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Korčula – Die restlichen Tage

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Praxis

Die letzten beiden Tage waren zu vollgepackt mit Vorträgen, Diskussionen, Gesprächen, Essen und Trinken, als daß ich dazugekommen wäre, meinen Bericht fortzuführen. Jetzt, ausgeschlafen und -genüchtert, will ich mein Möglichstes tun, die Erfahrungen der letzten Tage wiederzugeben.

Die erste Diskussionsrunde am Freitag zum Thema Philosophie begann mit einem echten Rohrkrepierer: Ankica Čakardić sprach zum Thema „Der Kontext der Linken und ihr kritisches Potential“. Was ich mitgenommen habe waren eine Menge langweiliger postmoderner Gemeinplätze über die Schwierigkeiten, Indidivuum und kollektive Aktion zusammenzubringen. Was das Ganze im Zusammenhang mit der Philosophie der Praxis-Gruppe zu tun haben sollte, war mir völlig unerfindlich – ein Bezug wurde imVortrag nicht hergestellt oder die Simultanübersetzerinnen haben ihn unterschlagen.

Wobei ich letzteres nicht glaube, denn die beiden haben absolut großartige Arbeit geleistet. Wie man über drei Tage eine derartige Konzentration aufbringen kann, so viele durchaus komplizierte Vorträge simultan vom Deutschen in die Regionalsprache beziehungsweise umgekehrt zu übersetzen, grenzt an ein Wunder.

Vielleicht noch eine Bemerkung zur „Regionalsprache“ – früher hieß die einfach „Serbokroatisch“, aber seit den nationalistischen Exzessen der 90er Jahre, haben die Bosnier, Kroaten und Serben jetzt ihre je eigene Sprache. Deren Unterschiede, so habe ich es mir von Kennern erklären lassen, sind noch nicht einmal so groß wie die zwischen dem Schwäbisch im Oberland und dem der Unterländer. Überhaupt: Nach dieser absurden Logik könnte ein katholischer Oberschwabe wie ich auch die Trennung vom protestantischen Unterland propagieren. Doch zum Thema „Nationalismus“ kommen wir noch; zurück zur philosophischen Diskussionsrunde vom Freitag.

Panel 2

Entschädigt für das leere Geblubber von Ankica wurde ich dann durch einen absolut brillianten Vortrag von Thomas Seibert. Thomas trug elf Thesen (wohl nicht ganz zufällig die gleiche Zahl wie die Marxschen Feuerbachthesen) zur „Ontologie der Revolution“ vor. Diese Thesen verdienen eigentlich eine präzisere Auseinandersetzung als es mir hier jetzt möglich ist. Will man den komplexen Vortrag auf den Punkt bringen, dann vielleicht in Form einer „Dialektik des Humanismus“: Thomas zufolge ist der marxistische Humanismus, wie ihn die Praxis-Gruppe vertrat, strukturell diskreditiert, weil er, zumindest scheinbar, auf ähnlichen ontologischen Grundlagen fußt wie auch die leninistisch-stalinistischen Abirrungen und überhaupt die ganzen Spielarten des Marxisms (vielleicht mit Ausnahme der Kritischen Theorie). Der Antistalinismus der französischen Philosophie in der Folge von ’68 artikulierte sich deshalb auch dezidiert anti-ontologisch, und dies mit einiger Berechtigung. Dieser Kritik ontologischen Denkens verfiel dann nicht nur die leninistische Orthodoxie, sondern auch die humanistisch-marxistischen Ansätze. Danach war eine ontologische Fundierung gesellschaftlicher Transformationsprozesse eigentlich nicht mehr möglich. Thomas plädierte nun unter Berufung auf Derrida dafür, im Gegensatz zu einer anti-humanistischen Position eine post-humanistische einzunehmen, die sich, wie er ausführte, durchaus auf Ansätze bei der Praxis-Gruppe stützen könnte. Dies jedoch nur als ein erster Eindruck, auf diesen Vortrag werde ich Rahmen dieses Blogs später noch einmal zurückkommen.

