shifting reality

Es gibt kein richtiges Lesen im valschen!

Des einen Gier, des anderen Neid

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„Wo kommt das ganze Geld denn her, das permanent auf der Jagd nach der höchsten Rendite ist? Die Gier ist ja nicht plötzlich entstanden. Gier gab es schon immer. Aber sie hat im Finanzkapitalismus plötzlich die Chance bekommen, sich auszutoben.

Das viele Geld kommt zum einen von jenen, die die Profiteure der großen weltweiten Umverteilung von unten nach oben sind, seit Ronald Reagan und Maggie Thatcher begannen, die Nachkriegsordnung der globalen Wirtschaft zurückzudrehen. Zum anderen kommt das Geld von den Menschen, die privat für ihr Alter vorsorgen müssen. Pensionsfonds füttern mit dem Geld der kleinen Leute die Töpfe der spekulativen Hedgefonds, weil mehr Rendite immer besser ist.

(….)
Weil aber der Finanzkapitalismus zweistellige Renditen abwarf, haben immer mehr Firmen aufgehört zu investieren und Wachstum samt Jobs zu schaffen.“

Robert von Heusinger in der gestrigen FR

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Written by momorulez

27. September 2008 um 9:22

Veröffentlicht in Ökonomie

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36 Antworten

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  1. Jede Krise im Kapitalismus ist eine Überakkumulationskrise, weswegen es auch mitnichten eine Krise des Kapitalismus ist.

    Noergler

    27. September 2008 at 10:24

  2. Das Märchen von der amerikanischen Krankenschwester – ja die haben auch eine, da geht’s nur nicht um Steuern, sondern ums Eingemachte! – ist ja ein fatales, denn die Kontroll- und Strukturebenen greifen eben bei ihr und dem Müllmann aus New York (Risiko, Anlage- und Renditedruck durch fehlende Sozialsysteme), nicht aber auf der nahezu ohne Kontrolle agierenden Finanzebene.

    Tragisch, daß die Verluste, da bin ich mir sicher, eben jetzt auch bei den Feuerwehrmännern aus Wisconsin landen – oder dem Broker aus New York. Die Profiteure dieser Krise sind dieselben, wie die des Booms und die haben keine Arbeitsplätze, werden nicht alt und atmen nicht. Zumindest die, die man sehen kann. Das atmende Übel dahinter ist so diffus, wie unbekannt.

    ring2

    28. September 2008 at 9:35

  3. Klar. Die Umverteilung von Unten nach Oben. Nach der Rechung müsste für jeden Dollar der Oben ankommt Unten einer fehlen. Das mag zwar intuitiv so rüberkommen. Ein Blick in die Statistiken belehrt aber eines besseren. Auf der ganzen Welt nimmt die Welt die Armut ab nicht zu.

    Wer wissen will, woher das ganze Geld kommt, sollte vielleicht mal die amerikanische Notenbank fragen. Die pumpen seit Jahren unaufhörlich Geld in die Märkte. Geld das vorher nicht existierte.

    fpk

    29. September 2008 at 12:09

  4. „Auf der ganzen Welt nimmt die Welt die Armut ab nicht zu.“

    Lustig, oder auch gerade nicht, in der FR war gerade letzte Woche eine Statistik, die das Gegenteil belegte … und natürlich sind z.B. in Deutschland die Real-Löhne gesunken, und natürlich muß man immer mehr Kohle in andere, „private“ Formen der „Sozialversicherung“ stecken. Die Allianz (bzw. eine berufsbezogene Versicherung, die an die Allianz gekoppelt ist) bekommt von mir ja auch seit 10 Jahren Geld, das sie unter Bedingungen der 80er nicht erhalten hätte. Und in den USA hat die Armut gerade sehr drastisch zugenommen …

    „Die pumpen seit Jahren unaufhörlich Geld in die Märkte. Geld das vorher nicht existierte.“

    Das habe ich ja immer noch nicht verstanden – im Falle der EZB jüngst war’s Kredit. Hat die US-Notenbank ständig die Geldmenge erhöht?

    momorulez

    29. September 2008 at 12:18

  5. Wo hat die FR denn ihre Statistiken her? Ich hab meine von der Weltbank: http://tinyurl.com/66ye7c. Der Human Developemnet Index der UN geht in dieselbe Richtung.

