shifting reality

Es gibt kein richtiges Lesen im valschen!

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„Gutes Leben“? Pursuit of Happyness?

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Kann mir Dummie mal jemand erläutern, inwiefern das;

Das schönste Recht in der neuen Verfassung gab diesem Artikel seinen Namen: Sumak Kawsay bedeutet soviel wie »gutes Leben«. Und das Recht auf ein gutes Leben gehört doch unbedingt in die Verfassung. Warum haben wir das noch nicht? Wie konnten wir es ohne dieses Recht aushalten?

… sich maßgeblich vom „Pursuit of Happyness“ der US-Verfassung unterscheidet? Oder steht das da gar nicht drin in der US-Verfassung? Oder geht es darum, daß man in den USA beim Streben möglichst bleiben sollte, während in Ecuador das Ziel dann auch in Reichweite gelangen soll?

Written by momorulez

1. Oktober 2008 at 10:18

Veröffentlicht in die Moral

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Apropos:

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Gerade im St. Pauli-Forum verlinkt gefunden – herrlich:

http://youtube.com/watch?v=uiKIlwNVElY

Written by momorulez

12. Mai 2008 at 21:19

HEYY YAAA YIPPIIYEAH HAMBUUURG HAMBUURG SANKT PAULIII – oder mein kleiner Beitrag zu einem großen Sieg …

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Quelle: Block 10

Daß es zunächst mal gar nicht gut aussah, das war der Beitrag von P.A. zum gestrigen Spiel.

Kaum, daß er die Hauttribüne betrat, fiel auch schon das 1:0 für Aue. Daß er erst so spät kam, das lag an den absurden Anpfiffzeiten- Freitag, 18 h ist einfach eine Frechheit und nur durch das 17.30 h an einem Dienstag, also z.B. nächste Woche gegen die Region, noch zu toppen.

So lagen wir also zurück, nicht nur wegen P.A., sondern auch wegen dieser temporären Fahrlässigkeit aus Überheblichkeit, die unsere Mannschaft gegen vermeindlich „Schwächere“ immer heimsucht. Den Auern gegenüber war das wirklich keine angemessene Haltung: Die haben nicht nur den Dribbelkönig Curri, sensationell, der Mann, sondern auch ansonsten in der ersten Halbzeit richtig gut gespielt. Sympathische Mannschaft.

Also mußte ich ran. „Na, vielleicht bringt’s ja was“ sach ich zu P.A. und schlurfe zum Bierstand – wie zu erwarten war: Kaum, daß ich rückkehrend mit 4 Bier in der Hand die Haupptribüne betrete, fällt auch der Ausgleich.

Na also. Gegen das ziemlich dämliche 1:2 konnte ich auch nix ausrichten, P.A. war allerdings dieses mal unschuldig, Pliquettund Morena weniger – und dieses traumhafte Abschiedstor von Charles kurz vor der Halbzeit, na, das haben wir so als St. Pauli-Kollektiv uns einfach verdient.

Skorpione wie Charles können ja so viel Glück, wie wir das zumindest zeitweise am Millerntor erleben und erfühlen dürfen, einfach nicht ertragen, die brauchen Krisen, Düsternis und fiese Dialekte um sich rum, um sich lebendig zu fühlen. Das kannte er ja schon vom HSV, und das braucht er nun noch ’ne Nummer unspektakulärer, Tristesse pur, damit’s noch mehr weh tut – und im Schmerz findet man sich halt dann selbst. Kenne ich auch noch aus dem Alter. Deshalb zieht es ihn jetzt in jene Gegend, in deren geographischem Umfeld Intrigen in FDP-Ortsvereinen die einzigen Highlights eines ansonsten durchreguliert-beschaulichen Daseins darstellen und allenfalls manche Landrätin noch für ein wenig Glamour und Stil sorgt. Na, viel Glück trotzdem.

P.A. raune ich noch in der Halbzeit zu „Komm, das gibt noch ein 5:2“, gut, knapp daneben, aber so ganz falsch lag ich ja nicht.

Aber damit das auch wahr wurde, mußte ich halt wieder ran. „Na, gut, vielleicht klappt’s ja noch mal“ – also raus zum Bier holen, und in der Tat: Stehe so an einer dieser neuen, mobilen Zapfsäulen, ganz plötzlich wird es richtig laut, und der geliebte „Song 2“ fräst sich in die jubelnden und Schals schwenkenden Tentakel meines Innenohres oder was auch immer da drinnen so los ist.