Die Frage nach dem Subjekt gesellschaftlicher Veränderung war dann auch Thema bei Ozren Pupovac. Ozren kontrastierte in seinem Vortrag die tatsächliche humanistisch-anthropologische Konzeption des jungen Marx, wie sie in den ökonomisch-philosophischen Manuskripten von 1844 entwickelt wurde, mit ihrer Reformulierung bei den Philosophen der Praxis-Gruppe. Die Differenz, die er dabei herausarbeitete, bezog sich auf das Subjekt gesellschaftlicher Veränderung. Während Marx seine Argumentation auf das Proletariat zuspitzte, verlor sich die Frage nach dem Subjekt der Praxis bei den jugoslawischen Philosophen im Unbestimmten. Mir selbst wurde nicht ganz klar, ob Ozren darin eine Stärke oder eine Schwäche der Praxis-Philosophie erkennen wollte. In einer Situation jedenfalls, in der eine radikale Linke sich nicht mehr auf das Proletariat als genau bestimmtes Subjekt historischer Transformationsprozesse beziehen kann, könnte die radikale Unbestimmtheit des Subjektes, seine ontologische Freiheit, durchaus eine interessante philosophische Perspektive öffnen, eben im Sinne des Post-Humanismus, wie ihn Thomas Seibert zuvor propagiert hatte.

Panel 3

Im zweiten Panel des Tages ging es dann um das Verhältnis der Praxis-Philosophen zu anderen politischen Ausrichtungen. Hrvoje Jurić referierte über das Verhältnis der Praxis-Philosophen zum Anarchismus, das sich bei den unterschiedlichen Praxis-Autoren auch sehr verschieden darstellte. Während Predrag Vranicki eine klassisch marxistische, das heißt ablehnende Position einnahm, äußerte sich Milan Kangrga, wie Hrvoje berichtete, zumindest im persönlichen Gespräch nicht vollständig ablehnend. Eine durchaus positive Haltung attestierte er Gajo Petrović.

Über den Vortrag von Michael Koltan decken wir lieber den Mantel des Schweigens. Was er über das Verhältnis der Praxis-Philosophie zu den antiautoritären Bewegungen zu sagen hatte, wurde in diesem Blog schon um einiges besser und tiefgründiger behandelt.

Panel 4

Das dritte Panel beschäftigte sich mit der Frage des Nationalismus. In der Doppelnummer 3/4 von 1971 gab es zwei Artikel, einer von Rudi Supek und einer von Milan Kangrga, die sich mit der bereits damals virulenten nationalen Frage beschäftigten. Beide Vortragende, Luka Bogdanić und Ana Dević bezogen sich vor allem auf diese beiden Aufsätze, um den aufkeimenden Nationalismus als Phänomen der neue sozialistischen Mittelklasse zu beschreiben. Die Wirtschaftsreformen der zweiten Hälfte der 60er Jahre und die zunehmende Autonomie der verschiedenen kommunistischen Parteien in den einzelnen Teilrepubliken führten zu einer zunehmenden Konkurrenz, bei der die ökonomischen Rivalitäten dann mit nationalistischer Rhetorik von der davon profitierenden Mittelklasse ausgetragen wurde. Auf Nachfragen in der Diskussion, ob dieser einfache Kurzschluß zwischen ökonomischem Interesse und nationalistischer Ideologie nicht etwas zu simplifizierend sei, konnten die Referenten keine wirklich schlüssigen Antworten geben.

Želimir Žilnik im Gespräch

An dieses heftige Vortragsprogramm schlossen sich dann noch zwei Veranstaltungen an: Zunächst ein Gespräch mit Želimir Žilnik über die sogenannte „schwarze Welle“ im jugoslawischen Film und seine Erfahrungen als Filmemacher in der zweite Hälfte der 60er Jahre. Ein wie immer großartig aufgelegter Žilnik ließ die clever ausgedachten Fragen von Sezgin Boynik und Gal Kirn oft genug ins Leere laufen. Nach dem Abendessen wurde dann Žilniks legendärer Film „Frühe Werke“ gezeigt. Žilnik ist mit seinen 69 Jahren immer noch ein engagierter Filmemacher und hat nichts vom Feuer seiner Jugend eingebüßt. Ich werde jetzt nicht auf „Frühe Werke“, der 1969 den goldenen Bären auf der Berlinale erhielt (Žilnik erzählte, daß die Berlinale-Verantwortlichen ihn für die Preisverleihung auf einer Party mit den führenden Köpfen der Berliner APO aufspüren mußten, da er überhaupt nicht damit gerechnet hatte, für seinen Film einen Preis zu bekommen), eingehen, sondern auch hierfür einen eigenen Blog-Beitrag vorsehen.