    Und ja, die haben die ganze Zeit die Geldmenge erhöht. Macht die EZB auch, aber derzeit noch in ner relativ verantwortungvollen Art und Weise. Wat denkst du woher die Inflation kommt.
    Aber die Amis ham seit 2000 die Zinsen ständig extrem nierdig gehalten. Das ist Zentralbankersprech für Gelmenge erhöhen. Die legen ja nicht einfach Zninsen fest, an die sich alle halten müssen, sondern sie steuern das Angebot an Geld durch Kauf und Verkauf von Staatsanleihen. Wenn sie viel kaufen, steigt die Geldmenge und damit fallen die Zinsen.

    fpk

    29. September 2008 at 12:55

  6. „Und ja, die haben die ganze Zeit die Geldmenge erhöht. Macht die EZB auch, aber derzeit noch in ner relativ verantwortungvollen Art und Weise.“

    Ich meine, Statler hätte da neulich was anderes gepostet …

    „Aber die Amis ham seit 2000 die Zinsen ständig extrem nierdig gehalten“

    Ja, das habe ich allseits so gelesen.

    Und wo die FR ihre Statisken her hatte, da muß ich mal gucken, ob ich die Ausgabe zu Hause noch habe …

    MomoRules

    29. September 2008 at 13:08

  7. Der Statler blogt wieder? Wo?

    fpk

    29. September 2008 at 13:11

  8. Nee, der hat hier kommentiert und sehr spannende Expertisen zum Thema abgegeben … suche ich noch mal raus!

    momorulez

    29. September 2008 at 13:18

  9. Die Weltbank ist keine seriöse Quelle, da sie Partei ist. Würde sie zugeben, dass die Armut zugenommen hat, dann würde sie sich ja selber bashen.

    Nörgler

    29. September 2008 at 13:21

  10. Mir kommt das auch immer eher wie so eine Selbst-Legitimation dieser Institutionen vor …

    momorulez

    29. September 2008 at 13:23

  11. Den Armen der Welt ginge es besser ohne Weltbank, weil viele von ihnen dann gar nicht arm wären.
    Bei Stiglitz (Nobelpreisträger und Ex-Weltbankchefökonom) finden sich in seinem Buch „Schatten der Globalisierung“ viele lustige Anekdoten über weltbankgenerierte Armut.

    Zwar stehe ich als Salonmarxologe nicht an, die „Globalisierung“ als kapitalimmanentes Erfordernis zu sehen. Stiglitz zeigt jedoch, dass die Umsetzung dieses Erfordernisses keineswegs nur auf dem Wege einer quasi automatischen Entwicklung erfolgt. Er zeigt, dass die Weltbank ein scharfes Schwert ist, das zum Zwecke der Zwangsglobalisierung eingesetzt wird; auch so ein Punkt, wo die antietatistischen Freiheits-Jodler fein stille schweigen.

    Nörgler

    29. September 2008 at 14:23

  12. Auf gut Deutsch gesagt: Die Weltbank hat in der Vergangenheit ein Haufen scheiß gebaut.
    Aber auch sie ist lernfähig und hat viele ihrer Positionen korrigiert. Man muß deshalb kein Freuund von ihr werden. Aber Argumenten quais ad hominem, a là die sind nicht vertrauenswürdig sind doch etwas schwach. Sie machen ihre Quellen, Daten und Methoden öffentlich. Jeder kann sich selbst ansehen wie belastungsfähig das ist. Und by the way die UNO kommt zu ähnlichen Ergebnissen. Die Tendenz weltweit ist, dass die Armut zurückgeht. Basta! 🙂

    fpk

    30. September 2008 at 4:36

  13. Ich seh nicht wo Statler da was anderes gesagt hat. Auch er hat auf die lange Niergigzinspolitik in den USA hingewiesen, die zu großer Liquidität -Geld das ein zu Hause gesucht hat- geführt hat.

    Ich schätze mal man kann drüber streiten wie groß nun der Anteil der Niedrigzinspolitik (ergo Geldvermehrung) ist, und anderer Faktoren wie den Geldströmen aus Schwellenländern in die USA. Aber auch das Geld muss ja irgendwo herkommen. Und oftmals sinds eben die Dollars, die die Amis für das ganze Zeugs ausgegeben haben, das mittlerweile dort produziert wird, die zurück in die USA fließen. Und wo kommen die wohl her?

