shifting reality

Es gibt kein richtiges Lesen im valschen!

Der große Ökostrom-Studien-Schwindel

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Klewes gehört zu den wenigen Menschen, denen man schon im Alter von Mitte 40 den Titel der grauen Eminenz anhängte. Das liegt zweifellos an seinen Verdiensten für die PR-Branche.“

Handelsblatt, 19. Oktober 2006

Aus aktuellem Anlaß gibt es heute einen Beitrag, der nur indirekt mit dem eigentlich zu verhandelnden Thema, dem Verhältnis von antiautoritären Bewegungen und den Medien zu tun hat – damit geht es nächste Woche weiter. Dafür geht es heute um eine „wissenschaftliche“ Studie, an der ich gebeten worden bin, teilzunehmen.

Dazu muß ich vielleicht einiges vorausschicken. Wenn man, wie ich, in der selbsternannten „Green City“ Freiburg lebt, dann hat man ein Problem. Zumindest als Alter Bolschewik. Denn dann verachtet man einerseits das spießige grün-alternative Manufactum-Bürgertum aus tiefster Seele. Zum anderen muß man allerdings, wenn man ehrlich ist, zugeben, daß man mit diesem mehr gemein hat, als einem lieb ist. Natürlich habe ich die Erde nicht von meinen Kindern geborgt. Um genau zu sein: Ich würde mich hüten, überhaupt irgendwelche unerzogenen Blagen in die Welt zu setzen und dann „Luca“ zu nennen. Ich kontrolliere auch nicht, ob meine Nachbarn den Müll korrekt trennen (und wenn, dann höchst selten). Aber ich habe statt eines Autos einen Fahrradanhänger. Ich bemühe mich, meine Lebensmittel direkt beim Erzeuger zu kaufen. Und ich beziehe meinen Strom von einem Ökostromanbieter, so einem richtigen, nicht einem, der verschiedene „Tarife“ anbietet und dann rein bilanztechnisch den Atomstrom auf die nicht Ökostrombezieher verschiebt. Nein, die Anbieter meines Ökostroms sind honorige Leute, absolut integer, die seit Jahrzehnten gegen die Atomlobby aktiv sind. Und um das zu unterstützen, bin ich durchaus bereit, für meinen Strom ein paar Kröten mehr springen zu lassen (so viel mehr ist das übrigens gar nicht).

Ich bilde mir also zusammen mit vielen meiner Freiburger Mitbürger ein, ich sei ein „kritischer“ Konsument. Zwar glaube ich nicht, daß ich die Welt dadurch retten werde, weil ich statt zu dem einen Konsumgut zu einem anderen greife, aber es schadet auch sicherlich nicht. Und so bin ich beim selben Ökostromanbieter wie viele meiner umweltbewußten, grün wählenden Mitbürger. Das hat natürlich auch mit der Freiburger Geschichte zu tun, mit der Verhinderung des Atomkraftwerks in Wyhl (das, für die norddeutschen Leserinnen, „Wiehl“ ausgesprochen wird, nicht „Wühl“). Hier findet sich also noch ein Residuum der Bewegungsgeschichte. Geblieben ist davon allerdings nicht viel mehr als eine bestimmte Form des Konsums, die der Illusion aufsitzt, sie sei mehr als bloßer Konsum.

Allerdings ist diese Art des Konsums für manche Menschen ein Problem. Nämlich für die Werbewirtschaft. Denn wir uns „kritisch“ dünkende Konsumenten sind für sie sehr schwer erreichbar. Das hängt auch mit der Bewegungsgeschichte, und ja, mit deren Verhältnis zu den Medien zusammen. Das reicht zurück bis in die 60er und 70er Jahre. Die letzte Woche beschriebene Konfrontation mit der Springer-Presse, die in der zweiten Hälfte der 60er Jahre begann, hat ein grundsätzlich kritisches Bewußtsein gegenüber den Medien hinterlassen, das diesen ein manipulatives Interesse unterstellt. Noch schlimmer ist es um die „Botschaften“ der Werbeindustrie bestellt: Diese sind für uns „kritische Konsumenten“ nichts als Lüge und Manipulation: Zwischen der Bild-Zeitungs-Redaktion und einer Agentur für „Kommunikationsberatung“ ist, in unserer Sicht der Welt, kein wesentlicher Unterschied festzustellen. Das heißt, eigentlich sind wir für diese Menschen nicht erreichbar.