Völlig erschöpft sank ich nach diesem anstrengenden Tag ins Bett.

Panel 5

Der Samstag war dann glücklicherweise nicht mehr so vollgestopft wie der Tag zuvor. Die zwei Vortragsrunden beschäftigten sich mit der Rezeption der Praxis-Philosophie im Ausland. Während das erste Panel die Ostblockstaaten thematisierte, ging es im zweiten um den Westen. Von den fünf Vorträgen waren zwei komplett unbrauchbar. Katarzyna Bielińska verzettelte sich mit ihrem Beitrag über Polen so sehr in der Frühgeschichte der polnischen Philosophie nach dem zweiten Weltkrieg, daß ihr dann die Zeit ausging, als sie über die Bezugnahmen polnischer Philosophen auf die Praxis-Philosophie berichten wollte (der Zeitplan wurde, dankenswerterweise, strikt eingehalten). War diese Verzettelung enttäuschend, so war der Vortrag von Dušan Marković eine einzige Frechheit. Dušan sollte über die Rezeption in Frankreich berichten, hatte aber offensichtlich weder eine Ahnung von der radikalen französischen Linken in den 60er und 70er Jahren, noch von der Praxis-Gruppe. Das einzige, was er ausführte, waren einige Gemeinplätze über das Verhältnis der KPF zum jugoslawischen Selbstverwaltungssozialismus (in den 60er Jahren strikt dagegen, in den 70er Jahren dann, nach der eurokommunistischen Wende, dafür).

Panel 6

Daß es die Bilanz des Tages nicht völlig verhagelte, war den restlichen drei Referenten zu verdanken. Wobei auch hier nicht alles ganz so war, wie ich mir das vorgestellt hatte: Besonders gespannt war ich auf Nenad Stefanovs Vortrag über „»Praxis« und die Frankfurter Schule“. Dies ist ein Thema, das ich auch schon länger hier imBlog abhandeln wollte, aber im Hinblick auf diesen Vortrag aufgeschoben hatte. Doch leider war Nenad erkrankt, sein Vortrag wurde von Elfriede Müller vorgetragen. Und über das Verhältnis von Frankfurter Schule und Praxis wußte er auch nicht viel mehr zu sagen, als daß die aktivistischeren „Frankfurter“ wie Fromm und Marcuse (die damals in Mexiko bzw. Kalifornien lehrten) in einem regen Austausch mit den jugoslawischen Marxisten standen, während Adorno die Praxisgruppe ignorierte. Eine Einladung Petrovics für die Sommerschule schlug er mit windigen, wenn auch höflichen Argumenten aus. Schlimmer war Alfred Schmidt, der sich über die jugoslawischen Philosophen dahingehend völlig abfällig äußerte, daß ihr Marxismus auf dem philosophischen Stand der 30er Jahre verblieben sei (ich vermute ja, daß dieser Angriff vor allem darauf zurückzuführen war, daß Milan Kangrga Schmidts „Begriff der Natur in der Lehre von Marx“ in der ersten Nummer der Praxis mit durchaus guten Argumenten kritisiert hatte). Ein nicht unerheblicher Teil von Nenads Vortrag drehte sich dann aber um die Rezeption der jugoslawischen Selbstverwaltung in der aktivistischen Linken der 70er Jahre, der er vorwarf, sich weder mit der Praxis-Philosophie noch mit der realen Selbstverwaltung wirklich auseinandergesetzt zu haben, sondern diese als reine Projektionsfläche mißbraucht habe.

