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Südfront (2)

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„Und irgendwann hast dann ogfanga, die echten Leit zum suacha, de wo ned dauernd »Ja Herr Lehrer!« sagn, hinten in dene Kneipn am Viktualienmarkt und am Bahnhofseck. Echter san de scho, Willy, aber i hab di gwarnt, aufpassen muaßt bei dene, weil des san Gschlagene, und wer dauernd treten werd, der tritt halt aa amoi zruck.“

Konstantin Wecker, Willy

Ich hatte bereits letzte Woche damit begonnen zu erläutern, was die Südfront war: Eine Initiative der außerparlamentarischen Opposition in München im Rahmen der sogenannten „Randgruppenstrategie“. Da das Proletariat als „revolutionäres Subjekt“ ausfiel, versuchte man an den Rändern der Gesellschaft, dort wo die Mißstände offen zu Tage lagen, auch wenn das in der Mitte der Gesellschaft ignoriert wurde, neues Personal zu rekrutieren. In München waren das vor allem Fürsorgezöglinge. Diese wurden aufgefordert, aus den Heimen zu flüchten, und zwar mit dem Versprechen, sie würden in den verschiedenen Kommunen der Münchner Szene schon unterkommen.

Das Problem war, daß das zum einen viel zu gut, zum anderen sehr schlecht klappte. Zu gut klappte es, weil nicht nur eine Handvoll Heimzöglinge dieser Aufforderung nachkamen, sondern das Angebot massenhaft angenommen wurde: Rund hundert Ausreißer waren unterzubringen ([3], S. 112). Schlecht klappte es, weil der politische Anspruch völlig unter die Räder geriet:

„In kurzer Zeit war die Südfront von dem Massenandrang der Ausgerissenen einfach überrollt. Sie war darauf organisatorisch überhaupt nicht vorbereitet und verhaspelte sich nun ganz und gar in die Bewältigung der dringendsten materiellen Probleme. Man scheute sich vor der Konsequenz, Jugendliche in ihre Heime zurückschicken zu müssen und versuchte deshalb verzweifelt, jedem der ankam mehr schlecht als recht zu helfen. Mehr war da einfach nicht mehr drin, die Arbeit wurde immer unpolitischer. Der enorme materielle Aufwand und der dauernde psychische Druck erzeugten bei den Genossen Gereiztheit, aggressive Ausbrüche und Nervenzusammenbrüche. Uneingestandene Enttäuschung über die Undankbarkeit der Heim-Jugendlichen, die alle Kühlschränke leer fraßen, einem dauernd auf der Pelle hockten und meist nur rumlungerten, machte sich stillschweigend breit.“ ([4], S. 9)

Dazu kam dann noch der Streß mit den Ordnungsmächten. Am 24. September 1969 wurde, obwohl die Südfront längst in Verhandlungen mit dem Jugendamt stand, eine großangelegte Razzia in den einschlägigen Münchner Wohngemeinschaften durchgeführt:

„Die Beamten klingelten die Kommunarden im Ho-Tschi-Minh-Rhythmus aus den Betten. Wo die Klingel nicht klingelte, trommelten eifrige Finger das Ho-Ho-Ho-Tschi-Minh an die Fensterscheiben. Die Vollzugsorgane kamen zu ihrer beabsichtigten Gaudi. Wo rasch geöffnet wurde, konnte sie junge Sozialisten, Maoisten, Trotzkisten, Gammler, Gesindel beiderlei Geschlechts(!) in den Betten photographieren. In allen 16 »Objekten« hinterließen sie Blitzlichtbirnen auf dem Fußboden.“ ([5])

Angesichts dessen, was bei den Durchsuchungen beschlagnahmt wurde, ist offensichtlich, daß Verstöße gegen das Meldegesetz, die als Begründung herhalten müssen, nur ein Vorwand waren. Exemplarisch zeigte dies die Durchsuchung des Trikont-Verlages:

„[D]ie mit Walkietalkies ausgerüsteten Beamten betreten auch Räume, deren Durchsuchung von der richterlichen Anordnung nicht gedeckt wird. Sie beschlagnahmen wahllos: Aktenordner, Manuskripte, Putzlappen, vier Radiobatterien, ein 71 cm langes Kabel, die Kartei der linken Kunden, ein Auto. Eigentlich sollten sie laut Einsatzplan den 2 CV der Verlagsgesellschafterin Gisela Erler, einer Tochter des verstorbenen SPD-Politikers, konfiszieren. Aber als dieses Auto nicht greifbar war, nahmen sie ein anderes. Gegen Protest, ohne Quittung.“ ([5])

Tatsächlich wurden einige ausgerissene Fürsorgezöglinge entdeckt:

„Am Mittwochabend wurden die 21 entwichenen Zöglinge in ihren Heimen abgeliefert. Keine 24 Stunden später fanden sich die ersten fünf wieder bei ihren Schwabinger Erziehungstherapeuten ein.“ ([3] , S. 114)

Vor allem aber war diese Aktion eine Drohgebärde des Staates gegen die Münchner Szene. Damit schürten sie allerdings nur das Gefühl der Ohnmacht und damit die Wut, die sich dann im Jahr darauf in den Anschlägen der Tupamaros München ein Ventil suchte.

