shifting reality

Es gibt kein richtiges Lesen im valschen!

Haare!

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Die Frauenbewegung in der BRD (23)

„Daß also Frauen freiwillig mit anderen Frauen etwas gemeinsam gemacht haben, das war sensationell.“

Helke Sander

Was bisher geschah: Der große Kindergärtnerinnen-Streik, der in Berlin nicht nur die Bedingungen in den öffentlichen Kindergärten verbessern, sondern allgemein die Macht der arbeitenden Frauen sichtbar machen sollte, wurde durch mutwillige Sabotage der Gewerkschaften verhindert.

Es ist schwer zu sagen, welchen Anteil die gescheiterte Streikagitation an der Krise des Aktionsrates zur Befreiung der Frauen hatte. Aber man spekuliert wohl nicht ganz ins Blaue hinein, wenn man vermutet, daß eine derartige gemeinsame Anstrengung für einige Zeit die inneren Widersprüche im Aktionsrat unter den Teppich kehren konnte. Diese Widersprüche brachen dann nach dem Scheitern dieser aktivistischen Phase umso vehementer auf.

Doch bevor ich auf die Details eingehe, wie im Herbst 1969 der Aktionsrat in verschiedene Fraktionen zerbrach, will ich einige eher allgemeine Überlegungen zur Diskussion stellen, wie sich das Verhältnis von Ereignis, spontanter Aktion und Organisation denken läßt.

Ich hatte in diesem Blog schon mehrfach auf die Kategorie des Ereignisses verwiesen. Das Ereignis ist ein kontingenter historische Augenblick, der als Trauma erfahren wird. Und dieses traumatische Ereignis verändert, zumindest für einen Teil der Gesellschaft, die Wahrnehmung dieser Gesellschaft grundlegend. Für die BRD und ganz besonders für West-Berlin war dieses traumatische Ereignis sicherlich die Ermordung Benno Ohnesorgs durch einen Polizisten während des Schah-Besuches in Berlin.

Diejenigen, die dem Treiben der linksradikalen Grüppchen in den Monaten und Jahren zuvor vielleicht nicht ganz ablehnend gegenüberstanden, deren Thesen über den gewalttätigen und ausbeuterischen Charakter des gegenwärtigen Gesellschaftssystems dennoch als hoffnungslos übertrieben abtaten, wurden durch das Ereignis aufgeschreckt. Zuvor herrschte der naive Glaube, es würde in dieser Gesellschaft schon alles richtig laufen; und wo es nicht so richtig lief, was ja kein Wunder ist, denn die Menschen sind ja fehlbar, dann waren die gesellschaftlichen Institutionen schon so eingerichtet, daß sie derartige Schieflagen wieder ausgleichen konnten. Etwas Protest konnte nicht schaden, um den demokratischen Prozeß in Gang zu halten, aber man brauchte es dabei ja auch nicht zu übertreiben.

Die Kugel im Schädel Benno Ohnesorgs, die Lügen der Polizei und der Medien, der Versuch der Verantwortlichen, den Tod Ohnesorgs den Demonstranten in die Schuhe zu schieben, all das ließ diesen naiven Glauben wie eine Seifenblase zerplatzen. Gleichzeitig machten dann viele neben der Erfahrung der gemeinsamen Trauer, auch die der Solidarität und des kollektiven Handelns: Aus isolierten Grüppchen wurde eine Bewegung.

Man darf sich das alles nicht zu sehr sponaneistisch vorstellen. Das Ereignis kommt nicht einfach aus dem Nichts, es entspringt nicht einer mystischen Spontaneität der Massen. Es ist vorbereitet, es existiert bereits in Form einer Leerstelle, die es dann ausfüllt, wenn es eintritt. Ich meine das nicht zynisch in dem Sinn, daß auf die Ermordung eines Studenten gewartet worden wäre. Sondern in dem Sinn, daß die alte Werteordnung schon so angegriffen und brüchig war, daß es nur eines Anstoßes bedurfte, um die alte symbolische Ordnung wie ein Kartenhaus zum Einsturz zu bringen. Notwendig war dafür nur ein Symbol, in dem sich das ganze Unbehagen an der gegenwärtigen Ordnung mit einem Schlag auskristallisieren konnte. Darin unterscheidet sich der Tod Benno Ohnesorgs grundlegend vom Tod des Demonstranten Philipp Müller fünfzehn Jahre zuvor: Letzterer blieb für die Ordnung der BRD folgenlos, denn die Situation des Jahres 1952 war nicht so, als daß sein Tod Symbolcharakter hätte annehmen können.

