shifting reality

Es gibt kein richtiges Lesen im valschen!

Archive for the ‘[kleine Form]’ Category

Welcome to the seventies!

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Ich bin ja schon lange nicht mehr in der Mensa gewesen, und so wunderte ich mich, mit was für einem Outfit mir da ein paar Studenten entgegenkamen: Lange Haarmähnen, Fusselbärte, Jeans, Parka oder Cordanzug. So sahen die typischen Studenten aus, als ich noch Kind war. Ist das ein neuer Trend?

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Written by chezweitausendeins

2. März 2009 at 16:50

Zur kulturellen Verortung oder was man so liest und schaut

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Wenn ich in anderen Blogs so lese, was dort wiederum gelesen wird und welche Fernsehprogramme für relevant erachtet werden fallen mir mitunter gewaltige Diskrepanzen ein. Momorulez zum Beispiel hat ein ganz anderes Verhältnis zu Sendungen, zu denen ich teilweise gar nichts sagen kann, wo ich aber auch nicht auf die Idee kommen würde einzuschalten (Deutschland sucht den Superstar etwa). Zum Anderen hat er scheinbar keinerlei Bezug zum größten Teil der Romanliteratur, die ich so lese. Don besitzt erst gar keinen Fernseher und bewegt sich hinsichtlich der Literaturrezeption zwischen dem Barock und Tucholsky, Frau Modeste findet die deutsche Nachkriegsliteratur vor den 90ern, also Böll, Bamm, Bachmann, Johnson, Grass und so weiter fast durch die Bank schlecht, kann aber mit Christian Kracht wieder etwas anfangen, den ich ja eher unter Irrungen/Wirrungen verbuchen würde – nein, nicht mit Fontane vergleichen, sondern voll daneben finden. Mein weiteres Lebensumfeld bzw. alt angestammter Freundeskreis hat so einen gewissen gemeinsamen Fundus, der in meiner Lebenswelt fast als Standard gilt. Da lesen die meisten Leute moderne historische Romane wie „Die Säulen der Erde“, „Die Varus-Legende“, „Das Blut der Könige“ oder „Der 77. Grad“. Science fiction und Fantasy, vor allem in ihren satirischen Varianten sind viel frequentiert, und Douglas Adams, Terry Pratchett und Walter Moers gehören ebenso zur Allgemeinbildung wie Asterix, Donald, japanische Mangas oder französische, spanische und italienische Erwachsenencomics. Cineastisch teilt sich mein Umfeld in eine Fraktion, die praktisch nur Autorenfilme sieht und Hollywood boykottiert (Ich habe tatsächlich Freunde, die mit den Namen Bruce Willis und Denzel Washington nichts anfangen können) und eine Gruppe, die auf harte Actionfilme abfährt und Arnie ebenso kultet wie Alien, Matrix, Star Trek und James Bond. Na ja, und ich bin mitten dazwischen, habe mir auch Titanic angetan, liebe andererseits Godard, Bunuel, Yilmaz Günay, solch gänzlich unbekannte Filme wie das kurdische Guerrilla-Drama „Ein Lied für Beko“ oder „Eine Saison in Hakkari“ und habe gerade mit Begeisterung „Buddenbrooks“ und „Effi Briest“ gesehen. Und natürlich sind auch der „Herr der Ringe“ und der „Goldene Kompass“ Kult. Eine besondereSchwäche habe ich für opulente Naturfilme wie Attenborough oder Fothergill sie machen (Top Act: „Blauer Planet“), während ich mit der deutsche Fernsehunterhaltung auf privaten Kanäle so wenig anfangen kann, dass mir die Sätze „Ich bin ein Star! Holt mich hier raus!“ auf einem Blog nicht mehr sagten, als es jetzt vielleicht eine Sentenz auf Tagalok oder Kiowa getan hätte – buchstäblich überhaupt nichts. Es sollte jedoch niemand auf die Idee kommen, mich anzurufen, wenn „Tatort“ läuft. Und nun frage ich mal einfach in die Runde: Wie schaut das bei Euch so aus?

Written by chezweitausendeins

17. Februar 2009 at 13:57

Was war eigentlich Hermann Hesse für Einer?

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Mir kommt der ja immer vor wie ein Romantiker, der sich im Jahrhundert geirrt hat. So eine Art ins 20. Jahrhundert verlegter Eichendorff – abgesehen davon, dass das Entwicklungsromane sind. Kann mir jemand näher erläutern, wie der Mann genau einzuordnen ist?