Am 7. und 8. Februar 1970 fand dann ein bundesweites Treffen zur Randgruppenstrategie statt, bei dem ca. 30 bis 35 Gruppen zusammenkamen (vgl. [2]). Es wäre zwar reizvoll, die Debatte auf dieser Konferenz nachzuzeichnen, würde aber den Rahmen hier sprengen (vielleicht hole ich das bei Gelegenheit nach). Die Vertreter der Münchner Südfront erklärten jedenfalls auf dieser Konferenz, daß sie die Randgruppenstrategie für gescheitert hielten:

„Die Situation wurde so widersinnig, daß eine Polizeirazzia heimlich als Erleichterung empfunden wurde, weil danach ein paar Leute weniger da waren.“ ([4], S. 9)

Ende des Jahres 1969 löste sich die Südfront auf:

„Etwa seit Weihnachten hat sich die Gruppe völlig verflüchtigt. Es gibt keine Südfront mehr.“ ([4], S. 10)

Ich habe das alles deshalb so ausführlich dargelegt, damit klar wird, welche Dimension die Südfront hatte. Das war keine kleine Aktion von einer Handvoll von Leuten, sondern die Zahl der Involvierten bewegte sich im dreistelligen Bereich. Auch die Kommune der späteren Tupamaros München, die „Wacker Einstein“, war mit involviert, aber die ganze Aktion ging doch weit über den Kreis derer hinaus, die später den „bewaffneten Kampf“ propagieren sollten.

Und damit kommen wir zurück zu Wolfgang Kraushaar. Denn dieser produziert in seinem Buch über die angeblichen antisemitischen Wurzeln des deutschen Terrorismus einen „Hauptverdächtigen“, den er als das fehlende Bindeglied zwischen den dem Anschlag auf das jüdische Altenheim und den Tupamaros München aufbauen will.

Leider gibt es nur zwei äußerst dürftige Fakten, die den „Hauptverdächtigen“ überhaupt in das Visier der Ermittler kommen ließen. Faktum Nummer 1: Ein anonymer Anruf. In den Trümmern des abgebrannten Altersheims hatte sich ein Öl-Kanister der Marke ARAL gefunden, in dem das Benzin für den Brandanschlag transportiert worden war – die einzige handgreifliche Spur, die die Polizei hatte. Wenige Tage nach dem Anschlag, am 16. Februar 1969, ging bei der Polizei ein Anruf ein,

„in dem behauptet wurde, der blaue Kanister gehöre einem »Südfrontler«. Der Anrufer nennt sogar dessen Vor- und Nachnamen und fragt besorgt nach, ob sie das auch verstanden hätten. Als sich der Beamte nach dem Namen des Anrufers erkundigt, legt der sofort auf.“ ([1], S. 108)

Man sollte nun meinen, daß die Kripo diesen Hinweis sehr ernst nahm. Tatsächlich unternahm sie erst einmal überhaupt nichts. Warum, darüber läßt sich nur spekulieren. Wahrscheinlich vermutete man an, daß es ein Nachbar war, der sich durch die Kommune, in der der „Südfrontler“ lebte, genervt fühlte und deshalb zum Mittel der anonymen Denunziation griff – eine Sichtweise, die durchaus realistisch ist.

Erst im April, zwei Monate nach dem Anschlag, wurden die Wohnung und die Arbeitsstelle des Verdächtigen durchsucht – im Rahmen einer Razzia wegen der Anschläge der Tupamaros. Die Ermittler fanden – und damit kommen wir zu Faktum 2 – Tesafilm und rotes Krepppapier. Dazu muß man wissen, daß der beim Anschlag verwendete Ölkanister beim Transport in derartiges rotes Krepppapier eingewickelt gewesen war und so kam der 18-jährige Hilfsarbeiter zunächst in Untersuchungshaft. Doch lange bevor die kriminaltechnische Untersuchung von Krepppapier und Tesafilm abgeschlossen war, wurde der Verdächtige wieder entlassen (Kraushaar gibt keine Gründe an). Die Untersuchung des Krepppapiers ergab dann später, daß sich

„eine Materialgleichheit konstatieren lasse, die den vermuteten Tatzusammenhang zunächst bestätige, es wegen der Brand- und Löscheinwirkungen auf die Überreste jedoch an individuellen Merkmalen fehle, um einen unmittelbaren Identitätsnachweis zu erbringen.“ ([1], S. 353)

Unzweideutig war das Ergebnis hinsichtlich des Tesafilms: Dieser wurde definitiv nicht verwendet.