Nun könnten wir friedlich in unseren Welten nebeneinander herleben, wenn, ja, wenn die Werbeindustrie nicht ein ausgeprägtes Interesse an uns hätte. Einmal ganz davon abgesehen, daß wir über ein überdurchschnittliches Einkommen verfügen, wir sind sogar bereit dazu, für bestimmte Produkte mehr zu zahlen, zum Beispiel für Ökostrom, ohne daß wir das geringste davon haben. Meinem Laptop, mit dem ich das hier schreibe, ist es völlig egal, ob er mit Ökostrom oder Atomstrom betrieben wird. Wenn ich mein Gemüse auf dem Markt statt beim Diskounter kaufe, dann erhalte ich für mein Geld wenigstens auch bessere Qualität. Doch wenn ich Ökostrom kaufe, dann bringt mir das, zumindest auf das Produkt selbst bezogen, überhaupt nichts, es kostet nur mehr. Könnte man also, und hier fängt der „Kommunikationsmanager“ an zu träumen, herauskriegen, warum es Menschen gibt, die sich ökonomisch offensichtlich komplett irrsinnig verhalten; und ließen sich diese Mechanismen im Detail studieren und auf andere Produkte anwenden, dann, ja dann hätte man den Heiligen Gral der Werbung gefunden.

Doch wie gesagt, wir „kritischen“ Konsumenten sind ein widerborstiges Völkchen, was unser Verhältnis zur Werbung angeht. Klingelte also jemand von einer Werbeagentur, nennen wir sie mal Ketchum Pleon, bei uns und fragte höflich, ob wir an einer kleinen Umfrage über unser Konsumverhalten teilnehmen würden, dann müßte dieser jemand sehr schnell seine Nase zurückziehen, weil sie sonst schmerzhaft Kontakt mit unserer Tür aufnehmen würde. Es ist also nicht so ganz einfach, uns die Information aus der Nase zu ziehen, warum wir unser Geld so und nicht anders ausgeben.

Es muß also irgendwie anders gehen. Man kann sich lebhaft die Brainstorming-Sitzungen in unserer Werbeagentur vorstellen, wie dieses Problem zu lösen sei. Bis auf einmal der Seniorpartner der Agentur, nennen wir ihn einmal Joachim Klewes, eine glorreiche Idee hat: Ich gründe eine „unabhängige“ Stiftung, die dann derartige Untersuchungen durchführt. Wenn man nicht als Werbeagentur, sondern als gemeinnützige Stiftung vor der Tür steht, dann sind die Erfolgschancen sicherlich deutlich höher. Gesagt, getan, die Stiftung wird gegründet und nennt sich Change Centre Foundation. Allerdings ist die Verbandelung dieser „unabhängigen“ Stiftung mit der Werbe- und Kommunkationsindustrie so offensichtlich, daß man wahrscheinlich auch nicht besonders erfolgreich sein wird: Man holt sich vielleicht keine blutige Nase, wird aber trotzdem freundlich abgewimmelt.

Es muß also zusätzlich Vertrauen geschaffen werden. Und wem vertraut der Deutsche? Die jüngste Allensbachstudie zum Berufsprestige behauptet, daß nach Ärzten, Krankenschwestern, Lehrern, Handwerkern und Ingenieuren ausgerechnet Professoren das höchste Ansehen genießen (Kommunikationsberater tauchen in der Allensbach-Studie gar nicht auf, wahrscheinlich ist ihr Prestige eher im Bereich des Tierreiches, irgendwo im Umfeld von Kakerlaken, anzusiedeln). Nun trifft es sich, daß unser Stiftungsgründer auch Lehrveranstaltungen an der Universität Düsseldorf anbietet und sich deshalb „Honorarprofessor“ nennen darf. Wenn er jetzt noch eine der Studentinnen aus seinem Seminar vorschickt, die erklärt, sie arbeite im Auftrag der Heinrich Heine Universität Düsseldorf und in Zusammenarbeit mit der unabhängigen, gemeinnützigen Change Centre Foundation, tja, dann weiß ich nicht, dann lasse ich sie vielleicht doch über meine Schwelle.

