shifting reality

Es gibt kein richtiges Lesen im valschen!

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Die Population der Dramatiker

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Wo der Herr Zettel schon immer hier rumschaut, uns die Wahrheit aufzuzeigen, derer wir bis dato ja nicht habhaft wurden, sonst wären wir ja kein linkes Blog, wir autoritär-linksfaschistischen Antiimps (versuche nur gerade, das Bad Blog anzuflirten), verlinke ich ihn doch noch mal   – wie kommt’s, daß Shakespeare, die alte Rampensau, noch heute so viel „wahrer“ ist als manches, was „Wissenschaftler“ zu seiner Zeit so vertraten?

„Zu Shakespeares Zeiten tat man darum gut daran, den niedergekämpften Gegner mindestens ins tiefste Verlies zu werfen, besser aber aufs Schafott zu bringen. Da sind wir zivilisierter geworden.“

Ja, wie kommt’s? Die Wirkung wissenschaftlichen Experimentierens? Und das, wo der Mensch doch genetisch auch nur Aasfresser und Raubtier ist?

Travestie, Gender oder Sex?

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Natur, Kultur oder Kunst? Eine Ästhetik der Existenz oder des Erscheinens? Oder Möglichkeiten vor der Erfindung der Sexualität? Oder vielmehr Ausdrucks des Patriarchats?

Das „Pulverfass“ gibt’s ja auch noch, aber Beatrix, Sarkozy oder Elisabeth schauen da nicht vorbei, wenn sie mal in der Stadt sind …

„Goethe sagte, als er in Rom Frauenrollen durch Männer dargestellt sah: „… ich fühlte ein mir noch unbekanntes Vergnügen und bemerkte, daß es viele andere mit mir teilten. Ich dachte der Ursache nach und glaubte, sie darin gefunden zu haben: daß bei einer solchen Vorstellung, der Begriff der Nachahmung, der Gedanke an Kunst, immer lebhaft blieb (…) (Es) besteht ein doppelter Reiz daher, daß diese Personen keine Frauenzimmer sind, sondern Frauenzimmer vorstellen. Der Jüngling hat die Eigenheiten des weiblichen Geschlechts in ihrem Wesen und Betragen studiert; er kennt sie und bringt sie als Künstler wieder hervor; er spielt nicht nur sich selbst, sondern eine dritte und eigentlich fremde Natur. Wir lernen diese dadurch nur desto besser kennen, weil sie jemand beobachtet, jemand überdacht hat, und uns nicht die Sache, sondern das Resultat der Sache vorgestellt wird. Da sich nun alle Kunst hierdurch vorzüglich von der eigentlichen Nachahmung unterscheidet, so ist natürlich, daß wir bei einer solchen Vorstellung eine eigene Art von Vergnügen empfinden … Ich wiederhole also: man empfand das Vergnügen, nicht die Sache selbst, sondern ihre Nachahmung zu sehen, nicht durch Natur, sondern durch Kunst unterhalten zu werden, nicht eine Individualität, sondern ein Resultat anzuschauen.“

Hans Rothe, Shakespeare als Provokation, München 1961, S. 53

Der Autor vermutet unter anderem, Shakespeare habe z.B. die Rolle der Lady Macbeth für sich selbst geschrieben – betont jedoch, daß dafür keine Belege vorlägen. Jedoch auch keine, die die Behauptung falsifizieren würden.

Written by momorulez

22. April 2008 at 8:21