Das also sind die Fakten, die den 18.-jährigen „Südfrontler“ zu Kraushaars „Hauptverdächtigen“ machen: Die „Materialgleichheit“ von Krepppapier und eine anonyme Denunziation. Daß die Polizei bei dieser Faktenlage die Angelegenheit nicht an die Staatsanwaltschaft übergab, ist nur allzu verständlich.

Damit ist sicherlich nicht ausgeschlossen, daß es sich bei dem Hilfsarbeiter, der durch die Aktion Südfront zur Münchner APO gestoßen war, möglicherweise tatsächlich um den Attentäter handelte. Aber das ist nicht besonders wahrscheinlich, sondern bestenfalls abstrakt möglich. Während praktisch nichts dafür spricht, spricht doch einiges dagegen. Zum einen gibt es die Aussagen von zwei Taxifahrern, die den Attentäter wahrscheinlich gefahren haben. Übereinstimmend geben sie an, daß es sich nicht um einen Deutschen gehandelt habe ([1], S. 101ff). Zum anderen fehlt einfach das Motiv: Nirgendwo erwähnt Kraushaar, daß sein „Hauptverdächtiger“ irgendwo in der Palästina-Solidarität aktiv gewesen sei. Wenn der Anschlag tatsächlich aus dem Umfeld der Münchner radikalen Linken gekommen sein sollte (und die Aussage Gerhard Müllers läßt dies zumindest möglich erscheinen), dann wäre vielmehr im Umfeld der Münchner Palästina-Solidarität zu suchen.

Doch selbst wenn der von Kraushaar präsentierte „Hauptverdächtige“ tatsächlich der Attentäter gewesen sein sollte, fehlt immer noch der direkte Zusammenhang zu den Tupamaros München. Daß er durch die Aktion Südfront in Kontakt mit der linksradikalen Szene in München gekommen ist, läßt keinen Rückschluß darauf zu, daß er zum näheren Umfeld der Tupamaros gehörte, gar den Anschlag mit Wissen und Billigung der Gruppe durchgeführt hätte. Einen fließenden Übergang der von einer vergleichsweise breiten Masse getragenen Aktion Südfront zu dem Häuflein der Tupamaros herzustellen, wie das Kraushaar suggeriert, ist mehr als unseriös. Wenn der Verdächtige wirklich der Täter gewesen sein sollte, dann hätte er aller Wahrscheinlichkeit nach als Einzeltäter gehandelt.

Damit läßt sich konstatieren: Kraushaars Versuch, einen Beitrag zu den „antisemitischen Wurzeln des deutschen Terrorismus“ zu leisten, ist auf der ganzen Linie gescheitert. Und das ist wirklich ärgerlich. Denn es gab und gibt einen linken Antisemitismus. Nur tragen Bücher wie dasjenige von Kraushaar nicht im geringsten dazu bei, dessen Entstehung und Entwicklung zu begreifen. Hier wäre wirklich wichtige Forschungsarbeit zu leisten. Um nur ein paar Fragen aufzuwerfen: Welche Rolle spielte die Palästina-Solidarität in den Übergangsjahren 1969/70? Wer war darin aktiv? In welche organisatorischen Strukturen der Linken waren diese Unterstützer eingebunden? Welche antisemitischen Stereotypen wurden gedankenlos von der Palästinensern übernommen? Welche ergaben sich hingegen aus der spezifischen deutschen Situation (Stichwort: Abwehrantisemitismus)?

Dieser Fragenkatalog ließe sich beliebig erweitern und würde bei einer gründlichen Bearbeitung sicherlich vernünftigere Einsichten über die Schwächen der radikalen Linken in den frühen 70er Jahren zu Tage bringen als Kraushaars wild zusammengeschusterte Räuberpistole. Allerdings würde sich dafür dann weder das Fernsehen noch das Feuilleton interessieren. Das liebt griffige Thesen wie die von Kraushaar, mit deren Hilfe erneut ein weiteres Mal auf „die 68er“ eingedroschen werden kann, auch wenn daran hinten und vorne nichts zusammenpaßt.