Um das Ganze aber wasserdicht zu machen, braucht es noch jemanden, der – in der Sprache der „Kommunikationsberater“ – als „Testimonial“ auftritt, also jemand, dem ich grundsätzlich erst einmal vertraue. Und so schreibt mich der Geschäftsführer meines Ökostrom-Anbieters mit folgenden wohlklingenden Worten an:

„Lieber Alter Bolschewik,
heute möchte ich Sie auf ein Forschungsprojekt der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf aufmerksam machen. Unter Leitung von Prof. Dr. Joachim Klewes beschäftigt sich ein Team junger Wissenschaftler mit der Frage, unter welchen Bedingungen individueller Verhaltenswandel und gesellschaftliche Veränderung möglich sind.“

Und damit hatten sie mich am Haken – schließlich interessiert mich individueller Verhaltenswandel und gesellschaftliche Veränderung ungemein (in diesem Blog geht es ja im Prinzip um nichts anderes).

Es behaupte also keiner, er sei nicht manipulierbar – es ist nur eine Frage der Mittel. Und Vertrauen ist der Hebel schlechthin. Ich vertraue meinem Ökostrom-Anbieter (und ich bin nach wie vor überzeugt, daß von dieser Seite aus nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt wurde und sie einfach über den Tisch gezogen wurden) und habe den „Professor“ Klewes und seine „Change Centre Foundation“ nicht so genau unter die Lupe genommen, wie ich das sonst getan hätte.

Und dieses Problem ist nicht zu umgehen. Ich muß tagtäglich Menschen vertrauen, es geht gar nicht anders, ich kann nicht immer alles selbst nachprüfen. Ziel der „Kommunkationsberater“ ist es, genau dieses notwendige Vertrauen zu manipulieren. Und am besten gelingt dies natürlich, wenn die Verbreiter bestimmter Botschaften sich gar nicht dessen bewußt sind, daß sie mißbraucht werden. Der neuste Werbe-Hype „virales Marketing“ beruht gerade darauf. Wenn mir eine Werbeagentur eine eMail zuschickt, in der sie mich auf ein angeblich interessantes oder lustiges Video auf youtube hinweist, dann landet das sofort im virtuellen Papierkorb. Wenn die Werbeagentur aber einen meiner Freunde dazu bringt, mir eine eMail mit dem selben Inhalt zu senden, dann werde ich mir das Video wohl ansehen. Die Agentur Ketchum Pleon ist sehr stolz darauf, daß sie diese Technik beherrscht.

Und so ließ ich mich also vermittels des Vertrauens, das ich in meinen Ökostrom-Anbieter setze, dazu manipulieren, Klewes Fragebogen auszufüllen. Allerdings stellte ich recht schnell fest, daß es im Fragebogen überhaupt nicht um „individuellen Verhaltenswandel und gesellschaftliche Veränderung“ ging, sondern allein um die Frage, warum ich bereit bin, ein teureres Produkt, nämlich Ökostrom zu kaufen, obwohl ich persönlich davon überhaupt keinen Nutzen habe.

Doch selbst als mir das bewußt wurde, stellte mir meine Arroganz noch einmal ein Bein – was wiederum zeigt, wie erfolgreich zumindest ich manipulierbar bin. Spätestens jetzt hätte ich zunächst einmal recherchieren müssen, ob die „Verengung“ der angeblichen Fragestellung auf bloßen Konsum kein Zufall ist. Und sonderlich schwierig wäre das nicht gewesen: Es reicht, „Joachim Klewes“ bei Wikipedia einzugeben. Stattdessen ließ ich mich auch noch dazu hinreißen, nach Abschluß des Fragebogens die Erforscher „individuellen Verhaltenswandels und gesellschaftlicher Veränderung“ darauf hinzuweisen, daß sich dieser nicht auf Konsumentscheidungen reduzieren lasse, im Gegenteil.

Kaum hatte ich meinen Kommentar abgeschickt, schwante mir natürlich auf einmal, daß der von mir kritisierte „Fehler“ der Studie in Wirklichkeit gar keiner war, sondern exakt deren Intention beschrieb. Es treibt mir nachträglich die Schamröte ins Gesicht, wie Klewes über meine Naivität gegackert haben muß. Es ist wohl diese narzisstische Kränkung, die mich heute dazu bewogen hat, über diesen „Großen Ökostrom-Studien-Schwindel“ zu schreiben. Und wer weiß, vielleicht findet ja auch dieser Artikel eine virale Verbreitung, die den Manipulationen eines Klewes etwas entgegensetzt.

