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Es gibt kein richtiges Lesen im valschen!

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Ist doch alles voll krank, ey!

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Beim Steuersystem gibt es ja immer das Gerede über den Umgang mit dem „Geld anderer Leute“. Wie is’n das eigentlich bei Banken?

Ach so, ist ja alles total freiwillig. Wie auch die Tatsache – ja, wer normativ und deskriptiv nicht unterscheidet, landet bei freiwilligen Tatsachen -, daß derzeit erst mal Gesetze angestrebt werden, die ein Recht auf’s Girokonto für wirklich jeden erzwingen wollen. Die Schweine. Voll totalitär das.

Dabei müßte man ohne Girokonto doch eigentlich erst richtig frei sein? Wer will schon gezwungen sein, ein Girokontozu haben? Ja, eben!

Alles freilich Kinkerlitzchen, wenn man das mit den heutigen Meldungen aus den Newstickern dieser Erde vergleicht:

„Die schwer angeschlagene Investmentbank Lehman Brothers steht mit mehr als 600 Milliarden (!) Dollar Schulden vor dem Aus und beantragte am Montagmorgen Gläubigerschutz.“

Gläubigerschutz? Wieso? Mich Steuerzahler schützt doch auch keiner vor dem Finanzamt! Wieso kann man sowas denn im Lande der totalen, wirtschaftlichen Freiheit beantragen? Bei wem denn überhaupt?

Können die nicht eigenverantwortlich in den Konkurs gehen und sich jenen stellen, die ihnen Geld gaben? Und wieso lassen sich die ganzen angeschlagenen „Juchhu, wir finanzieren ein Leben auf Pump und schubsen die Leute dann in die Obdachlosigkeit!“-Banken nun auch noch alimentieren von anderen Banken weltweit? Das macht doch unfrei, sich alimentieren lassen! So hält man die nur in Unselbstständigkeit, ja, erzieht sie sogar noch dazu!

Dehnen wir doch einfach den Krankheitsbegriff auch auf die Bankenkrise aus! Immerhin ist schon vom „Sterben“ die Rede.

Komme da nur drauf, weil soeben im Radio zu hören war, daß irgendeine Ärztekammer Raucher vorsichtshalber für krank erklären will, und das nicht wegen der Herz- und Kreislauferkrankungen oder Lungenkrebs, sonder per se, so wie bei Alkoholikern. Was dann immer so Krankheitsbegriffe sind, deren Gehalt jenseits der Rhetorik mir selbst im Falle von Alkoholismus, scheußliche Sache das, bei mir wohnen ein paar solcher Exemplare direkt gegenüber,  schwer durchschaubar nur erscheint – ist Kriterium für Sucht doch, daß man’s zwanghaft tut, nicht mehr wählen kann, und dann ist doch auch für viele der Bezug von Hartz IV ’ne Krankheit, oder?

Kann mich ja noch an die Zeiten erinnern, als auch Homosexualität  von der Weltgesundheitsreichskammerschaft oder so ähnlich als Krankheit geführt wurde. Da witzelte man dann in schwulen Jugendgruppen, daß man sich ja mal wegen vorübergehender Homosexualität für die Schule ’ne Entschuldigung schreiben könne.

Und dieses ganze zwanghafte Geldverdienen, das mal eben 600 Milliraden Miese dann erzeugt, also, wenn das nicht auch Sucht-Tendenzen in sich trägt, so lange, bis es platzt – wer ist denn da dann eigentlich krank? Das Kreditsystem als solches, der Herr Bankdirektor, die Konten?

Diese Welt ist einfach zu kompliziert für mich, ich geb’s zu …

Nachschlag:

„Die US-Notenbank (Fed) kündigte Maßnahmen zur Stützung der Finanzmärkte an. Mit einem Kreditprogramm in Höhe von 70 Milliarden Dollar wollen überdies zehn Banken die seit Monaten anhaltende Finanzmarktkrise entschärfen. Jedes Finanzinstitut werde sieben Milliarden Dollar beisteuern, teilte die Gruppe in New York mit, darunter JP Morgan Chase und Goldman Sachs.

Weitere Finanzhäuser könnten beitreten und die verfügbare Summe erhöhen. Die Kredite sollen teilnehmenden Banken zugutekommen, die jeweils maximal ein Drittel der Gesamtsumme erhalten können.“

Written by momorulez

15. September 2008 at 8:43

Wollt ihr das totale Verbot?

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Frau Goetsch, übernehmen Sie. Das ist doch eigentlich ihr Klientel – Ottenser Waldorfschulmütter und so. Leute, die davon zehren, andere zu drangsalisieren halt. Die dann an Elternabenden da sitzen und „Null Toleranz!“-Reden schwingen. Hat mir gerade ein Kumpel bereichtet, entsetzt und sehr wohl spürend, daß in diesem Slogan, New Yorker Ex-Bürgermeister hin oder her, eben weit mehr mitschwingt als zerbrochene Scheiben. Als jemand mit ’nem Vater aus Burundi spürt mein Kumpel das, und sowieso schwant mir manches mal, daß manche nur deshalb militante Nichtraucher werden, weil sie keine Rassisten mehr sein dürfen.