Das Ereignis zerbricht also durch seinen Symbolcharakter zumindest für einen Teil der Gesellschaft die Bindung an die alte Werteordnung. Das ist zum einen zweifellos eine befreiende Erfahrung. Zum anderen ist diese Befreiung aber auch erschreckend. An die Stelle der alten Werteordnung muß eine neue Ordnung treten, eine neue Struktur, die das Chaos bändigt, das der Zerfall der alten Ordnung im Bewußtsein der Individuen hervorruft. In diesem Augenblick schlägt die Stunde der Organisationen – im Fall des 2. Juni 1967 die Stunde des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes. Der SDS hatte sich schon vor dem 2. Juni als Sprachrohr der außerparlamentarischen Opposition hervorgetan, er war durch die Medien bekannt und somit die erste Adresse, an die man sich wenden konnte, als der Aktionismus der ersten Tage nach dem Tod von Benno Ohnesorg abflachte.

Allerdings mußten gerade Frauen feststellen, daß ihnen der SDS keineswegs die Orientierung bot, die sie sich von ihm erwartet hatten. Hier kam ganz massiv die Diskrepanz zum Tragen, auf die ich schon früher hingewiesen habe. Frauen, die vor dem Ereignis am 2. Juni 1967 Mitglied im SDS geworden waren, wurden durchaus als gleichberechtigt angesehen und prägten den Verband sowohl organisatorisch wie auch intellektuell entscheidend mit. Als der Verband aber auf einmal zu einer Massenorganisation anschwoll, dominierten auf einmal die Wortführer diverser Fraktionen; und diese debattierten in einer Sprache, die für die Neuhinzugekommenen ein Buch mit sieben Siegeln war. Und das galt für die Frauen um so mehr, als diese ja deutlich schlechtere Chancen hatten, den Wissensvorsprung der SDS-Macker einzuholen. Die ursprüngliche Intention, die Helke Sander und Marianne Herzog mit der Gründung des Aktionsrates zur Befreiung der Frauen hatten, war ja dann auch gerade dies, den Frauen die Gelegenheit zu geben, zu den Männern in politischer Hinsicht aufzuschließen:

„Die Veranstaltungen, bei denen der SDS dabei war, zeichnete sich dadurch aus, daß das zuhörende Publikum auf das intelligenteste informiert wurde und daß die Argumente […] nirgendwo anders zu erfahren waren. Daß sie gleichzeitig unlösbar verquickt waren mit Eitelkeiten und männlicher Selbstdarstellung und auch Machtkämpfen, war ein Beiprodukt […]. Die Frauen, die angefangen hatten, sich zu versammeln, die die ersten Kinderläden gegründet hatten, hatten das gemacht, um für sich selbst mehr Zeit zu gewinnen, um an genau diesen Veranstaltungen, nach denen wir ausgehungert waren, mitzumachen und unseren Teil dazu beizutragen, für mehr Gerechtigkeit auf der Welt zu sorgen.“ ([4], S. 47f)

Das erste Ziel, das mit der Gründung des Aktionsrates zur Befreiung der Frauen verfolgt wurde, war somit ein praktisches: Frauen, insbesondere Müttern die Zeit zu geben, sich am politischen Prozeß zu beteiligen. Und es gab sehr viele Mütter, die durch das Ereignis aufgerüttelt wurden und das Gefühl hatten, daß sich etwas grundsätzlich ändern müßte.