Klar, der Schnitzler war’s, seitdem der hier mitliest, trifft er ja wieder. Da störten mich noch nicht mal die Sprüche von diesem Herren in den besten Jahren, der seine Blondine kurz darauf von der Biersäule abholte und erst mal ausführlich berichtete, daß ihm beim Pinkeln ja eh die Hälfte in die Hose gegangen sei und er sowieso beim Strullen unter lauter Männern immer nicht richtig könne, weil er ja Angst habe, daß die alle schwul seien. Na ja, der in Neurosen eingelegte Humor auf St. Pauli kennt halt auch seine Tiefpunkte, so stelle ich mir den in Franken auch vor … vor allem, weil Typen wie der auch auf den Toiletten einschlägiger Etablissements nicht unbedingt so richtig Riesenchancen hätten. Aber vielleicht meinte er ja das, diese tiefsitzende Angst vor Zurückweisung halt …

Daß Bruns dann sogar ganz ohne daß ich schon wieder Bier holen gehen mußte gleich mit seiner ersten Ballberührung die Vorlage für’s 4:2 gab, das war schon doll. Das war so richtig doll. Aber sowas von doll. Hallelujah: 12 Tore in den letzten 3 Heimspielen, die Quote ist schon enorm. Und dann noch on top die 3 in Wiesbaden … das bißchen Augsburg kann da die Laune nicht trüben.

Und als dann nach dem Spiel klar war, daß wir rechnerisch für den Rest des Saisonverlaufs unabsteigbar sind, weil die Region in Mainz gepatzt hat, das war ein Gefühl im Stadion, also, da von Magie zu reden, vom Zauber, das ist gar nicht übertrieben…

Drum:

HEYY YAAA YIPPIIYEAH HAMBUUURG HAMBUURG SANKT PAULIII!

Gehen wollte keiner. Aber alle ganz gospelig Wechselgesänge mit der Mannschaft anstimmen. Weil man in solchen Momenten weiß, was Liebe ist … ach, überlasse ich doch einfach Erik das letzte Wort:

„Die Sonne kam durch und ganz Sankt Pauli sang. Wie junge Hunde drehten sich unsere Jungs da auf dem Rasen im Kreis, es war eine Freude ihnen zuzuwinken. (…) Eine Wucht.“

PS: Wer schon immer mal wissen wollte, wie ich aussehe, kann ja auf dem obigen Foto mal suchen 😉 …

PPS: Liebe Südtribünenstehplatzchorsänger, ich werde erst dann auf eure Aufforderung hin aufstehen, wenn ihr euch im Gegenzug hinsetzt!

Written by momorulez

3. Mai 2008 at 15:26

O St. Pauli!

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Ja, die besten Chöre, die verpaßt man manches Mal dann doch als Hautpttribünensitzer – „Ihr seid ’ne Schauspielertruppe“, zum Beispiel.

Vereinsfussballdarsteller, allerdings keine Fußballerdarsteller, die durften wir ja gestern am Millerntor erleben. Fallen konnten die soooo schön …

An einem denkwürdigen Tag. An einem großartigen Tag. War ja noch richtig Tag, Anpriff um 17.30 h, weil Geld halt Menschenströme und Verhaltensweisen steuert.

’nen Schiedsrichterdarsteller durften wir auch erleben. Das war bestimmt gar kein richtiger. Und man fragte sich wirklich, ob irgendwo Backstage so ein Pate mit Zigarre in der Fresse, im Gegenlicht seine Silouhette aufbäumend, ihn zusammenrüffelte nach dem Spiel. Und er verzweifelt um das Wohl seiner Liebsten kämpfend stammelte : „Aber mehr als zwei reguläre Tore kann ich doch nicht aberkennen! Und den Ausgleich habe ich doch fast selbst geschossen! Und den Trainer auch auf die Tribüne verbannt!“ Mal drauf achten, ob dem bald ein Finger fehlt oder sowas …

Diesen megastarken Hoppenheimer Kader niederzuringen, an die Wand zu kämpfen, platt zu laufen – also, das was unsere Jungs da gestern brachten, Hallelujah. In Ehrfucht jubeln und nicht nur in Liebe entbrannt, das passiert auch nicht alle Tage. Was haben die da gestern auf den Rasen gelegt, noch immer innerlich glückstaumelnd dringt durch schlicht Fassungslosigkeit im positivsten Sinne angesichts eines solchen Spiels.

