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Es gibt kein richtiges Lesen im valschen!

Archive for the ‘Fussball’ Category

Für solche Spiele wurde Fussball erfunden!

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„Der Verein vom Hamburger Millerntor, der mit sieben Millionen Mark in der Saison auskommen muss, blieb nach dem 1:0-Sieg gegen Spitzenreiter 1. FC Nürnberg auch das zehnte Spiel in Folge ohne Niederlage. „Wir gehören spielerisch zu den stärksten Mannschaften, haben viel Euphorie und Spaß am Fußball“, freute sich Mittelfeldspieler Markus Lotter, der vor 18.005 Zuschauern am Donnerstag das entscheidende Tor gegen den überraschend schwachen Herbstmeister erzielte.“

Ja, der magische FC St. Pauli. Mußte natürlich die ganzen Tage schon, wenn ich nicht gerade in „Verschwende Deine Jugend“ las, an jenes Spiel zurückdenken – an diesen supercoolen Freistoß von Markus Lotter damals, fast direkt von der Eckfahne, war schließlich mein erstes St. Pauli – Nürnberg-Spiel am Millerntor. Und eines der schönsten … war’s nicht das, wo Patsche mit dem Rücken zur Gegengerade das Publikum zur Welle animierte? Doll war das.

Aber heute auch. Hätte ich die Zeichen da in meinem Hirn, die wirren Assoziationen, richtig gedeutet, dann hätte ich ja ahnen können, daß es heute wieder ein 1:0 gibt. Gegen einen richtigen Gegner diesmal sogar! Die ersten 10, 15 Minuten dachte ich noch: „Oh Mann, wenn das mal gut geht!“, da standen die super, waren zweikampfstärker und richtig gut – aber als unsere Boys in Brown, ja, der Kampfsportverband FC St. Pauli dann aber das Spiel beschleunigte, und wie beschleunigte, also, da ging’s dann rund: Ich sah ständig braune Pfeile über den Platz flitzen, sah immens imposante Solo-Läufe über den halben Platz von Kalla, den alle immer „Schnecke“ nennen, sah einen Trojan, der einfach nicht zu stoppen war und den Gegner zum Eigentor dann zwang, also, hallelujah, das war einfach gigantisch heute.

Da braucht man weder über Regenlieder noch über Voodoo noch über Londoner Trendfrisuren schreib, da passierte nix als Fußball, Höchstspannung, Mann, war das aufregend! Das hätte aber noch richtig schief gehen können in den letzten 15 Minuten, fast nur noch Spiel auf ein Tor, leider unseres,  und als der Herr Gräfe gefühlte 20 Minuten zu lange spielen ließ und der Ball noch an unseren Pfosten ging, nachdem er ein Tor für uns nicht gegeben hatte und einen Elfer nicht gepfiffen und dafür der Hain einmal eher aussah, als sei er samt Ball in’s eigene Tor gesprungen, alles lange vor dem Pfostenschuß, allerdings – da bebte das Millerntor, da waren alle voll da, wundervoll laut war’s, da wirkten Adrenalinschübe in den Spielern, daß denen noch bei der Ehrenrunde so eruptive Jubel-Zappler passierten, da wollte keiner gehen, weil, für solche Spiele wurde Fussball erfunden. Und der heilige Geist, der bei uns unterm Rasen wohnt, das ist jener, der Leidenschaft zum Heiligtum erklärte. Ohne die wäre das Leben ja auch doof.

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Written by momorulez

2. November 2008 at 20:36

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Die mit dem Zebra tanzen …. jaaaaaaa!

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Na, dann gratuliert mir mal, liebe Leser!