Das zweite Ziel ergab sich beiläufig, aus der Tatsache der Existenz des Aktionsrates: Selbstverständigung und dadurch auch die Schaffung von Selbstvertrauen. Helke Sander erinnert immer wieder gern an die ganz subjektive Bedeutung der Treffen für die Individuen:

„Ich werde nie vergessen, was diese eine Frau gesagt hat. Wir hatten uns immer mittwochs getroffen […]. Also: Mittwochs kommt sie immer ganz beschwingt nach Hause zu ihrem Freund und ist ganz stark, und dann sagt er irgend etwas, und dann kan man lachen und nimmt das so hin; am Donnerstag denkt sie daran, wie schön es doch am Mittwoch war; am Freitag ist sie dann nicht mehr ganz so stark und ab Sonnabend fängt sie nur noch an, sich wieder auf Mittwoch zu freuen.“ ([3], S. 34)

Tatsächlich begründete der Aktionsrat eine neue Form des Umgangs, die so bislang in den politischen Gruppen nicht existierte. Frigga Haug erinnert sich ganz entsetzt an ihre erste Teilnahme an einem Aktionsratsplenum:

„Das Treffen fand im Republikanischen Club statt, und ich kann dieses erschreckende Gefühl nur so ausdrücken: »Der Raum war voller Haare.« Das war wirklich mein Haupteindruck, nur Haare! Viele Frauen hatten lange Haare, und ich merkte daran, dass ich bisher nur Männergruppen gewohnt war, und nun musste ich durch diese Haare hindurch wie durch einen Dschungel. […] Hinzukam, dass die Frauen sich alle untereinander kannten und sich umarmten. […] In diesem Raum befanden sich also nur lange Haare, die zudem alle ineinander verschlungen waren, weil die Frauen sich herzten und küssten und einander fast auf dem Schoß saßen.“ ([2], S. 189f)

Die ursprüngliche Absicht, die hinter der Gründung des Aktionsrates zur Befreiung der Frauen steckte, bezog sich höchstens mittelbar auf die Veränderung der Gesellschaft, sondern zunächst einmal auf die Veränderung der Individuen und deren realer Situation. Der Aktionsrat war zunächst unmittelbar praktisch gedacht, nicht theoretisch.

Doch keine Praxis ohne Theorie. Seien Sie also gespannt auf nächste Woche, wenn für einige „Genossinnen aus dem Aktionsrat“ Schluß ist mit lustig:

„Um mit der Schulung anzufangen, beginnen wir noch in diesem Monat mit einem Arbeitskreis über das Kapital, zudem empfehlen wir, in unserem Seminar an der PH über geschlechtsspezifische Sozialisation mitzuarbeiten.“ ([1], S. 9)

Nachweise

[1] Genossinnen aus dem Aktionsrat, „Zur Frauenemanzipation. Für eine Politisierung des Aktionsrates zur Befreiung der Frau“, in: Rote Presse Korrespondenz, Jg.1 (1969), Nr.35 (17. Oktober 1969), S.9 (http://www.infopartisan.net/archive/1967/266747.html).

[2] Haug, F.: „»Frauenpolitik galt als kleinbürgerlich«“, in: Kätzel, U. (Hg.), Die 68erinnen – Porträt einer rebellischen Frauengeneration, Berlin 2002, S. 180 – 198.

[3] Sander, H.: „Das Private ist das Politische. Gespräch mit Hilke Schlaeger“, in: Schlaeger, H. (Hg.), Mein Kopf gehört mir. Zwanzig Jahre Frauenbewegung, München 1988, S. 23 – 36.

[4] Sander, H.: „Der Seele ist das Gemeinsame eigen, das sich mehrt“, in: Heinrich-Böll-Stiftung und Feministisches Institut (Hg.), Wie weit flog die Tomate?, Berlin 1999, S. 43 – 56.

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Written by alterbolschewik

28. Februar 2014 um 17:13

5 Antworten

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  1. Sehr schön: Haare!
    Fing 1967 schon leise die Genderforschung an? Ich lese: „zudem empfehlen wir, in unserem Seminar an der PH über geschlechtsspezifische Sozialisation mitzuarbeiten“ – das geht doch wohl in diese Richtung.