Written by chezweitausendeins

14. Februar 2009 at 15:16

Veröffentlicht in about, [kleine Form]

Feste feiern

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In dem Unternehmen, für das ich bis kürzlich tätig war gehörte die Teilnahme an bestimmten Festlichkeiten zu den unausgesprochenen Pflichten der Mitarbeitenden. Wer auf der Weihnachtsfeier oder der Geburtstagsparty des obersten Chefs ohne eine Entschuldigung wie Krankheit oder Urlaub fehlte, konnte sich auf die Kündigung vorbereiten. Dazu zählten auch Ereignisse wie die Hochzeit der Tochter des Chefs o.ä.. Grundsätzlich war es erwünscht, den Partner oder die Partnerin zu solchen Ereignissen mitzunehmen, wobei ganz klar hierarchisiert war, was welche Art von Partnerschaft zählte: An erster Stelle kamen die verheirateten Leute, möglichst mit Kind. An zweiter Stelle in der Hierarchie der sozialen Wertschätzung, die nichts mit der realen Dienststellung im Unternehmen zu tun hatte, kamen die Leute, die in fester Dauerbeziehung ohne Trauschein lebten. Schwule mit Partner rangierten noch einmal etwas darunter, man schaute sie komisch an, akzeptierte sie aber; man könnte auch sagen: Akzeptanz mit Vorbehalt. Leute wie ich, die komplett solo waren, waren irgendwie peinlich, das konnte man nicht verstehen. Schlusslicht.

Für mich, der ich aus einer Welt in das Unternehmen kam, in der WGs mit Gemeinschaftskasse und offene Zweierbeziehungen mit erlaubten Seitensprüngen das role model waren, für sich selbst und nicht auch für die Wohngenossen einkaufen schon als übler faux pas und als eigentlich eine soziale Verhaltensstörung galten und passagere lesbische Phasen bei heterosexuellen Frauen als chic und PC galten waren diese Unternehmensfeiern mit ihrem hartkonservativen Hintergrund, obwohl ich sie selber teilweise ausrichtete, immer so etwas wie ethnologische Feldforschung in der Fremde. Bin gespannt, wie es beim nächsten Arbeitgeber wird. Hoffentlich lockerer…

Gewesene Linke, heute: Die Phantom-Antifa

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Als Anfang der 1990er die hier ja schon behandelte Autonome Antifa (M) für sich beanspruchte, mit der von ihr vorangetriebenen Schaffung einer bundesweiten Antifa-Organisation die führende Kraft in der autonomen Linken in Westdeutschland zu sein, begab sich eine wundersame Kundgebung. Ein Sprecher der M betonte in martialischem Tonfall, seine Gruppe sei der wesentlichste Faktor in der autonomen Szene Niedersachsens im Allgemeinen und Göttingens im Besonderen. Als aus der Menge der Hinweis auf eine sehr aktive andere Antifa-Gruppe kam, die nicht zu der noch virtuellen bundesweiten Organisation gehörte, kam von ihm die süffisante Bemerkung, diese Gruppe sei ein Phantom: Es gäbe sie wohl, man sähe sie aber nie. Bei der nächsten größeren Antifa-Demo liefen dann haufenweise Leute mit, die T-Shirts trugen, auf denen das Phantom der Oper abgebildet wurde mit dem Spruch darunter: „Phantom-Antifa“. Köstlich!l

Man wiederkäue diesen Satz:

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„Andrian Kreye liebt die amerikanische Kultur, weil sie so unbefangen zwischen gut und schlecht und nicht zwischen hoch und niedrig unterscheidet.“

Was meint das? Ist die mythisch-filmisch neu erbaute „Nordwand“ etwa gut oder schlecht? Und mein Küchenwaschbecken etwa nicht zu niedrig für meinen Rücken? Muß ich heute wohl doch mal die Sueddeutsche kaufen …

Written by momorulez

4. November 2008 at 10:08

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Ein weniger bekanntes Stück von Bowie

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Normalerweise kennt man das ja von Brel oder Hoffmann

http://de.youtube.com/watch?v=ejQS9kQDXmk&feature=related

Written by chezweitausendeins

26. Oktober 2008 at 23:23

Veröffentlicht in Ja, Medien, Pop, [kleine Form]