    Aber kann natürlich sein, dass was ich da so von mir gebe viel zu undiffernziert und simpel ist. Bin auch kein Fachmann.

    fpk

    30. September 2008 at 5:00

  14. @fpk:

    Es ging mir um die Frage, ob die Zentralbanken das Geld als Kredit oder einfach so verteilen.

    momorulez

    30. September 2008 at 8:59

  15. Einfach so verteilen tun die nix. Sie verleihen Geld, wie kürzlich öfters passiert, um den Banken kurzfristig Liquidität zur Verfügung zu stellen, wenn diese nirgendwo anders zu beschaffen ist. Und dann gibts eben die Zinspolitik. Da kauft die Zentralbank Stattsanleihen, pumpt so Geld in den Markt und vergrößert somit das Angebot, worauf die Zinsen runtergehen. Zinse Senken = Ausweitung der Geldmenge.

    fpk

    30. September 2008 at 10:24

  16. „Basta!“ ist, um eine Figur der Logik zu gebrauchen, ‚dann und nur dann‘ ein Argument, wenn man als Basta-Kanzler die Macht hat. –

    Wo der neoconnardische Lügenbold, der Werwolfowitz, seine Finger drin hatte, fehlt mir das Vertrauen. Seine Leistungen als Weltbankchef bestanden darin, durch katastrophale Führungsqualitäten und nepotistische Verwandtschaftsversorgung den Wutpegel der Mitarbeiter hoch zu halten. Aaach, deshalb wurde er auch gefeuert, höre ich jetzt sagen.
    Dann hören wir doch mal, was Vizepräsident Katsu im aktuellen mm-Interview sagt:

    „mm: Was war in den vergangenen Jahren der größte Fehler der Weltbank?
    Katsu: Wir waren nicht gut darin, der Öffentlichkeit unsere Rolle in schwierigen Reformprozessen zu erläutern. Zum Beispiel haben wir es zugelassen, dass nationale Regierungen uns für schmerzhafte Reformschritte verantwortlich gemacht haben. Weil wir uns gegen solche Anschuldigungen nicht gewehrt haben, ist die Weltbank zum Sündenbock geworden.“
    http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/0,2828,581096-3,00.html

    Das nenne ich Selbstkritik und Lernfähigkeit hart an der Schmerzgrenze. Fehlt nur noch, dass er sagt, die Medien sind schuld. –

    Als ich „Und by the way die UNO kommt zu ähnlichen Ergebnissen“ (Weltarmut sinkt) las, wußte ich, dass ich ungeprüft und risikolos mein Gesäß darauf verwetten kann, dass die UNO das Gegenteil sagt. Auch fpk hätte mal rasch „uno armut“ googlen können, um zu sehen, wie falsch er liegt.

    Da lesen wir in einem Link von Dutzenden:

    „In seiner letztjährigen Bilanz hatte [UN-Generalsekretär] Ban noch verkündet, dass nicht nur der Anteil der extrem Armen an der Weltbevölkerung (die seit 1990 um über 20 Prozent gewachsen ist) [Herv. v. Nörgler] gesunken sei, sondern, dass sich auch ihre absolute Zahl seit 1990 von 1,8 Milliarden auf rund 925 Millionen fast halbiert habe. In der neuen Bilanz ist jetzt aber von über 1,4 Milliarden „extrem Armen“ die Rede – denn inzwischen hat die Weltbank den Schwellenwert für extreme Armut von 1 auf 1,25 US-Dollar am Tag heraufgesetzt.“

    Das heißt, die wundersame Armenverminderung, in der die Trompeten der Globalisierung den Beweis für „trickle down“ sahen (die Reichen müssen reicher werden, dann sickert mehr zu den Armen nach unten durch), beruhte nur auf einem statistisch nicht mitgeführten Inflationseffekt.

    „Zudem hat die absolute Zahl der Hungernden und damit auch ihr Anteil an der Weltbevölkerung in den letzten zwölf Monaten nicht nur statistisch, sondern auch real stark zugenommen – um 75 Millionen auf 923 Millionen Menschen.“
    http://www.taz.de/1/politik/europa/artikel/1/zahl-der-hungernden-steigt/

    „Trickle down“ war nur ein Blümchen im bunten Strauß jener Herrschaftsrhetorik, die jetzt die Latrine runtergeht. Weitere übelriechende Wortgirlanden: „Vorbild US-Wirtschaft“, „Deregulierung bringt Segen für alle“, „Selbstheilungskräfte des Marktes“, „kapitalbasierte Rente ist sicher“, „freie Märkte – freie Bürger“, „Kapitalismus löst Probleme“.
    Was ein trostloser Witz!