Sich einfach nicht demoralisieren zu lassen von einem solchen Schiedsrichtergespann und solchen Top-Spielern, das ist einfach nur gigantisch. Und sogar mal so richtig effizient spielen wie in der ersten halben Stunde, als unsere Abwehr schwamm wie ’n Stück Holz im Brackwasser, und dann doch dieses sensationelle 1:0 – wir dachten noch alle „Gott, wo spielt dieser Takyi nun wieder hin“, dann jedoch „rummms“ und Ludwig hämmert drauf und alle hüpfen. Wegen des Song 2. Das sind so Momente, da fehlen Worte und nur noch irgendwie tierisches Gebrüll entringt sich den Kehlen … reines Gefühl halt. Begeisterung.

Dann steht man in Halbzeit 2 am Bierstand, und plötzlich branden Laute auf, steigern sich, werden stadteilfüllend, die schöner sind als jede Symphonie – wenn dann der Song 2 einsetzt, dank Marcel Eger, da spürt man’s: Das wird noch viel großartiger heute am Vorabend!

Nachdem Pliquett bereits in Halbzeit 1 perfekt choreographierte Glanzparaden zelebrierte, rannten sie die Mannen Hopps nunmehr in Grund in Boden, und dieser Solo-Lauf von – wahlweise – Felgen- oder Gyros-Ralle als glanzvoller Schlußpunkt, also, was dann so in St. Pauli-Seelen vorgeht, das kann sich hier jeder noch mal anhören.

Ganz ehrlich: Ein derart spannendes, aufregendes, mitreißendes Fussballspiel habe ich doch selten erlebt. Und plädiere einmal mehr dafür, hieraus nun endlich einen St. pauli-Gesang zu machen:

Paßt doch! O St. Pauli

Wenn man dann noch nach dem Spiel betrachten darf, daß dank Pauline die Zukunft des Frauenfussballs auch gesichert ist und an all den enthusiastischen Menschentrauben vor den Kneipen auf dem Kiez vorbeischlurft, dann ist das einfach: Zuhause.

Und der Beleg zudem, daß eine gewachsene Alltagskultur irgendwelche finanzstark hochgetuneten Dorftruppen eben doch vom Platz fegen kann … denn das haben unsere Spieler gestern vor allem gezeigt: Daß sie wirklich wissen, leben, spielen, lieben, was den FC St. Pauli ausmacht. Danke!!! In Ehrfurcht.

Written by momorulez

17. April 2008 at 10:05

Veröffentlicht in Fussball

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Ein Stier im Tor und die Folgen …

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Na, Fussball läßt ja das Archaische, Mythische dann allerorten heranwachsen in Jungs- und Mädels-Seelen, aber Santa Paula hat schon recht: Was so ein Torwartwechsel an psychischen Blockaden lösen kann, das zog uns alle mit hinein in einen Sog der Fassungslosigkeit im postivsten Sinne. Gestern, am schönsten Ort der Welt.

Von dem man dann final noch vertrieben wurde: Unglaublich – ernenne jemandem zum „Ordner“, und er wird Macht mißbrauchen. Wie von Polizisten, die glauben, die Straße gehöre ihnen, wird man auf einmal von bebrillten Kittelträgerinnen in gelb aus dem eigenen Stadion „gebeten“, als man noch ganz entspannt Siegesluft genießen möchte. Etwas länger nach Abpfiff, versteht sich. Und dann entblödet sich dieses grienende „Ich bin so tough, frisch, keck und gut gelaunt“-Hilfspolizistchen nicht, auch noch „Ihr könnt aber gerne wiederkommen!“ den Vereinsmitgliedern und seit Jahren Dauekartenbesitzern hinterher zu blöken, als habe sie da irgendwelche Mitwirkungsrechte. Unverschämtheit.