Thomas Flierl beschäftigte sich mit der Rezeption von „Praxis“ in der DDR-Philosophie. Schon einleitend stellte er fest, daß das Thema eigentlich sehr schnell erschöpft sei, denn diese hätte nicht stattgefunden. Daß der Vortrag dann trotzdem hochinteressant wurde, lag daran, daß er ähnliche Bestrebungen eines humanistischen, praxis-orientierten Marxismus in der DDR vorstellte und nachzeichnete, wie diese Ansätze unterdrückt wurden. Er machte dabei drei derartige Phasen aus: Zunächst die Auseinandersetzung um Lukács, Bloch und Harich in den 50er Jahren, diejenige um Heise und Seidel in den 60er Jahren, und schließlich eine dritte, bei der ich vergessen habe, mir die Namen zu merken. Für einen Westlinken wie mich war dann doch erstaunlich, daß die DDR-Philosophie nicht ganz so homogen und dumm leninistisch war, wie ich sie immer wahrgenommen hatte.

Der unbestreitbare Höhepunkt des Tages war jedoch der Vortrag von Matthias István Köhler, der einen detaillierten, hervorragend ausgearbeiteten Abriß darüber gab, wie entscheidend die Treffen auf Korčula für die Herausbildung der sogenannten Budapester-Schule um Ágnes Heller war. Erst der Besuch der Sommerschule, so führte Köhler aus, hatten die Budapester Lukács-Schüler Zugang zu Schriften einer Marxrezeption, die sich von der leninistischen Orthodoxie freigemacht hatten; und zum anderen zogen sie aus den Diskussionen ein Selbstbewußtsein, daß es ihnen erlaubte, sich als „Schule“ zu konstituieren und ihre Thesen kollektiv und offensiv zu vertreten.

Die Schlußdiskussion war dann so, wie Schlußdiskussionen immer sind: Viel kam dabei nicht heraus. Popov monologisierte wieder eine halbe Stunde über Selbstverwaltung, indem er bis zur athenischen Demokratie ausholte, andere ritten mehr oder minder ihre persönlichen Steckenpferde. Herausragend war nur der Beitrag der 82-jährigen Zagorka Golubović, die noch einmal zur Frage intervenierte, wer denn das Subjekt gesellschaftlicher Veränderung sein solle, wenn das Proletariat ausfalle: Schon die Rede von „dem Subjekt“ sei der Fehler; es müsse immer von Subjekten im Plural geredet werden, nur so sei einem neuerlichen Autoritarismus entgegenzuwirken.

Die Konferenz verabschiedete dann noch eine Resolution zur Unterstützung der globalen Proteste gegen die Finanzkapitalismus, dann wurde zum gemütlichen und alkoholischen Teil des Abends übergegangen.

Praxis

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Written by alterbolschewik

16. Oktober 2011 um 18:10

Veröffentlicht in Nicht kategorisiert

6 Antworten

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  1. @“Vielleicht noch eine Bemerkung zur „Regionalsprache“ – früher hieß die einfach „Serbokroatisch“, aber seit den nationalistischen Exzessen der 90er Jahre, haben die Bosnier, Kroaten und Serben jetzt ihre je eigene Sprache. Deren Unterschiede, so habe ich es mir von Kennern erklären lassen, sind noch nicht einmal so groß wie die zwischen dem Schwäbisch im Oberland und dem der Unterländer. Überhaupt: Nach dieser absurden Logik könnte ein katholischer Oberschwabe wie ich auch die Trennung vom protestantischen Unterland propagieren. Doch zum Thema „Nationalismus“ kommen wir noch; zurück zur philosophischen Diskussionsrunde vom Freitag.“ —– Es gibt da schon gewisse regionale Unterschiede. Grundsätzlich ist das eine Sprache, deren Basis eine Art grammatikalisch radikal vereinfachtes Russisch darstellt, mit einem Vokabular, das extrem viele Lehnwörter aus anderen Sprachen enthält, und zwar aus dem Venezianischen, Deutschen (Frisör heißt Frizerski, Palatschinken Palatschino, Kneipe Konnoba), Russischen, Griechischen und Türkischen. Je nach Region schwankt der Anteil dieser Lehnwörter, also in Slowenien ist der deutsche, in Kroatien der venezianische, in Serbien der russische, in Bosnien-Herzegowina (Herzeg nowa Gowina, des Herzogs neues Land) der türkische und in Montenegro der türkische und griechische Anteil überwiegend. In der Wojwodina wird hingegen Ungarisch, im Kosovo Albanisch und in Mazedonien eine mit serbischen und griechischen Einsprengseln vermischte Mundart des Bulögarischen gesprochen.