    Noergler

    30. September 2008 at 15:17

  17. Über den niemand lacht.

    che2001

    30. September 2008 at 18:06

  18. Lieber Nörgler, natürlich lehnen Antietatisten die Weltbank als interventionistische Institution ab, ganz unabhängig, ob sie sich nun mehr schlecht oder mehr recht schlägt. Auch wenn die Zahl der Armen nicht so stark gesunken ist, wie es eine nicht inflationsbereinigte Statistik nahelegt, gesunken ist sie trotzdem, das können selbst Zyniker, die aus jedem Unheil der Welt Bestätigung ziehen, nicht bestreiten.
    Noch deutlicher wird es, wenn man sich ansieht welche Länder besonders erfolgreich waren Armut und Hunger zu bekämpfen: Es sind gerade die die sich der Globalisierung geöffnet haben. Es gehört schon viel dazu davor die Augen zu verschließen.
    Der Hunger im letzten Jahr ist eine Folge davon, dass die Staazis das Verbrennen von Lebensmitteln subventionieren. Ich dachte die Linken hätten mit ‚Lebensmittel gehören nicht in den Tank‘-Kampanien ebenfalls gegengehalten?
    ‚Trickel down‘ halte ich für Schwachsinn, Korruption und Kleptokratie führen zu großer Einkommensungleichheit und erlahmende wirtschaftliche Dynamik. Werden diese Probleme angepacke, werden sicher nicht die Reichen als erste davon profitieren.

    Michel

    30. September 2008 at 20:58

  19. Mir kommt das auch immer eher wie so eine Selbst-Legitimation dieser Institutionen vor …

    … da braucht man gar nicht so weit zu schauen. Gerade den Beitrag in Frontal21 über die Anrechnung des Kinderzuschlags bei Alleinerziehenden Hartz4-Empfängerinnen gesehen. Das nehme ich dann mal als empirischen Beweis im zettelschen Sinne, dass Organisationen, losgelöst vom Nortwendigen, immer im eigenen Sinne handeln und nicht im Sinne des Menschen.

    Schlimm. … und dumm, denn die höchste „Rendite“ versprechen Kinder, die in den nächsten 40-50 Jahren unsere Gemeinwesen finanzieren sollen. 5.000 EUR im Monat sollte man diesen Müttern mit ihren Kindern geben. Privatlehrer in kleinen Klassen mit maximal 5 Kindern pro Gruppe. Eine neue Generation von Wertschöpfern, die allein schon durch ihre geringe Zahl zur Elite wird. (ich fantasiere, holt mich hier raus!)

    ring2

    30. September 2008 at 22:03

  20. Ja Lieber Nörgler,

    hättest du mal in den Link zur Weltbank reingeschaut, hättest du da auch lesen können, dass die Weltbank iher Statistiken korrigiert hat und von mehr Armut auf der Welt als ursprünglich angenommen ausgeht. Das ändert aber nichts an der Tendenz, dass die Armut abnimmt.

    Und das besonders in Ländern, die sich dem Welthandel geöffnet haben, wie Michael ja schon erwähnt hat. Die Länder denen es immer noch am dreckigsten geht sind hautsächlich im Afrika südlich der Sahara zu finden. Was man dort auch noch findet sind hohe Einfuhrzölle u.ä.

    fpk

    1. Oktober 2008 at 5:10

  21. @Michel:

    „dass die Staazis“

    Also, ich bitte Dich, Du bist hier wirklich jederzeit willkommen, aber sowas, muß das sein?

    Abgesehen ist der sachliche Grund dafür doch nur, daß, wenn alle Statistiken nur noch von privaten Organisationen gefälscht würden, eure Weltbildpflege besser funktionieren würde 😉 …

    momorulez

    1. Oktober 2008 at 9:10

  22. Zu behaupten, dass die Armut abnimmt, was mich freuen würde, ist leider falsch. Die Armut nimmt, übrigens auch in den USA zu, seit langem und stetig zu. Liegt wohl daran, dass die sich sich nicht dem Welthandel geöffnet haben, im Unterschied zu Argentinien, die zwangsgeöffnet wurden; dann aber haben die Argentinier die Vorteile erkannt und auf den Straßen Freudenfeste gefeiert, die von der linken Propaganda zu bürgerkriegsähnlichen Zustände umgedeutet wurden.
    Ebenso sehen wir in Deutschland, wie der staatssozialistische Autarkiewahn, der jeglichen Außenhandel unterbunden hat, hier für die wachsende Kinderarmut verantwortlich ist.