Doch lassen wir dieses unerfreulich Thema. Nächste Woche geht es – noch einmal außerplanmäßig (soweit ich überhaupt einen Plan habe) – weiter mit einer anderen Buchbesprechung. Und dabei geht es um ein Buch, das ganz sicher nicht das Interesse der Mainstream-Medien wecken wird. Freuen Sie sich also darauf wenn es heißt:

„Es ist höchste Zeit für eine emanzipatorische Linke, sich in Gänze dem Zusammenhang zwischen jenen historischen Sackgassen, in die uns die antiemanzipatorischen Regime des sogenannten real-existierenden Sozialismus geführt haben und den künftigen Auswegen aus dem Kapitalismus zuzuwenden.“ ([6], S. 21)

Nachweise

[1] Kraushaar, W., »Wann endlich beginnt bei Euch der Kampf gegen die heilige Kuh Israel?« München 1970: Über die antisemitischen Wurzeln des deutschen Terrorismus, Reinbek 2013.

[2] Marzahn, C., „Sozialistische Randgruppenstrategie“, in: SC-Info Sozialistische Correspondenz, Jg.2 (1970), Nr.36 (7. März 1970), S.3 – 5.

[3] Redaktioneller Beitrag, „An der Südfront“, in: Der Spiegel, Jg.23 (1969), Nr.40 (30. September 1969), S.112 – 114.

[4] Südfront, „Arbeitsbericht Südfront (München)“, in: Rote Presse Korrespondenz, Jg.2 (1970), Nr.54 (27. Februar 1970), S.8 – 10.

[5] von Uslar, T., „Bestandsaufnahme“, in: Die Zeit, Jg.22 (1969), Nr.40 (3. Oktober 1969), S.67.

[6] Selbsthilfegruppe Ei des Kommunismus (SEK) (Hg.), Was tun mit Kommunismus?, Münster 2013.

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19. April 2013 at 16:38

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Die „Sprengung“ der Olympiade

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„Auf der Olympiade passiert was.“

Georg von Rauch, 1970

Letzten Montag hatte ich dargestellt, daß Wolfgang Kraushaar in seinem Buch über die angeblichen antisemitischen Wurzeln des deutschen Terrorismus versucht, sechs unterschiedliche terroristische Akte zwischen 1969 und 1972 in einen Zusammenhang zu bringen. Drei davon sind palästinenischen Gruppen zuzuschreiben: Versuchte Flugzeugentführungen die auf das Konto der AOLP gingen, Bombenanschläge auf Flugzeuge durch die PFLP und die Geiselnahme israelischer Sportler bei der Olympiade 1972 durch die Gruppe Schwarzer September. Nicht von palästinensischen Organisationen zu verantworten sind der Brandanschlag auf das Haus des Münchener Oberstaatsanwaltes Lossos, der von durchreisenden Berliner Linkradikalen verübt wurde, und die „Frühjahrsoffensive“ der Tupamaros München, eine Serie von Brand- und Bombenanschlägen die sich gegen Gebäude und Personen der Münchner Polizei und Justiz richteten. Und schließlich ist da noch der ungeklärte Brandanschlag auf das Altenheim der Israelitischen Gemeinde München.

Wenn Kraushaar recht hätte, dann hingen diese Terrorakte eng miteinander zusammen. Doch die einzige wirkliche Klammer, die Kraushaar anzubieten hat, ist ein gewisser örtlicher Zusammenhang – München. Wobei ich bereits gezeigt habe, daß die Angriffe der AOLP und der PFLP auf den Flugverkehr nur in einen sehr losen Zusammenhang mit der Stadt München und in keinem Zusammenhang mit der Münchener linksradikalen Szene standen. Mehr als eine zeitliche Koinzidenz mit den ersten Anschlägen der Tupamaros München und dem Brandanschlag auf das Altenheim kann selbst Kraushaar nicht behaupten.

Anders sieht es mit der Geiselnahme während der Olympiade aus; hier versucht er tatsächlich, einen realen Zusammenhang zwischen der Geiselnahme der israelischen Sportler und Aktivitäten der Münchener Szene herzustellen. Tatsächlich war die Münchener Olympiade ein Ereignis, das dort schon sehr frühzeitig thematisiert wurde.

Bereits während der Olympiade von 1968 in Mexico City wurde in München ein Komitee zur Verhinderung der Olympischen Spiele von 1972 gegründet. Unmittelbarer Anlaß war ein Massaker der mexikanischen Armee an friedlichen Demonstranten im Vorfeld der Spiele von 1968. Um ein Maximum an publizistischer Aufmerksamkeit für die Gründung dieses Komitees zu bekommen, wurde eine Sprengung des Olympia-Turms angekündigt ([3], S. 476ff). Die ca. 30 erschienen Aktivisten fuhren allerdings nur mit dem Fahrstuhl in das Restaurant des im Frühjahr eröffneten Turmes. Dort erklärten sie die Gründung ihres Komitees mit den Worten:

„Wir lassen es nicht zu, dass man Leistungsfanatiker und Sportidioten pauschal als die Jugend der Welt bezeichnet“ ([1])