War aber allenfalls ein Wermutströpfchen – so dionysische Nachmittage wie gestern, ach, da fühlt man sich und die Welt und alle sechs Sinne so lange und so intensiv, bis sie sich dank Alkohol zu einer Einheit formen und wundervoll sanft verschwimmen zu einem ganzheitlichen Wohlsein, in dem man nur noch schwankt, hin und her zwischen Glück einerseits, Begeisterung andererseits. So steht man vor der Domschänke, winkt noch mal all den Spielern mit den klischeehaften Blondinen an ihrer Seite zu, die im braunen Dress die Budapester Straße zufrieden entlang schlurfen und genießt das nackte Dasein in vollen Zügen, empfindet denen gegenüber, die da schlurfen, tiefe Dankbarkeit dafür, daß sie einem ein solch traumhaftes Spiel geschenkt haben- Prost!

Und erinnert sich an das Unfaßbare, Unglaubliche, eigentlich Unmögliche:

René Schnitzler trifft!

Gleich ZWEI mal!

Ja, Wunder gibt es immer wieder. Man will „Amazing Grace“ anstimmen, singt stattdessen nicht minder euphorisch das eigentlich ja dumpfe „O, wie ist das schöööööön“ mit und findet das auch völlig in Ordnung. Weil’s ja wahr ist.

Dem Fußballgott möchte man irgendein Getier opfern vor Erleuchtung, wenn man sowas wie gestern erleben darf. Das Leben lohnt sich ja wirklich. Echt. Manchmal geht das leider nur auf Kosten anderer, gestern der Freiburger Spieler, die dem Millerntor aber sowas von gar nicht gewachsen waren. Geschweige denn einem Ziehaufmännchen wie Thimo Schulz, den ich immer falsch schreibe, der dafür aber alles richtig macht, wenn er den Dynamo anwirft und die ganze Manschaft nach vorne kreiselt kraft unerschöpflicher Energie.

Wenigstens ging’s nicht auf Kosten der Freiburger Fans, so schien es zumindest – die haben nämlich unsere Mannschaft irgendwann genau so gefeiert wie wir selbst. Forderten bei der Ehrenrunde die Welle und supporteten schon während des Spiels unsere Jungs irgendwann einfach mit. Unglaublich. Das gab zur Antwort nicht nur „Freiburg, Freiburg!“-Chöre, sonderrn auch ein Gefühl unauslöschlicher Hochachtung den Breisgauern gegenüber. Wow!

Die Anekdote, wieso ich mich einst in Freiburg dazu entschieden habe, nach Hamburg zu ziehen, die erzähle ich deshalb dieses Mal nicht …

Von meinem Haupttribünenplätzchen aus schien mir das Stadion gestern nichstdestotrotz erstaunlich leise, wobei man auch nach dem 4:0 in der 52. Minute nicht mehr wirklich das Gefühl hatte, die Mannschaft müsse weiter dringendst nach vorne gepeitscht werden (schon wieder sowas Archaisches, „peitschen“). Aber mir schwante auch (wie „Schwan“), die totale Fassungslosigkeit sei in all die Psychen in all den Kurven und Geraden (eigentlich gibt’s gar keine Kurven mehr, die heißen nur noch aus Gewohnheit so) gefahren, weil mit sowas nun wirklich keiner gerechnet hatte. Wie’n vierter Akt bei Tschechow war es trotzdem nicht: Hatte um die 70. Minute Angst, daß sie doch noch einbrechen, unsere magischen Helden, weil das konditionell eigentlich gar nicht gehen kann, was die da gespielt haben, dieser 90.-Minuten Sturmlauf.

Ging aber, bis zum fulminanten Schlußakkord, eben dem 5:0 von Kuru. Ein richtig gutes Fußballspiel ist ja wie ’ne mitreßende Symphonie, da muß halt zum Schluß noch mal ’nen gewaltiger Akzent gesetzt werden, in dem ganz anti-adornitisch die Dissonanzen aufgelöst werden – wobei, so richtig Dissonanzen gab’s gestern eigentlich gar nicht.

Also, liebe Nachbarn: Nicht immer so unken. Zwar habt ihr meistens recht, aber diese Sprüche gestern in der Halbzeit, daß das 3:4 ja noch drin sei, die waren für einen so magischen Nachmittag dann doch viel zu profan …

Written by momorulez

7. April 2008 at 8:28

Veröffentlicht in Fussball, He! Sie da! Polizei!, Ja, Liebe

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