Habe ja neulich die Auswärtsniederlage ganz auf mich genommen, wo war das noch? Hoffenheim war’s nicht, hähähä – doch während Ring 2 durch München irrte auf der Suche nach einer Kneipe, in der das heutige Spiel zu sehen war, habe ich heroisch den Liveticker gemieden! Auch in der 70. habe ich nicht hineingeschaut, nicht in der 80., nein – steige so 19.25 h aus dem Frühabendschlaf-Bett, schalte das Radio ein, höre nur noch irgendwas zu Koblenz, 0:1 oder andersrum.  Haste zum Computer, fahre ihn hoch, denke schon bei der Startseite, St. Pauli-Forum, ist ja klar, „Mönsch, viel los hier, fast Vierstelstunde nach Spielende, entweder war’s ein Total-Debakel, oder, wer weiß? Vielleicht ja doch?????“, bewege mich zu kicker.de, und, und , und: Jaaaaaaaaa. Laute Jubelstürme treiben den Hund unter dem Bett hervor, tatsächlich, nach all den Chören am Freitag, in denen ein „Auswärtssieg!“ gefordert wurde, jaaaa, 2:1 für uns, jaaaaaaaaa.

Das wird aber für ordentlich schlechte Laune in der NDR 2-Sport-Redaktion gesorgt haben, die konseqeunt soeben lieber unendliche Vorberichte zu den Rothosen brachten, anstatt UNSEREN ersten Auswärtssieg zu feiern!

Einziger Wermutstropfen oder was auch immer man da so trinkt am Niederrhein ist, daß es ausgerechnet bei den Duisburgern war. War immerhin der Verein meines Vaters, der, in Meiderich geboren, noch auf dem Weg zur finalen OP fragte, wie denn sein Verein gespielt habe …. ja, das sind Fans. Da ist man auch 17 Jahre danach noch richtig stolz auf den Erzeuger. Und das keineswegs nur deshalb. Aber auch!

Kann nun aber auch sein, daß es gar nicht an meinem Fernbleiben vom Ticker lag, daß wir da, in der halben Wiege meines Werdens, gewonnen haben. Sondern daran, daß Ring 2 gar nicht durch München irrte, sondern flugs irgendein charmantes Lokal im Glockenbachviertel oder unweit des Gärtner-Platzes fand, wie hieß noch der Fassbinder-Laden, „Deutsche Eiche“? Sowas halt, und dort fieberte er mit Exil-Duisburgern und Exil-Hamburgern zu dem Kampf unserer Jungs.

Und um das herauszufinden, was nun der wahres Sieggrund war, muß Ring 2 jetzt jedes Mal zum Auswärtspiel nach München fliegen, um es dort zu schauen. Ich bleibe derweil vom Liveticker fern, und wenn wir dann immer gewinnen, dann war’s zumindest einer von uns beiden 😉 – was zwar die Ausgangsfrage nicht klärt, aber wenn jetzt auch nur nur einer von uns das Ritual ändert, dann ist das Risiko, doch wieder zu verlieren, einfach zu hoch. Also, Ring 2, da mußte jetzt durch!

Written by momorulez

29. Oktober 2008 at 20:38

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Die Kritik der Kritik und ihre Anwendung auf’s Fußballspiel

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„Oder ihr Essay „Against Interpretation“. Darin beschwört sie das Eigenleben der Kunst und verdammt die intellektuelle Suche nach „Bedeutungen“. Die Interpretation sei die „Rache des Intellekts an der Kunst“, denn wer das Kunstwerk auf seinen „Inhalt“ reduziert, der zähmt es. Es ist ein Hohelied auf die „sinnliche Erfahrung“. Es war, in gewissem Sinn, ein Angriff der Kritikerin auf ihr ureigenes Geschäft, der antiintellektuelle Wutausbruch einer Intellektuellen.

Es ist ein alteingesessenes intellektuellenfeindliches Vorurteil, dass das Denken lustfeindlich wäre. Wie falsch das ist, zeigen viele Intellektuellenleben. „Sinnliche Erfahrung“, „sensorische Fähigkeiten“, „Abstumpfung“, „Erotik der Kunst“ – es sind solche Formulierungen des reichen Erlebens, die Sontags „Interpretations“-Essay durchziehen.

Antagonistisch zum kritischen Räsonieren muss eine solche Sensitivität nicht sein. „Intellektuelles ,Begehren‘ wie sexuelles Begehren“, notierte sie in ihr Tagebuch.

Na gut. Als Kunstwerk war das Spiel gestern dezidiert anti-intensiv, aber auch fernab jeglicher Ironie.