Ein Poster, das Fritz Teufel in langer Unterhose und dekorativ antikisierenden Sandalen zeigt „geht weg wir warme Semmeln“ ([1]). Doch was jedem denkenden Menschen direkt ist Auge fällt, der ironisch-spielerische Gestus des Ganzen, wird von Kraushaar in Frage gestellt:

„Mit seinem antiautoritären Gestus kam Teufel jedenfalls bei vielen jungen Leuten an. Er schien sich – nach dem Motto provokativ, aber harmlos – ganz treu geblieben zu sein. Die Lacher hatte er schon immer auf seiner Seite.
Doch eines seiner Hauptanliegen dürfte bereits zu dieser Zeit darin bestanden haben, die in München bevorstehenden Olympischen Spiele umzufunktionieren oder gar in einem keineswegs nur übertragenen Sinne zu sprengen.“ ([3], S. 483f)

Um dieses ahnungsvolle Geraune zu begründen, beruft sich Kraushaar auf zwei Interviews, die Teufel Anfang 1970 gab, und zwar dem WDR und der Münchener Abendzeitung. Dort soll er Kraushaar zufolge erklärt haben, daß es seine Absicht sei, die Olympischen Spiele zu verhindern ([3], S. 339). Außerdem überraschte er den Interviewer des WDRs damit, daß er die Erwartung zum Ausdruck brachte, daß er wohl noch mehrere Jahre im Gefängnis verbringen werde. Dieser hakte nach:

„Aber warum glauben Sie, daß Sie noch mehrere Jahre im Gefängnis verbringen werden?
Wahrscheinlich nicht wegen der Sachen, die man mir bis jetzt anhängt, sondern wegen der Sachen, die in Zukunft laufen werden.
Zum Beispiel?
Darüber möchte ich jetzt wenig sagen.“ (Monitor, 16. Februar 1970)

Damit bezieht sich Teufel sicherlich nicht auf die Olympiade, sondern auf die geplanten Anschläge während der kurz bevorstehenden „Frühjahrsoffensive“ der Tupamaros München. Daß er mehr als zweieinhalb Jahre vor der Olympiade irgendwelche konkreten Planungen für militante Aktionen während des Sportereignisses gehabt hätte, erscheint recht unwahrscheinlich.

Ebenso unwahrscheinlich ist es, daß hinter einer noch älteren Bemerkung Georg von Rauchs konkrete Pläne zu vermuten sind. Dieser hatte während der Reise nach Jordanin im August 1969, also mehr als drei Jahre vor der Olympiade, geschrieben:

„unser spätester Rückkehr-Termin ist die Olympiade 72 in München“ (zit. nach [3], S. 486)

Daraus läßt sich bestenfalls ableiten, daß wahrscheinlich vage irgendwelche Aktionen zur Olympiade ins Auge gefaßt worden waren. Tatsächlich phantasierte sich von Rauch dann im Frühjahr 1970, während er in Untersuchungshaft saß, eine Aktion während der Olympiade zusammen und brachte diese zu Papier:

„Bei der Fahnenhissung fallen die ersten Schüsse. Wenn die Polizei schießt, schießen wir zurück. Wir haben alle Waffen. […] Nach dem Sturm auf das Olympiadorf herrscht Chaos in der Stadt. Überall werden neue Kommunen gebildet.“ (zit. nach [3], S. 488f)

Diese Knastphantasie belegt zweierlei: Zum einen, daß von Rauch mindestens so durchgeknallt war wie Kunzelmann. Und zum anderen, aufgrund des völlig phantastischen Szenarios (der Höhepunkt ist dann die Sprengung amerikanischer Kriegsschiffe in deutschen Häfen), daß es gerade keine konkreten Pläne für die Olympiade gab. Was Kraushaar aber nicht daran hindert, trotzdem eine Linie von Teufel über Georg von Rauch zu Kunzelmann zur PLO zu konstruieren:

„Denkbar ist überdies, dass Kunzelmann den Palästinensern überhaupt den Anstoß vermittelt hat, sich mit dem Großthema Olympia 1972 zu befassen.“ ([3], S. 488)

Klar, die PLO brauchte Kunzelmann, um auf die Idee zu kommen, israelische Sportler während der Olympischen Spiele als Geiseln zu nehmen. Selbst die wohlwollende Besprechung von Kraushaars Buch in der FAZ merkt an:

„Dass Dieter Kunzelmann den Palästinensern überhaupt erst den Gedanken eines Überfalls auf die Olympischen Spiele eingeflüstert haben könnte, wie Kraushaar es nahelegen will, überzeugt am Ende wenig. Jedenfalls dürften die PLO, al Fatah, die PFLP und wie ihre Ableger noch hießen, auf das Motiv der linksalternativen deutschen Olympia-Kritik »Ablehnung des Leistungsdrucks« – nur mit einem Lächeln reagiert haben.“ ([2])

In der realen Welt besorgten sich die palästinensischen Geiselnehmer dann Unterstützung aus einer ganz anderen Ecke – nicht bei Linksradikalen, sondern bei Neonazis ([4]). Und das ist im Gegensatz zu Kraushaars Konstruktionen keine Spekulation. Doch für Kraushaar ist dieses Detail noch nicht einmal der Erwähnung wert.