    Was mir in den Sinn kommt, wenn ich damalige zeitgenössische Texte lese – auch Wagenbachs Lesebuch z.B- – ist die Dominanz des gesellschaftlich-sozialen Ansatzes. Das ging dann auch in Bereiche hinein, wo schon sehr viel ideologisches Nebelkerzenwerfen notwendig war, um den sozialen Erklärungsansatz zu „retten“, etwa wenn die Schizophrenie als sozial bedingt verstanden wurde.
    Merkwürdig: Ich hatte nie ein Problem damit, mich AUCH als ein biologisches Wesen zu begreifen, mit allen Konsequenzen. Eine rein soziale oder digital-textliche Existenz kann eben keine Kopfschmerzen haben. Freilich können die Ursachen sozial sein – mitunter auch ein schlechter Text – und natürlich haben Schmerzen Einfluß auf die Äußerungen. Aber mit einem rein sozialen Ansatz kommt man dem Phänomen Körper nicht bei.
    Und nun der Schlenk zur Frauenbewegung: Wie ging die – respektive die beteiligten Protagonistinnen – mit dem Körper um? Es gab den Befreiungsansatz, den Selbstbestimmungsansatz, sicherlich. Aber kam da nicht auch über das Vehikel Selbstbestimmung und Befreiung vom Dasein eines reinen Lustobjektes – selbstredend sehr zu unterstützende Forderungen – ein körperfeindlicher Spin in die Bewegung, nicht nur der Frauenbewegung sondern der Bewegung insgesamt? Ganz unterteuft und zunächst kaum bemerkbar? Gewissermaßen ein neuer, nun linker Pietismus? Der Körper und seine Bedürfnisse als Feind? Kam da zu Beginn der 80er AIDS als „Argument“ nicht gerade recht? Siehste, siehste! – musste ja so kommen.
    Das sind zunächst einmal nur Fragen. Mich erstaunen aber die derzeitig zu beobachtenden Vorbehalte gegen die Körper und deren Fragilität; ob man seine Bedürfnisse nun unterdrückt oder ihn manipuliert und modifizeirt mit allen (z.B. medizinischen) Mitteln – immer bleibt der sterbliche Körper der Feind, den es zu schlagen gilt. Eine Befreiung stelle ich mir anders vor…..

    summacumlaudeblog

    6. März 2014 at 5:45

    • Die Frage der Körper und der Körperfeindschaft innerhalb der feministischen Bewegung ist sicherlich schwierig. Daß das Thema der geschlechtsspezifischen Sozialisation schon in eine solche Richtung weisen würde, daß Geschlecht ein gesellschaftliches Konstrukt sei, wäre aber zu weit hergeholt. Da ging es beispielsweise darum, warum Frauen sich in politischen Zusammenhängen nicht trauen, den Mund aufzumachen. Zum einen lag das am mangelnden politischen Wissen, oder besser: an der mangelnden Beherrschung des politischen Jargons. Doch ein solcher Mangel – das erkannten die Frauen sehr schnell – hinderte Männer keineswegs daran, die Klappe aufzureißen. Und daß die Erklärung für ein solches unterschiedliches Verhalten nicht in der Biologie zu finden ist, lag und liegt auf der Hand. Das hat etwas mit geschlechtsspezifischer Sozialisation zu tun. Es kann also davon ausgegangen werden, daß es sich um derartige Diskussionen handelte.

      Dennoch, unabhängig jetzt einmal von diesem Seminaraufruf, stand auch die Frage nach dem weiblichen Körper durchaus im Raum. Frigga Haug kolportiert von Helke Sander, diese hätte propagiert, die Frauen des Aktionsrates sollten alle im Mao-Look herumlaufen: „Helke hat dann zum Beispiel gesagt, »wir dürfen uns nicht länger zu sexualisierten Opfern von Männerblicken machen, und deswegen werden wir uns alle gleich anziehen, zum Beispiel mit Maojacken. Dann können sie uns nicht mehr unterscheiden.« Ich fand das alles verkehrt.“ (Ute Kätzel, Die 68erinnen, Berlin 2002, S.191) Das kann man jetzt als Körperfeindlichkeit interpretieren; man kann das aber auch als Versuch werten, die patriarchalisch/kapitalistische Verfügungsgewalt über den weiblichen Körper zu brechen und den Frauen die Definitionsmacht über ihre eigenen Körper wiederzugeben. Für diese letztere Interpretation spricht, daß sich Frigga Haug und ihr Sozialistischer Frauenbund der abstrakten, körperlosen Theorie zuwenden wird, während Helke Sander mit der Gruppe Brot und Rosen explizit die weibliche Sexualität thematisieren und daran arbeiten wird, den Frauen die Verfügungsgewalt über ihre Körper wieder zurückzugeben.