    BTW: Ein libanesischer Bekannter äußerte mal, es sein reine Ideologie, Arabisch und Hebräisch als getrennte Sprachen zu behandeln.

    che2001

    19. Oktober 2011 at 10:50

    • Danke für die Erläuterungen, Che.

      Dadurch wird die Analogie zu Ober- und Unterschwaben allerdings noch bestärkt. Gerade im Oberschwäbischen haben wir sehr viele Lehnwörter aus dem Französischen, der Bürgersteig heißt zum Beispiel Tróttwar… Das beweist klar und deutlich, daß Oberschwaben schon in der Vergangenheit kulturell deutlich höher entwickelt war als das Unterland. Vielleicht sollten wir wirklich den oberschwäbischen Befreiungskampf gegen die Unterdrücker vom unterländischen Pietcong aufnehmen…

      Doch Scherz beiseite: Ich finde es wirklich erstaunlich, daß in Deutschland die ganze Kleinstaaterei in einem mörderischen gesamtdeutschen Nationalismus endete, während hier auf dem Balkan offensichtlich das Gegenteil der Fall war. Der Panslawismus, der ja wie der deutsche Nationalismus letztlich die Ideologie einer verspäteten Nationenbildung im 19. Jahrhundert war, funktionierte offensichtlich nicht, sondern mündete in eine ebenfalls mörderische Kleinstaaterei.

      alterbolschewik

      19. Oktober 2011 at 14:55

  2. @“Nach dieser absurden Logik könnte ein katholischer Oberschwabe wie ich auch die Trennung vom protestantischen Unterland propagieren.“ —- Daher hat auch eine Schwulen-WG in Belgrad sich als selbstständige Nation ausgerufen mit der Begründung, alle Maßstäbe zu erfüllen, die in Ex-Jugoslawien dazu nötig sind. Geniale Life-Act-Satire!

    che2001

    19. Oktober 2011 at 10:53

  3. Verbündet Euch mit den Badenern!

    Der Materialien-Band „Die Ethnisioerung des Sozialen“ gibt gute Antworten darauf, wie und warum das in Jugoslawien passierte, findet sich auch auf diesem Blog.

    che2001

    20. Oktober 2011 at 22:02

    • Danke für den Hinweis auf den „Materialien“-Band. Ich hatte damals zwar mitbekommen, daß der erschienen war, ihn aber nie gelesen. Nachdem ich ihn jetzt auf der Website angelesen habe, ging die Bestellung heute raus. Wobei die „Materialen“ ja auch schon im Vorwort zugeben, daß sie keine Antwort darauf haben, warum die nationalistische Mobilisierung funktionierte, sondern daß sie nur die Motive aufzeigen können, warum diese Mobilisierung von den Eliten in Gang gesetzt wurde. Genau dieser problematische Punkt der Vermittlung bestimmter (Klassen-)Interessen einerseits und subjektivem Glauben an nationale Hirngespinste andererseits war auch auf Korcula Gegenstand der (hilflosen) Diskussion.

      Mir persönlich geht es da wie Freud mit den „religiösen Gefühlen“ – wenn man’s nicht hat, kann man es nur abstrakt rekonstruieren, wirklich nachvollziehen wird man’s nie können.

      alterbolschewik

      23. Oktober 2011 at 22:04

  4. Ja, aber man kann die objektiven ökonomischen Interressen, die dahinterstehen nachvollziehen. Bin schon äußerst gespannt, Deine Stellungnahme zu lesen, wenn Du mit der Lektüre durch bist.

    che2001

    25. Oktober 2011 at 22:08


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