Damit sollte deutlich geworden sein, daß es Kraushaar trotz aller Bemühungen nicht gelingt, den dritten von ihm thematisierte Terrorakt der Palästinenser in einen wie auch immer gearteten Zusammenhang mit den Tupamaros München zu bringen. Um es auf den Punkt zu bringen: Er hat er überhaupt nichts in der Hand, was die Tupamaros München mit der mehr als dubiosen Palästina-„Solidarität“, wie sie etwa Kunzelmann in Berlin propagierte, in Verbindung brächte.

Und doch sollen, wenn man Kraushaar glauben will, die Tupamaros München ein jüdisches Altenheim angesteckt und den Tod von sieben Menschen verursacht haben. Schauen wir also nächste Woche zu, ob Kraushaar wirklich über Argumente und Quellen verfügt, mit denen er die folgende Behauptung stützen kann:

„Der Brandanschlag trägt jedenfalls die Handschrift der ersten in der Bundesrepublik gegründeten terroristischen Gruppierung.“ ([3], S. 16)

Nachweise

[1] Gerstenberg, G.: „Flusslandschaft 1968: Alternative Szene“, URL: http://protest-muenchen.sub-bavaria.de/artikel/357, abgerufen am 15. März 2013.

[2] FAZ, 21. Februar 2013: „Doch wo sind die Brandstifter geblieben?“ (Jäger, L.).

[3] Kraushaar, W., »Wann endlich beginnt bei Euch der Kampf gegen die heilige Kuh Israel?« München 1970: Über die antisemitischen Wurzeln des deutschen Terrorismus, Reinbek 2013.

[4] Redaktioneller Beitrag, „Olympia-Attentat 1972 – Palästinensische Terroristen kooperierten mit deutschen Neonazis“, in: Der Spiegel, Jg.66 (2012).

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15. März 2013 at 18:43

Antisemitische Wurzeln des deutschen Terrorismus?

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„Man übertreibt nicht, wenn man Kraushaars Buch epische Qualitäten zuspricht.“

Lorenz Jäger in der FAZ vom 21. Februar 2013

Es gibt einiges, wofür ich mich entschuldigen muß. Zum einen gibt es, aus aktuellem Anlaß, einen Themenwechsel hier im Blog – die Serie zur Ästhetischen Theorie Marcuses wird kurzfristig unterbrochen. Zum anderen muß ich mich dafür entschuldigen, daß ich drei Tage zu spät bin. Das eine hat allerdings mit dem anderen zu tun, denn der Grund für die Verspätung liegt am Gegenstand für den Themenwechsel. Dieser hat nämlich 875 Seiten, die erst einmal gelesen sein wollten. Es handelt sich dabei um Wolfgang Kraushaars eben erschienenes Buch, das ein Zitat von Dieter Kunzelmann als Titel trägt: »Wann endlich beginnt bei Euch der Kampf gegen die heilige Kuh Israel?«. Und im Untertitel wird marktschreierisch angekündigt, worum es in dem Buch angeblich gehe, nämlich um „die antisemitischen Wurzeln des deutschen Terrorismus“.

Um es gleich von vornherein zu sagen: Der Untertitel ist ein ziemlicher Etikettenschwindel. Von den rund 700 Textseiten (der Rest besteht aus Anmerkungen, Kurzbiographien, eine Chronologie und zwei Registern) beschäftigen sich noch nicht einmal ein Viertel mit den „Wurzeln des deutschen Terrorismus“. Über drei Viertel des Buches haben ausschließlich den palästinensischen Terror der frühen 70er Jahre zum Thema. Doch nicht nur das: Das klägliche knappe Viertel des Buches, das sich mit dem „deutschen Terrorismus“ abgibt, ist auch noch teilweise wortwörtlich aus Kraushaars Buch Die Bombe im jüdischen Gemeindehaus von 2005 kopiert – nicht referiert, paraphrasiert, nein: einfach kopiert (vgl. etwa [2], S.332ff mit [1], 127ff). Allzu viel Neues über „die antisemitischen Wurzeln des deutschen Terrorismus“ bekommt man also für seine 35€ nicht geboten.