Nur ist, was der Fan nach dem Spiel zum Spiel schreibt, für das Spiel eigentlich das, was die Ornithologie für Vögel ist? Ist es falsch, das Spiel auf seinen Inhalt zu reduzieren – okay, gewonnen, 3 Punkte, super, man muß ja nicht immer brillieren – oder gar Bedeutungen in ihm zu suchen? Vor allem, welche fände man dann eigentlich, wenn man sie suchte? Ist „Ich will ein Kind von Dir, Brunne“, dieser wohlverständliche Sehnsuchtsschrei, heute im St. Pauli-Forum niedergeschrieben, ach, könnte ich, würde ich auch wollen, all dieses pseudointellektuelle Rumschwadronieren hier ist ja der pure Gebärneid, Teil der Bedeutung des Spiels?

Na, immerhin ist Fußball ja ein relevantes Thema. Schon wegen dieser Aufrufe gegen Rassismus und Homophobie vor dem Spiel, um das Lieschen Müller aus dem Politbüro unter den Lesern zu befriedigen. Und ich fand die auch richtig gut.

Und die Kategorie der Abstumpfung paßt ebenso auf den Stil des Fußballerns der Wehen-Wiesbandener, also, sowas leidenschaftsloses habe ich ja selten gesehen. Schön war’s trotzdem, als die beiden Wehen-Wiesbadener Mannen nach Matchende sich zu dem kleinen Rolli-Fahrer am Fuße unsers Blogs gesellten, der so vehement 120 Minuten lang die Wehen-Wiesbadener Fan-Flagge inmitten von lauter St. Paulianern geschwenkt hatte, und ihn feierten. Und klar, der eine der beiden hatte sich natürlich ein St. Pauli-Trikot geschnorrt, weil das ja auch viel cooler ist als seines.

Aber das ist ja wahrscheinlich auch schon wieder die Rache des Intellekts an der Fußballkunst, jetzt wie doof im Gedächtnis nach Randanekdötchen zu suchen, weil das Spiel so seltsam langweilig war. Bis zu diesem Doppelschlag von Brunnemann und Boll hatten sich alle wenigstens noch damit unterhalten können, gramvoll sicher zu sein, daß wir uns sowieso in der siebzigsten Minute nach einem Dutzend vergébener Chance das 0:1 vom Tabellenletzten fangen würde. Damit war man als St. Paulianer ja schon die ganze Woche beschäftigt, sich in lustvollem Fatalismus von Smalltalk zu Smalltalk zu begeben und die so anvertraute Leidensmine zu tragen, weil ja die Grundbefindlichkeit des Fanseins abgrundtiefe Enttäuschung ist, hat Hornby das nicht geschrieben?

Und dann wurde man das gar nicht, konnte trotz dieses einen, einzigen Pfostentreffers der Wehen-Wiesbadener sein intellektuelles Begehren ganz auf Björn Brunnemann richten, weil der Rest der Spieler es ja nicht wirklich brachte gestern – okay, Ebbers hat schon super gespielt, hätten die anderen Spieler das zwischendurch mal bemerkt, wie und was der eigentlich gespielt hat, hätten wir 7:0 gewonnen, aber die wollten ja durch plötzliche Vorstöße allesamt selbst brillieren. Na, und Hoilett ist natürlich ein Kleinod ohnegleichen. Was jetzt aber wohl wieder ein komplettes Verkennen des Eigenlebens der Fußballkunst meinerseits ist, hier rumzuinterpretieren. Dabei würde ich doch die Jungs nie zähmen wollen …

Würde ich mich künstlerisch dem Spiel annähern, dann müßte ich jetzt ganz ganz viel schreiben ohne jegliche Pointe, aber mit vielen Anläufen zu solchen, das kann ich gut, um dannn nach zwei Dritteln zwei Hammersätze rauszuhauen, solche, über die man noch in 2 Jahren in der Blogosphäre schreibt, um dann weiter zu labern, bis sich alle wundern, daß der Text plötzlich aufhört.