      alterbolschewik

      9. März 2014 at 16:59

  2. @“etwa wenn die Schizophrenie als sozial bedingt verstanden wurde.“ — Na ja, ich kannte mal einen trotzkistisch orientierten Psychologen, der tatsächlich psychische Erkrankungen Klassenzugehörigkeit zuordnete: Der Adel und die Schwerreichen praktizieren orgiastische Ausschweifungen und nicht-einvernehmlichen Sadomaschosimus, die Neurosen sind fürs Bürgertum, die Prols und vor allem Subprols sind schizophren. Solche Denkweisen waren unter linken PsychologInnen mal mehrheitsfähig.

    che2001

    7. März 2014 at 15:31

  3. Ich komme gerade nicht dazu, auf Eure Kommentare zu antworten – die ich durchaus schätze. Hoffentlich habe ich morgen Zeit, etwas dazu zu schreiben.

    alterbolschewik

    7. März 2014 at 17:25

  4. Ches Einwand ist natürlich berechtigt. Viele Krankheiten können selbstredend auch sozial und ökonomisch verstanden werden. Das gilt v.a. für psychische Leiden – aber wohl gerade nicht für die Schizophrenie. Irgendwann fiel es auch den sovietischen Psychiatern auf, dass der Sozialismus die Schizophrenie nicht abschaffen konnte. In allen Gesellschaften, egal wie sie sich organisier(t)en, liegt deren Inzidenz bei stabilen – ich glaube – ca. 1% (Zahl müsste ich nachschlagen – keine Lust dazu).

    Trotzdem hat Che allgemein gesprochen Recht, das musste im Privatgespräch sogar Sigmund Freud zugeben. Der Mitbegründer der Psychosomatik v. Weizsäcker (genau die Familie) erinnerte sich an ein Gespräch mit Freud, in dem dieser sinngemäß sagte, natürlich werde die Inzidenz für NEUROSEN im Angesicht der Wirtschaftskrise abnehmen. Gerade so als wollte er sagen, dass man sich bestimmte Krankheiten leisten können muß, damit sie ausbrechen. Der berühmte sekundäre Krankheitsgewinn spielt hier mit hinein. Fällt der aus ökonomischen Gründen weg, bleibt die Krankheit unter dem Teppich. Viktor von Weizsäcker wunderte sich dann nur darüber, dass Freud zwar dieser nachvollziehbaren Meinung war, diese aber nicht öffentlich äußerte. Das hätte wahrscheinlich den allumfassenden Anspruch der Psychoanalyse empfindlich unterhöhlt. At last: Die Psychosomatik müsste eigentlich die Psychosoziosomatik heißen, erst dann wäre der ätiologische Anspruch, der namensgebend ist, komplett.

    Soweit meine Einlassungen zu einem Nebenaspekt meines vorherigen Kommentars. Wichtiger aber finde ich die Frage nach dem Umgang mit Körpern und Körperlichkeit. Ich hatte hier kommentiert, ohne Frau Lewitscharoffs Dresdener Epistel zu kennen. Freilich ist Frau L. kein Kind von 68. Die kommt nun wahrlich aus der konservativen Mottenkiste mit etlichen Leichen im Familienkeller. Aber auch bei den Kindern/Nachkommen der 68 (wie auch immer gezeugt) sehe ich ein merkwürdiges Verhältnis zu den Körpern und zum eigenen Körper am Start.

    summacumlaudeblog

    8. März 2014 at 8:57


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