    Nörgler

    1. Oktober 2008 at 10:36

  23. @Noergler
    Klar. Falsch. Weils nicht sein kann. Weil sonst Weltbild kaput. Trau dich und klick den Link zum Weltbank-Report. Oder den zum HDR der UN. Tut gar nicht weh. Wirklich.

    fpk

    1. Oktober 2008 at 17:43

  24. Die Weltbank ist in dem Zusammenhang so neutral wie Citicorp oder Hypo Real Estate bezüglich der Bankenkrise.

    che2001

    1. Oktober 2008 at 18:56

  25. @ momorulez: Die meisten Statistiken stammen heute von privaten Organisationen. Ich wüsste auch nicht warum ich alles, was z.B. von der Hans-Bökler-Stiftung kommt, sofort verwerfen sollte. Vorsicht mag ja angebracht sein, aber ein ‚gilt nicht‘ finde ich etwas übertrieben.

    @ Nörgler: Relative Armut ist nur ein Maß für die Einkommensverteilung, darüber, wie es den Menschen wirklich ergeht, macht sie keine Aussage.
    Die letzten Proteste aus Argentienen, gingen meines Wissens von Bauern aus, die sich gegen Exportbeschränkungen gewehrt haben. Sie gingen für den Welthandel auf die Straße (wenn auch nicht mit diesem als Motiv).

    Michel

    1. Oktober 2008 at 20:37

  26. @Nörgler

    Aber es gibt doch keine Kinderarmut in Deutschland, und wenn, dann nur, weil Deutschland sozialistisch ist, wie die laufende Krise gerade zeigt. 🙂

    T. Albert

    1. Oktober 2008 at 21:21

  27. //ring2 im rant-mode//

    @Michel und @fpk ich würde euch gerne mal versuchen lassen in Deutschland (meinetwegen West) ein Kind alleine aufzuziehen. Mit Gängelung seitens der Behörden und Beamten, denen es prima geht, nur mit einer Aufgabe betraut, euch zu verwalten!

    Dann dürft ihr, anders als die Idealform (hetero, 2er-Familie), erstmal Wohngeld beantragen *UND* Hartz4, um mindestens genausowenig zu bekommen, wie vorher.

    Bei der Gelegenheit dürft ihr dann trotzdem 30h die Woche hart arbeiten und den Bengel so begöschen, dass der mit 13 nicht im Knast landet. Relativ gesehen eine Wahnsinnsaufgabe.

    Wenn ihr dann 2mal am Tag gewendet werden müsst, so mit 74 im Heim, im 20er-Zimmer, ist der Bengel 24 Jahre alt und zeigt euch den kalten Finger!

    Ich kriege das kalte Schütteln, wenn ich dann Begriffe, wie „relative Armut“ höre. Das ist doch alles soweit vom Notwendigen weg, was ihr da faselt, dass es weh tut.

    ring2

    1. Oktober 2008 at 22:21

  28. Schon traurig. Was ist nur mit den Linken passiert? Da spricht man von Armut weltweit und was den Leuten einfällt und worüber man sich mit Verve aufregt („Ich kriege das kalte Schütteln“, „alles soweit vom Notwendigen weg, was ihr da faselt, dass es weh tut.“) sind Alleinerziehnede in Deutschland und Hartz4. Irgendwas an der Perspektive ist da verwschoben. Da bekommt das Wort eurozentristisch nen ganz neuen Klang.

    OK ich seh schon mit der Weltbank macht man hier keinen Stich. Wie seihts denn mit der UNO aus? Ist nicht die neuste Statisktik, dafür ists schön bunt und bewegt sich: http://hdr.undp.org/external/gapminder/2005/2005.html

    Und hier die neusten Trends: http://hdr.undp.org/external/flash/hdi_trends/

    Und hier für den Überblick: http://hdr.undp.org/en/statistics/

    fpk

    2. Oktober 2008 at 4:25

  29. Das ist dann nur relative Armut, weil der Greis mit einem Zahn im Leprösenspital von Kalkutta, der als Kind auf der Arbeit mit der im Feuer heiß gemachten Stahlrute angebtrieben wurde es eben viel härter hatte. Das ist wohl der Maßstab, an dem wir uns künftig orientieren sollen.

    che2001

    2. Oktober 2008 at 7:21

  30. Also wenn ich das Beispiel von ring2 nachvollziehe, war der Vater bei der Geburt des Kindes 50 Jahre alt und musste das Kind allein aufziehen. Das dürfte doch eher selten vorkommen;-)

    Es gibt in unserem Land alleinerziehende Mütter, die mit Anfang 20 ein Kind bekommen und dann wirklich einige harte Jahre vor sich haben. Es gibt aber in Kommunen wie Dresden (ich kann nur von einer Stadt sprechen, in der ich die Situation ein wenig kenne) auch sehr viele Hilfsangebote, auf die ein Rechtsanspruch besteht. Mit allem Respekt vor der Situation Alleinerziehender: man kann auch nicht behaupten, dass die Gesellschaft sie fallenlässt.