Aber das so zu sehen, das liegt wieder daran, daß ich die sinnliche Erfahrung der Spieler einfach nicht teile, so als Zuschauer, der überdacht sitzt –  die ganzen blauen Flecken, die man sich abholt, die müder werdenden Beine, dieses Gefühl der von Nieselregen und Schweiß getränkten Trikots auf dem durchtrainierten Körper (alleine schon die sinnliche Erfahrung durchtrainierter Körper ist mir etwas abhanden gekommen), das Horchen auf die gemeinen Sprüche der gegenerischen Spieler… obwohl, mal abgesehen von der 18, wenn die Wehen-Wiesbadener Sprüche so waren, wie die Fußball gespielt haben, dann war das bestimmt in der Hinsicht auch ein ödes Spiel – und ein Kritiker ist ja auch nur gut, wenn der Künstler und sein Werk als Antagonisten ihm wirklich was bieten, nicht wahr?

Ein wenig war das Wehen-Wiesbadener Spiel sogar der antifußballerische Ausbruch von Fußballern, und immerhin habe ich jetzt eine echte Trend-Frisur, hat mein Friseur mir gestern gesagt. Der kam nämlich gerade aus London zurück, und jeder, der da was auf sich hält, hat so eine Frisur wie ich jetzt, was aber nix gegen die von Björn Brunnemann ist, in so einem blondierten Wuschel wühlt man ja eigentlich gerne mal rum, wenn man denn dazu käme. Und auch mein Friseur fragte als nun bestimmt Zehnter in den letzten Wochen, ob ich denn im Paul Weller-Konzert gewesen wäre, und auch ihm habe ich gesagt „Nee, ich war bei Joan Baez, war am gleichen Tag“, und auch der gackerte da überheblich vor lauter Eighties-Distinktionswille, weil er der sinnlichen Erfahrung beim Joan Baez-Konzert nämlich gar nicht gewachsen wäre, jawohl – ja liebe Leser, ist so: Mehr fällt mir zum Spiel gestern tatsächlich nicht mehr ein.

Ich bin schuldig!

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Ja, teert und federt mich. Ich hatte mir noch vorgenommen, den Liveticker erst nach Spielende hochzufahren. Und was mache ich Idiot? Viertelstunde vor Spielende tu ich’s doch, es steht 2: 1 für uns – und wie geht’s aus? 3:2 ausgerechnet für Augsburg, den bis dahin Tabellenletzten! Was für eine Scheiße!!!

Und was für absurde Ergebnisse sind das eigentlich? Kann mich an gar kein Zweitliga-Spiel, das jemals 9:0 ausging, erinnern – und das schaffen ausgerechnet die Rostocker, ein Verein, bei dem ich mir alle näheren Bezeichnungen lieber spare? Und Duisburg schafft ein 6:1? Und wir halten noch nicht mal eine Auswährtsführung und fangen uns in der 92. Minute noch den Führungstreffer????????????

Ich habe fertig … wenn jetzt noch der eklige HSV die Tabellenspitze wiedererobert, dann ist erst mal eine Woche Depression angesagt …

Written by momorulez

19. Oktober 2008 at 15:01

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Kann einem St.Pauli auf den Geist fallen?

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Written by chezweitausendeins

18. Oktober 2008 at 18:44

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Hamburger Wetter

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Wenn jemand den Himmel betrachtet und zu mir sagt: „Ich denke, es wird bald regnen, also bin ich“, dann verstehe ich ihn nicht.

Soll Ludwig Wittgenstein gesagt haben, in einer Diskussion in Oxford. Wahrscheinlich verstand er das nicht, weil das ein Tag wie heute in Hamburg war und es schon längst geregnet hat. Was gerade für jene auf der Gegengerade und auf den Stehplätzen in der Nord wohl als fortgesetzt selbstreferentieller Existenzbeweis wirkte: Höchsten Respekt und tiefste Bewunderung für jene, die ihr Fleisch und ihre Knochen da mehr als 2 Stunden in’s konstante Nass stellen. Wo ich schon auf der Haupttribüne mich wegen eines kurzen Fussmarsches anwitzeln lassen mußte, wo ich denn meinen Föhn gelassen hätte.

Und dieser Bengel mit der hübschen Lederjacke am Bierstand, der behauptete, er sei seit 3 Tagen in Hamburg und es habe fortwährend nur geregnet, sich ein „Du lügst!“ im Chor der Bierausschanksbediensteten anhören mußte.