Nächste Woche geht es aber weiter im Thema antiautoritäre Bewegungen und Medien, wenn das Darmstädter Echo 1967 meint:

„Ein Meinungskonzern überwacht die politische Wohlanständigkeit in Berlin; nur wenige riskieren es, ihn gegen sich zu haben. Die kritischen FU-Studenten gehören zu dieser Minorität.“

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Written by alterbolschewik

27. Januar 2012 um 17:11

Veröffentlicht in Ökonomie, Medien, Wissenschaft

9 Antworten

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  1. Klewes wäre vermutlich nicht Klewes, wenn er seinen Honorarprofessortitel nicht gewinnbringend einsetzen würde. Und bei der Uni Düsseldorf sollte man sowieso vorsichtig sein:

    http://exportabel.wordpress.com/2007/09/03/der-geldadel-bestimmt-in-der-uni-duesseldorf-mit/

    genova68

    28. Januar 2012 at 20:26

    • Ich habe mich auch gefragt, wie die Universität Düsseldorf da mit drinhängt – aber egal wie, ist es eigentlich skandalös. Entweder sie weiß überhaupt nichts davon – dann wird ihr Name von Klewes einfach mißbraucht. Oder sie ist daran beteiligt – indem sie zum Beispiel auch die Klewes studentische Hilfskräfte bezahlt: Dann finanziert sie mit Steuergeldern eine Untersuchung, bei der aller Wahrscheinlichkeit nach andere als rein wissenschaftliche Interessen dahinterstecken.
      Ich habe die Studienmacher ja angeschrieben, ob die Studie ausschließlich aus Mitteln der Stiftung finanziert wird, und wenn nein, wer sonst noch im Boot ist. Aber trotz aller versicherten Transparenz auf der Studienhomepage habe ich natürlich keine Antwort darauf erhalten.

      alterbolschewik

      29. Januar 2012 at 12:14

  2. Nutzen – das ist der Grat, an dem sich Handlungen einzuordnen haben – aber nicht immer nach den gleichen Grundsätzen, sofern es dabei nicht zu abstrakt wird.

    Den Nutzen eines homo ökonomikus kann man ganz klar in (Geld-)Einheiten bemessen. Ob sich ein angestrebter Nutzen dann lohnt, hängt vom Aufwand und damit vom komparativen Nutzvorteil ab.

    Das Glück eines Menschen hängt aber dann nicht mehr von dieser Art von Nutzen absolut ab, sobald die existentielle Lebensphäre hinreichend saturiert ist.
    Alles, was darüber hinaus geht, nennt man Sucht!
    Sucht ist eine Form von Zwang und damit kein Kennzeichen von Freiheit, auch wenn dies von Vulgär-Fetischisten „gern“ ganz anders gesehen wird –> Freiheit unreflektierender Willkür.

    Wenn sich Freiheit auf der Stufenleiter einer hoch produktiven Gesellschaft überhaupt signifikant entfalten kann, dann ist es diejenige, welche dem „Schlüsselreiz“-Profit die Stirn bietet und ihre Identität nicht durch Anbiederung und (apriori) Mainstream-Gehorsam zu „gewinnen“ versucht, sondern durch Identifikation seines Wertegefüges mit seiner Verhaltensweise.
    In Bezug auf die „Stromquelle“ bedeutet dies, nachdem der fiskalische Entscheidungsspielraum als gegeben eingeordnet worden ist, die Auswahl nicht nach der „billigsten“ Quelle, sondern nach der, mit welcher eine bessere Identifikation möglich ist, weil dies relativ zwangsfreien Identitätsgewinn bedeutet.

    Wer Marx richtig zu deuten weiß, wird nicht umhin kommen, die Verelendungstendenz vor allem am zentralen Zwang des homo ökonomikus fest zu machen, weil Emanzipationspotential zum Identitätsgewinn (auf höherer/freiheitlicher Stufe) somit verschlossen bleibt.
    Konsumqualität ist bei entsprechendem Freiraum nicht immer durch eine Erhöhung der Konsumquantität zu erzielen, die Antrainierung von Süchten aber sehr wohl.

    Unter diesem Aspekt ist das „gewinnbringend“ im vorigen Beitrag durchaus hinterfragbar.

    Ludwig

    29. Januar 2012 at 12:33

    • Ich glaube, das funktioniert in Düsseldorf ganz pragmatisch: Klewes hat in Düsseldorf einen guten Ruf, Pleon (oder wie die jetzt heißen) auch, das sind Türöffner. Die PR- und Werbewirtschaft ist in Düsseldorf mächtig, da findet zur Uni hin keine Abgrenzung statt, das wäre in der Düsseldorflogik verschenktes Potenzial. Du weist ja ganz zu recht auf neue Werbetechniken hin.