    Insofern muss der Begriff »Armut« relativiert oder zumindest für die Dauer einer Diskussion definiert werden. Sonst ist überhaupt keine sinnvolle Diskussion über dieses Thema möglich. Der Begriff wird heute inflationär verwendet und das ist einfach nicht sachgerecht. Zwei Berliner Künstler sprechen in ihrem Aufruf zur Ergänzung des Grundgesetzes bereits von zehn Millionen Armen (wobei ich immer noch nicht sicher bin, ob das eine satirisch angelegte Kunstaktion oder ernst gemeinte Politik ist).

    stefanolix

    2. Oktober 2008 at 7:36

  31. Schon traurig. Was ist nur mit den Linken passiert? Da spricht man von Armut weltweit und was den Leuten einfällt und worüber man sich mit Verve aufregt („Ich kriege das kalte Schütteln“, „alles soweit vom Notwendigen weg, was ihr da faselt, dass es weh tut.“) sind Alleinerziehnede in Deutschland und Hartz4. Irgendwas an der Perspektive ist da verwschoben. Da bekommt das Wort eurozentristisch nen ganz neuen Klang.

    OK ich seh schon mit der Weltbank macht man hier keinen Stich. Wie seihts denn mit der UNO aus? Ist nicht die neuste Statisktik, dafür ists schön bunt und bewegt sich: http://hdr.undp.org/external/gapminder/2005/2005.html

    Und hier die neusten Trends: http://hdr.undp.org/external/flash/hdi_trends/

    fpk

    2. Oktober 2008 at 8:04

  32. Meine Kommantare kommen nicht mehr durch. Was mach ich falsch?

    fpk

    2. Oktober 2008 at 8:05

  33. Nix – wenn Links gepostet werden, landen die manchmal erst in der Moderationsschleife, manchmal auch im Spam ….

    momorulez

    2. Oktober 2008 at 8:10

  34. @fpk, ich befasse mich normalerweise mit Themen wie Kurdistan, Rassismus, Flucht und Asyl, den Boias Frias in Brasilien oder der EZLN in Chiapas sowie Problemen des Klassenkampfes und Faschismustheorien, da ist die Reaktion von Nicht-Links im Allgemeinen, ich sei ein Steinzeit-Antiimperialist und Altmarxist und außerdem megauncool. Wenn Armut in Deutschland thematisiert wird machen wir aber offensichtlich auch was falsch. Sollen wir uns mehr mit der sozialen Lage auf dem Planeten Gelenoque befassen?

    che2001

    2. Oktober 2008 at 8:25

  35. Ich sags ja: es gibt keine Kinderarmut in Deutschland. Wurden nicht gestern so „Tafeln“ staatlich bepreist? Die gabs früher gar nicht, weil es siie nicht geben musste.
    Alleinerziehende hatten immer eine harte Zeit vor sich, wie normalverdienende Familien auch. Was soll denn sowas, bitte schön?

    Klar ist „Armut“ ein relativer Begriff, solange man nicht arm ist.

    Mit Verlaub, aber hier spricht doch die Angst der relativ Verwöhnten.
    (Und das weiss ich nun sehr genau als relativ verwöhntes Kind, als solches kenne ich die abwehrenden Gedankengänge, denn der Abstand ist offensichtlich nicht so gross, wie wir uns wünschen; weshalb ich auch diesen Paternalismus so doof finde, mit dem unsere Angst sich kleidet, der ist halt nicht angebracht. Schon gar nicht, wenn man zB in den achtzigeJahren erlebt hat, wie im Ruhrgebiet würdige Männer anfingen, Kippen von der Strasse aufzulesen. Die hätten auch anders reagieren können. Dafür hat mans jetzt geschafft, dass ihre Kinder Nazis werden.)

    T. Albert

    2. Oktober 2008 at 9:48


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