Als wäre nicht selbst auf den Balearen der Oktober der regenreichste Monat, wie ich 1990 erfahren durfte, als ich am 3. Oktober, vor ihm flüchtend, dann ausgrechnet in Arenal (blöde Idee) mich wieder fand, zum Glück mit holländischen Omis am Pool und nicht am „Ballermann“: Sogar Hotels mußten evakuiert werden angesichts der damaligen Jahrhundertgewitter. Sahen aber cool aus, so vom Hotelfenster betrachtet mit ordentlich Brandy im Blut und „Lay all your love on me“ von ABBA im Ohr.

An diese Szenerie dachten dann wohl auch unsere Spieler heute, als sie sich nach dessen magischer Tanzeinlage alle auf Goofy warfen:


Quelle: ring2

Ja, für Mitblogger aus der Region tut das weh kurz vor Ende, so’n 0:5 auswärts ist ja nicht schön, wir kennen das ziemlich gut, aber ausgerechnet gegen Koblenz, kicher, auch noch gleich um die Ecke, hihihi, na, lassen wir das: Also, der Marius Ebbers, der guckt ja immer so, als könne er kein Wässerchen trüben, aber das ist ja doch ’ne verdammt coole Sau! Wie auch der Matze Hain, der jedes mal „It’s raining man“ im Ohr hatte und davor weg (hält ja kein Mensch mehr aus, das Lied) zum Ball lief und sprang, wenn er ’ne Glanzparade hinlegte wie andere ’ne Sohle auf’s schlüpfrige Parkett: Wow!

Daß es ihn dann einmal von hinten in den Mann trieb, okay, das kann schon passieren, wenn man ausgerechnet die „Weather Girls“ – wider Willen! – vor sich hinsummt, die ich ja mindestens schon 22 mal bei irgendwelchen Homo-Events gesehen habe.

Die Melancholie des so wundervollen „Here comes the rain again“ der noch viel wundervolleren Annie Lennox wollte auch nicht so recht aufkommen, eher schon das hymnische Purple von Princes Rain, von dem es ja nix bei Youtube zu gucken gibt, deshalb hier ein ganz hinreißendes Karaoke-Video. Niedlich. Süß.

Il y avait quelques gens, qui avais le chanson de Dalida dans leurs yeux oder so (fuck the richtige Schreibweise, auf Schüleraustausch war das ja auch egal und trotzdem Völkerverständigung) nach dem Spiel, ja, es war spannend, es war toll, es war mitreißend, und ich bin ja heute nur so frankophil, weil es gestern ein ganz wundervolles Jacques Brel-Portrait auf ARTE gab, aber würde ich jetzt noch mehr von dem verlinken, dann würde das wohl die Stimmung verhageln.

Das mit Zeiger der Kirchturmuhr, der von Strich zu Strich zu Strich rückt (Hanne Wieder kennt ja auch wieder kein Schwein, dabei hat die das wundervolle „Ein Neandertaler, ein Neandertaler, den ich kämmen kann auf seinem Schulterblatt, ein Neandertaler, ein Neandertaler, der so’n richtigen Meisterringerkörper hat!“ gesungen), das hatten wir zwar schon heute nachmittag schon („Immer warten nur die Leute auf den Ball, die wirklich lieben!“ hat er vor allen beiden Toren gesagt, der Ebbers, habe ich Lippenleser genau erkannt!) , aber der Zeiger war wirklich immens wichtig für’s Spiel: Immerhin fielen die Tore für uns in der 2., 45. und 46. Minute, cooles Timing, aber man stelle sich nur mal vor, der Herr Brych, der immer pfeift, sobald jemand umfällt, ganz egal, warum der fällt, hätte einfach 2 mal 2 Minuten später an- und einmal eine Minute früher abgepfiffen, dann hätten diese Aachener mit den sexy gelben Socken 2: 0 gewonnen!

Zum Glück hatte der Brych seinen i-Pod nicht dabei, sonst hätte er wie sonst immer vor jedem Spiel noch Jermaine jackson & Pia Zadora gehört, so zum warm machen, auf die steht der nämlich, dann hätte er dem Machwerk noch gelauscht, während doch eigentlich schon die Tore fallen sollten, und alles wäre ganz anders gekommen!

