt wurde werde ich hier demnächst noch einmal ausbreiten, gibt ja außer meinem eigenen Blog keinen passenderen Ort dafür. Vorher schreibe ich aber ezwas zur linken an sich und wie ich Linkssein definieren würde. Steht in spätestens einer Stunde hier auf Seite 1.

    chezweitausendeins

    17. Mai 2009 at 14:53


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