Doch das ist nicht das einzige Manko dieses Wälzers. Hinzu kommen eklatante handwerkliche Mängel, die noch zu thematisieren sein werden. Der schwerste Vorwurf ist allerdings inhaltlicher Art. Kraushaar stellt nämlich die schwerwiegende These auf, daß deutsche Linksradikale, die Tupamaros München, am abscheulichsten antisemitischen Anschlag, den es je in der Geschichte der BRD gegeben hat, beteiligt gewesen seien. Auf ihr Konto gehe der Brandanschlag auf ein jüdisches Altenheim im Jahr 1970, bei dem sieben Überlebende der Shoah ums Leben gekommen sind. Die Belege, die Kraushaar dafür hat, sind allerdings mehr als dürftig, was er dadurch zu kaschieren versucht, daß er ein Feuerwerk von unendlich vielen Detailinformationen abbrennt, bis der Leser überhaupt nicht mehr weiß, wo ihm eigentlich der Kopf steht.

Das Buch handelt von einer Anschlagswelle palästinensischer Terroristen in der BRD im Jahr 1970, außerdem von einen ungeklärten Brandanschlag auf das Gebäude der Münchner Israelistischen Kultusgemeinde, bei dem sieben Menschen starben. Zudem geht es um eine Anschlagserie einer linksradikalen Gruppe, die sich Tupamaros München nennt. Und um die Geiselname einer palästinensischen Gruppe namens Schwarzer September während der Olympischen Spiele 1972 in München. Verwirrend? In der Tat, und Kraushaars Buch macht die Sache nicht weniger verwirrend. Ständig springt er von einem Thema zum anderen, hält keinerlei Chronologie ein, und erzeugt eine Konfusion, daß man am Ende überhaupt nicht mehr weiß, was denn wann überhaupt wo und wie passiert ist. Es empfiehlt sich deshalb, erst einmal die Handlungsstränge auseinanderzudividieren, die Kraushaar absichtsvoll ineinander verschlingt.

Kraushaars Geschichte beginnt im Sommer 1969. Zwischen dem 15. und dem 19. Juli fand im Ebrach, einem Städtchen zwischen Bamberg und Würzburg, ein „Knast-Camp“ statt. Anlaß dafür war, daß in der Justizvollzugsanstalt Ebrach der Münchner APO-Aktivist Reinhard Wetter einsaß, der wegen einiger lächerlichen Kleinigkeiten zu einem Jahr Gefängnis verurteilt worden war ([2], S. 320). Das Knastcamp, zu dem Leute aus München, Frankfurt, Hamburg und West-Berlin anreisten, erwies sich als ziemlicher Fehlschlag ([2], S. 330f). Eine Berliner Gruppe um Dieter Kunzelmann und Georg von Rauch fuhr in der Folge nach Jordanien, verübten vorher aber noch in München einen Molotow-Cocktail-Anschlag auf das Haus des Münchner Oberstaatsanwaltes Lossos. In Jordanien besuchten sie ein Camp der palästinenischen Guerillaorganisation Fatah, wo sie auch einmal ein bißchen mit Waffen herumspielen durften. Das ist der erste und spätestens aus Kraushaars Buch über die Bombe im Jüdischen Gemeindehaus bekannte Handlungsstrang.

Beim zweiten Handlungsstrang handelt es sich um Kommandoaktionen einer palästinensischen Splittergruppe namens AOLP (Action Organisation for the Liberation of Palestine). Eine versuchte Flugzeugentführung auf dem Münchner Flughafen schlug am 10. Februar 1970 mit fatalen Folgen fehl, es waren ein Toter und mehrere Schwerverletzt zu beklagen ([2], S. 37ff); ein anderes Kommando der AOLP konnte eine Woche später auf dem Münchner Flughafen ohne Blutvergießen unschädlich gemacht werden ([2], S. 150ff).

Das dritte Ereignis fällt zwischen die beiden Kommandoaktion der AOLP. Am 13. Februar 1970 wurde auf das Gebäude der Israelitischen Kultusgemeinde München, das auch als Altenheim diente, ein Brandanschlag verübt ([2], S. 86ff). Der oder die Täter tränkten das gesamte Treppenhaus mit Benzin und zünden es an. Das Haus wurde zur Todesfalle für sieben Personen, die noch wenige Jahre zuvor der Vernichtung durch die Nationalsozialisten entkommen waren.

Der vierten Block springt wieder zurück zu den Palästinensern. Es handelt sich um zwei Anschläge der PFLP-GC (Popular Front for the Liberation of Palestine – General Command) am 21. Februar 1970. Mittels Paketbomben, deren Zünder mit Höhenmessern gekoppelt waren, sollten wohl zwei Flugzeuge der israelischen Fluggesellschaft El-Al zum Absturz gebracht werden. Die Pakete wurden aber auf Maschinen von Austrian Airlines bzw. Swissair umgeladen; das erste, von Frankfurt startende Flugzeug konnte nach der Explosion notlanden, ohne daß jemand verletzt wurde ([2], S. 169ff), das zweite hingegen, das von Zürich aus startete, stürzte ab und riß 47 Menschen in den Tod ([2], S. 173ff).