      Und es geht ja mittlerweile überall um Drittmittel, das ist an der HU Berlin nicht anders, wenn google ein Internet-Institut finanziert.

      genova68

      29. Januar 2012 at 14:17

    • Ludwig, so sehr ich im Großen und Ganzen übereinstimme, hätte ich doch so meine Zweifel, daß es mit den Bedürfnissen so einfach ist, daß alles, was über die „existentielle Lebenssphäre“ hinausgeht bereits als „Sucht“ zu qualifizieren wäre.

      Wenn wir mit Marx argumentieren, dann beschränkt sich die Geschichtlichkeit der menschlichen Gattung nicht nur durch auf die Weiterentwicklung der Produktivkräfte, sondern eben auch auf die Weiterentwicklung der Bedürfnisse. Die knifflige Unterscheidung wäre die zwischen legitimen neuen Bedürfnissen und irrationalen, zu kritisierenden Bedürfnissen. Obwohl derartige Fragen – um auf das eigentliche Thema dieses Blogs zu referieren – in den antiautoritären Bewegungen ausführlich thematisiert wurden, wurde keine stringente Lösung entwickelt. Das wird wahrscheinlich noch einmal zu thematisieren sein, wenn ich mich mit Marcuse beschäftige.

      Allerdings glaube ich schon, daß Du mit dem Begriff der „Sucht“ den richtigen Weg gewiesen hast: Es werden Mittel zur angeblichen Befriedigung eines Bedürfnisses angeboten, die aber in ihrem Konsum genau das Bedürfnis verfehlen. Solange aber die Subjekte nicht einsehen, daß das angebotene Mittel falsch ist, geraten sie in einen Suchtkreislauf.

      Und Werbung ist das kapitalistische Verfahren, im Dienste der Kapitalakkumulation falsche Mittel für durchaus legitime Bedürfnisse zu empfehlen.

      alterbolschewik

      30. Januar 2012 at 20:53

  3. Wie schrub der Alte Bolschewik schon 1990:“Studentische Linke, die flinken Wiesel der akademischen Feldforschung“

    che2001

    29. Januar 2012 at 22:59

    • Nicht alle intelligenten Texte, die unsere Gruppe Ende der 80er, Anfang der 90er Jahre verfaßt hat, stammen von mir ;-). Eine Formulierung wie die zitierte würde ich aus dem Bauch heraus eher dem Genossen H. zuschreiben… Aber schön, daß unsere damaligen Texte nicht ganz vergessen sind.

      alterbolschewik

      30. Januar 2012 at 20:56

  4. Gut recherchiert und interessante Hintergründe!

    Mir war diese Studie auch aufgefallen und ich habe selbst mal recherchiert – diese Organisation hat einen Handelsregistereintrag von 2009, also wahrscheinlich eher nicht nur für diesen Zweck gegründet (kostet doch auch einiges an Geld, oder?).

    Naja, Konspiration hin oder her, wollte ich nur gesagt haben.

    baxter

    30. Januar 2012 at 16:00

    • An eine Verschwörung glaube ich auch nicht – dazu sind die Zusammenhänge zu einfach zu ergoogeln. Und die Stiftung ist sicherlich nicht in Hinblick auf die Ökostrom-Studie gegründet worden – sie hat ja auch schon einige andere Untersuchungen durchgeführt. Aber daß die Stiftung explizit zu dem Zweck gegründet wurde, mit Sondierungen in gesellschaftliche Bereiche vorzustoßen, wo man als Werbeagentur auf Widerstand stößt, ist, glaube ich, ziemlich offensichtlich. Wenn dem nicht so wäre und das alles eine böswillige Unterstellung meinerseits, dann hätten sie indigniert auf meinen kleinen Fragenkatalog geantwortet, der die Verflechtungen der Stiftung offengelegt haben wollte.

      Davon einmal abgesehen: Pleon hatte schon Anfang 2011 bei Emnid eine Studie über den Ökostromwechsel in Auftrag gegeben; offensichtlich waren die Ergebnisse nicht aussagekräftig genug, daß man sich überlegte, nun unter einem Deckmantel präzisere Informationen zu erhalten.

      alterbolschewik

      30. Januar 2012 at 21:03


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