Für die SPD ist das doch nur weitere Beförderung des Mitgliederschwundes – selbst hier in der sympathisch verprollt-verrentnerten Eckkneipe gegenüber, in der selbstbewußt weiter geraucht wurde, hingen FDP-Plakate noch vor kurzem, eigentlich klassisches SPD-Wähler-Milieu. Aber so wurde uns ja auch der Ole und die – wie heißt Frau Goetsch noch mit Vornamen? – beschert, hallelujah. Ist ja neben der Opposition gegen das Hundegesetz auch wirklich das einzige Mal in den letzten 20 Jahren gewesen, daß diese vermeindlich liberale Partei mal wieder positiv auffiel.

Irgendeine hysterische Kuh brabbelte soeben im Radio auch schon von ihren Unterwerfungsfantasien, die sie unbekannterweise mir gegenüber pflegt, hörte nur diese penetrant aufgeregte Stimme nebenbei beim Putzen.

Was mich in der Tat an dem Verfassungsgerichtsurteil überraschte, war der Rekurs auf sowas wie das Gemeinwohl, womit man ja bekanntlich jede Form von Intoleranz und eigentlich sowieso alles rechtfertigen kann – ob man nun den Ausnahmezustand oder das Gemeinwohl hoheitlich definiert, das ist ja eigentlich auch schnuppe. Und komischerweise tritt es hier u.a. als Volksgesundheitshof auf, das hohe Gericht, was bei anderen Fragen wie z.B. Hartz IV-Sätzen, schrittweisem Abbau der Gesundheitsversorgung, die sich sehr wohl über’s Individualwohl rechtfertigen ließen, so nicht vertreten findet. Seien wir ehrlich: Leben ist immer lebensgefährlich, und graduell sind wir eh alle krank.

Und daß freie Berufsausübung und Volksgesundheit gegeneinander antraten, von freier Entfaltung der Persönlichkeit jedoch nicht die Rede ist, das paßt schon in den Zeitgeist.

Aber vielleicht geht ja alles gut aus – immerhin wurde hier heute schon das Rauchverbot in Eckkneipen aufgehoben. Glaube allerdings nicht, daß es dabei bleibt … zudem in DIE ZEIT heute schon mal wieder Rauchen als Unterschichtenphänomen gehandelt wurde. Jau! Schon deshalb muß jeder, der sich links wähnt, auch rauchen – aus Solidarität! Es lebe der Klassenkampf!

Written by momorulez

30. Juli 2008 at 18:56

Rauchende Fußballer

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„Mario Basler wird Spitzenkandidat der Raucherpartei, das wäre doch mal ne Schlagzeile.

Den albernen Gegenentwurf gibts auch schon:

Der Präsident des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes (SHFV), Hans-Ludwig Meyer, fordert ein generelles Rauchverbot auf Fußballplätzen. In der Diskussion um den Nichtraucher-Schutz bei Fußballspielen gehen ihm die bisherigen Vorschläge, etwa das Einrichten von Nichtraucherzonen in Stadien, nicht weit genug. Den Lübecker Nachrichten (Mittwochsausgabe) sagte Meyer: „Sport und Drogen gehören nicht zusammen.“ Daher will er den blauen Dunst von allen Plätzen und Zuschauerrängen verbannen – in den untersten Ligen ebenso wie in der Bundesliga. Unterstützung bekommt Meyer aus dem Kieler Gesundheitsministerium: „Wir begrüßen alle Initiativen von Sportvereinen, die Qualm am Sportplatz einschränken oder verbannen wollen“, so Ministeriumssprecher Christian Kohl.

Quelle: Lübecker Nachrichten

Written by ring2

6. Februar 2008 at 16:26

Wieder Raucher

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schmidtsche solidarität

Bei der Diskussion über den dummerhaftigen SZ-Artikel und den heischenden PR-Geck der Nichtraucher gegen Helmut die Mützer Schmidt – in, wo war das? in Hessen? – oder so, werde ich mental wieder zum Raucher.

Dabei fand ich das Umdrehen des Prinzips eigentlich richtig. Finde ich immer noch.
Es ist richtig, erst einmal das Rauchen zu untersagen – und das ist ja demokratisch legitimiert geschehen, was ja in der Diskussion in wenig unterzugehen schien – und dann aus der Situation heraus, gerne auch aus ganzen Kneipen rauchende Ausnahmen zu machen.

Mit solchen Spacken allerdings möchte ich aber nicht in einer Linie stehen. Das venebelt mir die Lust am Streiten.

Written by ring2

28. Januar 2008 at 23:41

Veröffentlicht in Bio-Macht und Bio-Politik

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