Zwei Tage darauf begann die „Frühjahrsoffensive“ der linksradikalen Terrorgruppe „Tupamaros München“. Am 23. Februar 1970 wurde mit Molotow-Cocktails ein Anschlag auf das Haus des Münchner Amtsgerichtsrates Weitl verübt, nachdem bereits am 31. Januar zwei Scheiben eingeworfen worden waren ([2], S. 166f). Gut zwei Wochen später wurden dann im Amtsgericht München zwei Brandsätze gefunden, deren Zünder sich jedoch als nicht funktionstüchtig herausstellten ([2], S. 167). Am 25. Mai wurden zwei Molotowcocktails gegen das Gebäude des Bayerischen Landeskriminalamtes geschleudert ([2], S. 368), was dann dem untergetauchten Fritz Teufel angelastet wurde, als dieser am 12. Juni verhaftet wurde ([2], S. 368). In der Folge kam es zu diversen Anschlägen, die als „Unterstützung“ für Fritz Teufel gedacht waren. Diese Anschlagsserie zog sich bis weit in das Jahr 1971 hinein.

Schließlich, und das ist er letzte Block terroristischer Aktivitäten, nahm ein palästinensisches Kommando, das sich Schwarzer September nannte und wohl der Fatah zuzuordnen war, während der olympischen Spiele 1972 israelische Sportler als Geiseln. Zwei der Israelis wurden sofort erschossen, als sie sich zur Wehr setzten, die restlichen Geiseln kamen bei einer dilettantischen Befreiungsaktion der Bayerischen Polizei ums Leben.

Soweit also diese kurze Zusammenstellung der terroristischen Aktivitäten, die Kraushaar in seinem Buch thematisiert: Ein Brandanschlag deutscher Linksradikaler im Zusammenhang einer Justizkampagne im Sommer 1969, zwei versuchte Flugzeugentführungen der AOLP, ein Brandanschlag unbekannter Täter auf ein jüdisches Altenheim, zwei Bombenanschläge der PFLP-GC auf Flugzeuge mit dem Ziel Israel, eine Serie von vor allem gegen die Justiz gerichteten Brand- und Bombenanschlägen der Tupamaros München und schließlich eine Geiselnahme während der Olympischen Spiele 1972.

Die spannende Frage ist nun: Was haben diese Terrorakte miteinander zu tun? Wenn man Kraushaars Suggestionen folgen will, dann hängt alles mit allem zusammen. Sucht man allerdings nach tatsächlichen Verbindungen, dann wird es außerordentlich dünn. Die Bombenanschläge der PFLP-GC kann man gleich streichen: Der Zusammenhang mit München ist fadenscheinig, die eigentliche Basis der Attentäter ist Frankfurt. Auch die Entführungsversuche der AOLP haben mit München nur so viel zu tun, daß sie im Transit auf dem Münchner Flughafen stattfanden. Irgendwelche Zusammenhänge mit der linksradikalen Szene in München behauptet noch nicht einmal Kraushaar. Diese beiden Themenkomplexe können also getrost vernachlässigt werden – und damit mindestens die Hälfte des Buches.

Bleibt also zunächst die Frage, ob es einen Zusammenhang zwischen der Geiselnahme des Schwarzen Septembers während der Olympiade und den Aktivitäten der Tupamaros München gibt, was Kraushaar suggeriert. Und dann stellt sich noch die andere, schwerwiegendere Frage: Ist der Brandanschlag auf das jüdische Altenheim Teil der von den Tupamaros München verübten Brand- und Bombenanschläge zwischen 1969 und 1971? Denn genau das ist die verwegene Behauptung Wolfgang Kraushaars. Schauen wir also am nächsten Freitag genauer zu, was von folgender Behauptung zu halten ist:

„Es spricht vieles dafür, dass das gruppeninterne Wissen der Münchner Tupamaros nicht nach außen weitergegeben worden ist. Das dürfte bis auf den heutigen Tag immer noch zu gefährlich sein. Das Risiko, wegen Mitwisser- oder Mittäterschaft in einem Mordfall mit siebenfacher Todesfolge angeklagt zu werden, war und ist zu hoch. Vermutlich ist es das größte Geheimnis, das sie für sich bewahrt haben.“ ([2], S. 689)

Nachweise

[1] Kraushaar, W., Die Bombe im Jüdischen Gemeindehaus, Hamburg 2005.

[2] Kraushaar, W., »Wann endlich beginnt bei Euch der Kampf gegen die heilige Kuh Israel?« München 1970: Über die antisemitischen Wurzeln des deutschen Terrorismus, Reinbek 2013.

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11. März 2013 at 17:01