Das ist aber ja das Schöne am Leben: Alles fließt, man steigt niemals zwei Mal in den selben Fluß, und irgendwann begräbt man dann sein braunweißes Herz an der Biegung des Flusses „Elbe“ und hat noch immer – Mist, geht auf’s Textende zu, dabei muß ich doch noch irgendeine Hommage an den Hoilett loswerden, meine Güte, wat’n Wiesel im Bachgeriesel des Fußballspiels, aber Madonnas „Rain“, nee, das habe ich ja noch nie gemocht, das kann ich ihm doch nicht antuen – ach, dafür kriegt er das, obwohl’s ja nicht wirklich paßt. Aber immerhin hat er maßgeblich dazu beigetragen, den Aachenern ein One Way-Ticket to the Blues zu verpassen – yeah!

PS: Eigentlich wollte ich ja den Text auf meinen Erinnerungen an das Mega-Dance-Festival in Dühren und meine Begegnung mit Stella Getz dort aufbauen, nun erwarte ich aber ein Dankeschön dafür, daß ich’s nicht tat, die Musik-Verlinkungen hätte KEIN MENSCH durchgestanden 😉 …

Written by momorulez

6. Oktober 2008 at 0:05

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Ja, ich heule! Lustvoll heule ich!

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Ach, wenn ich den lese (habe ich lange gar nicht getan), dann erregt mich das ja immer. Dann möchte ich ihm die Springerstiefel lecken, will mit jeder Sehne, jedem Muskel meines Körpers, daß er mich dabei beschimpft. Ja! Gib’s mir!!

Allein schon die folgende Lyrik, mmmh (*lustvolles Stöhnen*), das ist ja fast schon Pornographie:

„Aus diesem einfachen Grund hassen auch die meisten Antifas unter den Rostocker Fans den Anhang der St. Paulianer. Wer seit Jahren auf einem Feindbild kleben bleibt, um das eigene Image als radikaler und linker Ultrahaufen und die damit einhergehende Identität zu schützen, der macht sich auf der anderen Seite mächtig viele Feinde. Diese linke Arroganz und die Tatsache, dass die Antiimperialistischen Zellen aus Hamburg keine wirklich emanzipatorische Option darstellen, sondern nur autoritäre Linkfaschisten die Che Guevara auf weiß-braunen Hintergrund vor sich herschwenken, ohne auch nur die leiseste Ahnung davon zu haben, dass mit der gleichen Farbkombination und dem selben Konterfei die Neonazis durch die Straßen marschieren könnten, sind einige der Gründe warum der Anhang des St. Pauli in Rostock nicht willkommen ist.“

In Sack und Asche gehen wir, wie präzise er uns doch identifizierte und jedem Drecksnazis somit noch mal ein weiteren Freibrief zum Zeckenklatschen mit auf den Weg gab: Gegen autoritäre Linksfaschisten helfen nur Schläge, Steine und Verachtung!

Eine emanzipatorische Perspektive hingegen zeigt die geile Sau uns im folgenden Passus auf:

„Seine darauffolgende Behauptung das er schon in fast allen Stadion des Landes war, desauviert sich allein durch den nachfolgenden Satz: “Dazu Gesänge über “schwule Hamburger”, der alte Gassenhauer “Ihr seid Hamburger, asoziale Hamburger…” wurde reaktiviert (falls er hier jemals eingemottet worden war).” Also mal ganz langsam zum Mitschneiden für den Autor dieser Zeilen, Patrick Gensing (Nachrichtenredakteur und Autor für tagesschau.de sowie als Online-Redakteur und Autor für das Politmagazin Panorama), und alle anderen Vollpfosten: Die Gegner zu beleidigen hat etwas mit Fußball, Kapitalismus, Haß auf sein Leben und Alkohol zu tun, aber nicht mit Rechtsextremismus! Das Wort “schwul” wird, ob es einem gefällt oder nicht, allgemein in der deutschen Umgangssprache, nicht nur beim Fußball, dazu benutzt sein Gegenüber zu erniedrigen.“

Na, dann ist ja alles gut, wenn all das nur mit Alkohol, aber nix mit Faschismus zu tun hat.

Bitte, erniedrige mich! Jaul!

Written by momorulez

1. Oktober 2008 at 9:55